2006
Sonntag, 2006-12-31 | 16:16:13 CET
Wer mich kennt, den überrascht es nicht – Silvester hasse ich fast noch mehr als Weihnachten. Trotzdem einen guten Rutsch allerseits. Mein Leiden dauert noch rund acht Stunden, dann heisst es – neues Jahr, neues Glück. Oder so ähnlich.
Ein wissenschaftlicher Durchbruch
Samstag, 2006-12-30 | 10:55:43 CET
http://www.smh.com.au/news/national/parasite-makes-men-dumb-wome...
Sonntag, 2006-12-24 | 14:24:56 CET
… hasse ich ja Weihnachten. Trotzdem ein frohes Fest!
Freitag, 2006-12-01 | 20:53:20 CET
Da hab' ich mir nun zu Weihnachten also auch einen bekannten MP3-Player (allerdings für einen sehr speziellen Zweck, dazu ein andermal mehr) eines bekannten Herstellers mit einem fruchtigen Logo, ähm, gegönnt, und was muss ich feststellen – auch bei den Früchtchen aus Cupertino kocht man mit Wasser.
Der erste Versuch, das kleine Alu-Ding mit Musik zu betanken, scheiterte tatsächlich mit einem »ernsthaften Fehler -50«, oder so ähnlich. Grrr. Zum Glück half ein Update des Players mit der neuesten Firmware. Schlechter machen das die Buben von M$ auch nicht.
Dass iTunes meine herrlich düstere »Caretaker«-CD mit der Einschätzung »Genre: unclassifiable« versah, obwohl es Künstler und Titel erkannte, versöhnte mich dann schnell wieder.
Impressionen / 4 Selbstportraits
Dienstag, 2006-11-21 | 20:13:40 CET
Kreative Ausbrüche im Business-Alltag – Impressionen. Näheres zu den Bildern bei Flickr [1].

Gut, dass momentan die Kommentare abgestellt sind ;-)
[1]
http://www.flickr.com/photos/dgbrt/
Das Wort zum Mittwoch: Rippenbruch = unschön
Mittwoch, 2006-11-01 | 21:10:46 CET
Nur falls das jemand noch nicht weiss: Ein Rippenbruch muss nicht unbedingt gefährlich oder eine Katastrophe sein. Spass machen tut's aber auch keinen. Deshalb: am besten nicht probieren, es sei denn, man steht auf die vielen bunten Pillen, die einem dann verschrieben werden.
Zum Glück ist bei mir nur eine einzige Rippe leicht angeknackst, weh tut's trotzdem. Kleiner Trost: Ich habe jetzt ein tolles Röntgenbild meines Brustkorbs zuhause liegen.
Montag, 2006-10-16 | 20:34:19 CET
Ich stehe an der Bushaltestelle, da fährt ein Wagen mit deutschem Kennzeichen an den Strassenrand. Durch das heruntergekurbelte Fenster starren mich vier ältere Herr- und Frauschaften an, ich werde gefragt, wo es denn zum Albisriederplatz geht. In Blickrichtung des Wagens: genau eine T-Kreuzung. Alternativen: links abbiegen. Rechts abbiegen. Ich sage: Biegen Sie da vorne links ab, dann sind es noch etwa zwei Kilometer. Rückfrage: Wo abbiegen? Ich: Da vorne … links. Der gute Mann brummelt etwas in seinen Bart. Der Wagen setzt sich in Bewegung. Biegt rechts ab. Ich fühle mich unverstanden.
Freitag, 2006-10-13 | 21:23:01 CET
Schon bald sechs Jahre im Land, und noch immer lerne ich spannende Dinge über die Schweiz. Zum Beispiel, dass es eine offizielle Schweizer Militär-Schokolade gibt, zertifiziert für den Gebrauch im Gefecht. Beweisbild:

Tja. Nur: Warum ist das verflixte Ding signalrot? Ist das normalerweise nicht eine Warnfarbe, die besagt: »Achtung, ich bin ungeniessbar«? Und was, wenn der Soldat durch spontanen Verzehr selbiger Schokolade prompt in's Fadenkreuz des Feindes gerät, entdeckt durch ein verdächtiges rotes Aufblitzen im braun-grünen Matsch einer winterlichen Schlacht?
Schmecken tut sie übrigens … bestenfalls mittelmässig. Ist aber recht hart. Kein Wunder, ist auch für die harten Jungs. (Dank an den Kollegen Roland für die selbstlose Überlassung des Riegels)
Samstag, 2006-09-23 | 21:07:52 CET
Gestern abend kam ich in den zweifelhaften Genuss einer ganz besonders bizarren Veranstaltung, der Lollipop-Party [1] im X-tra. Bei dieser Schlagerparty werden den Gästen nun wirklich keine Grausamkeiten erspart, es ist so ziemlich alles zu hören, was auch schon vor vierzig Jahren schlecht war, dazu gibt es als Videoprojektion direkt aus der Hölle Heintje und Co. – noch schockierender eigentlich nur, dass die Veranstaltung Hunderte Begeisterte anzieht, die ohne mit der Wimper zu zucken 20 Franken Eintritt zahlen, und sich über die Möglichkeit, zum Biene-Maja-Lied zu tanzen, freuen wie die Kinder. Selten so fehl am Platz gefühlt. – Danke Lorenz! Super Idee! :-)
[1]
http://www.lollipopparty.ch/
Sonntag, 2006-09-17 | 13:21:24 CET
Gestern abend zum ersten Mal Lost in Translation in der deutschen Synchronfassung gesehen. Schön: hat durch die Übersetzung kaum verloren, an manchen Stellen sogar gewonnen. »Lupfen Sie meine Schlumpf!!« – da kann ich noch heute drüber lachen.
Sonntag, 2006-09-10 | 16:15:31 CET
Gestern wurde mein bislang dritter Besuch im Kunstraum Walcheturm [1] zum schrägsten der drei. Und »normal« oder langweilig waren ja schon Ryoichi Kurokawa [2] und das Konzert von Sebastian Hofmann [3] nicht.
In der Reihe »Home Made« [4] gab es ab 21:30 »Do-it-yourself in Concert« mit diversen gebastelten Klangerzeugern. Neben einer grossen, stählernen Konstruktion mit zwei Boxen auf beweglichen Armen (Installation »ex-pharao« [5]) gab es ein zum Instrument umgebautes Fahrrad, eine verdrahtete alte Schreibmaschine, einen »fiependen Klangrollstuhl«, einen Videobass und einen Wasserbechersequencer zu bewundern – neben vielen anderen wundersamen Gerätschaften. Interessant fand ich vor allem Simon Berz und Kaspar König mit ihrem Sammelsurium an kuriosen Maschinen und dem Schuss Augenzwinkern, war aber auch beeindruckt von der – eher rhythmischen und etwas eingängigeren – Performance von Flo Kaufmann, der u.a. mit der elektrifizierten Schreibmaschine am Start war.
Nun könnte man einwenden – sind nicht schon lange alle Möglichkeiten der Elektronik ausgelotet? Ist man denn seit der Musique concrète von Neunzehnhundertirgendwann einen Schritt weitergekommen? Zwei klare Antworten, nein und ja. Nein, noch immer gibt es spannende Experimente (wie zum Beispiel den gestern zu bestaunenden Versuch, mit den Instrumenten nicht Klänge, sondern Bilder zu erzeugen), und ja, es hat sich viel getan seit den Bandmanipulationen und Tapeloops der Pioniere. Die Möglichkeiten haben sich potenziert, der Computer, Sensoren, die Koppelung mit mechanischen Prozessen eröffnen zusätzlich ganz neue Klangwelten und das Equipment muss nicht mehr den Gegenwert eines Einfamilienhauses kosten. Wie spannend es noch immer sein kann, die ausgetretenen Pfade zu verlassen – der gestrige Abend war ein weiterer Beweis dafür.
[1]
http://www.walcheturm.ch/
[2]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0227d6
[3]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0357d6
[4]
http://www.homemade-labor.ch/
[5]
http://www.homemade-labor.ch/d/picts/cod-act-zh-m.jpg
Sonntag, 2006-09-10 | 14:17:32 CET
Melde mich zurück vom traditionellen Firmenausflug, der letzten Montag zuende gegangen ist. Es ging nicht ganz so weit wie letztes Jahr [1], aber auch die damalige Prognose, der nächste Ausflug würde wohl eine Fahrradtour durch's Emmental, erwies sich als zu pessimistisch. Wenn auch im Flughafen überall, auf Monitoren wie Infotafeln, am Check-In und auf dem Ticket (!) von St. Petersburg die Rede war, bog der Flieger auf dem Weg nach Osten doch merklich »nach rechts« statt nach links ab und brachte uns nach Split, Kroatien. Eine Fahrradtour gab's dann aber doch, und zwar vom Flughafen durch diverse Dörfer zum Strand, mit insgesamt 320 (!) Teilnehmern, abgesperrten Strassen und Polizeieskorte … noch grösser war der logistische Aufwand dann bei der nächsten Episode, einem Segeltörn von eineinhalb Tagen mit nicht weniger als 47 (!) 12m-Yachten … und das bei bestem Badewetter. Die Tage waren herrlich, die Nächte auf dem engen Boot ein mittleres Desaster – wie das halt so ist bei diesen Ausflügen.
Und was habe ich gelernt über das Segeln? Dass es mit Hilfsmotor und Autopilot immer noch am angenehmsten vorwärts geht, ansonsten muss man unangenehm viel arbeiten. Dann lieber ein Motorboot, wenn doch mal ein Lottogewinn eintrudeln sollte.
[1]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0197d5
Mittwoch, 2006-08-16 | 21:14:39 CET
Wer sich – wie ich – von dem gängigen Hitparadengedudel gelangweilt und von der aggressiv um ihre Profite kämpfenden Musikindustrie massiv genervt fühlt (Stichworte »vermurkste CDs als Kopierschutzkonzept«, Klagewellen gegen die eigenen Kunden, DRM, …), der kann auf Musik verzichten oder sich anderweitig umsehen. Und wenn – wie für mich – »anderweitig umsehen« strafbare Handlungen der Variante Filesharing nicht beinhalten soll, kann man dennoch fündig werden, muss aber dann auf die Erzeugnisse der neuesten gerade angesagten Retortenbands verzichten. Was kein Verlust sein muss.
So bin ich jüngst auf verschlungenen Wegen auf die Band (?) V/Vm und das zugehörige Label V/VM Test gestossen [1]. Letzteres veröffentlicht die Werke von V/Vm selbst und zahllosen anderen »vagabonds and misfits« (Zitat), und wer offen ist für Skurriles wie Schreckliches, Faszinierendes wie Seltsames, der ist auf der Website von V/Vm richtig. Das Schöne dabei – zwar kann man auch CDs bestellen (und viele davon vorhören, in Form von kompletten Tracks, die zum Download freigegeben sind), einiges aber bekommt man ausschliesslich in Form von Dateien, und das, soweit ich gesehen habe, kostenlos. V/Vm geht aber noch weiter: In einem Projekt »V/Vm 365« [2] produziert der Klangtüftler ein ganzes Jahr lang Audio-Tracks, täglich, die allesamt gratis zu haben sind und nach dem »Creative Commons«-Modell lizensiert sind. Wirtschaftlicher Selbstmord? Ziemlich sicher. Und trotzdem eine Heldentat, in meinen Augen. Ein Zeichen.
Was kann man nun alles finden, wenn man bei V/Vm stöbert?
Schwer zu sagen. Alles und nichts. Lärm [3], Komisches [4], Alptraumhaftes ([5], Hörtipp »the lady in red (is dancing with meat)«) und gute Musik (mein musikalischer Liebling: das geniale Album »white death« [6]). Und selbst die Sachen, die einem eher nicht zusagen, glänzen dann zumindest durch amüsante Bandnamen, Track-Titel oder Cover-Gestaltung (z.B. Rank Sinatra, »Chairman of the Bored« [7]). Was für eine abenteuerliche Mischung! Da macht das Suchen und Hören, das Stöbern und Staunen wieder Spass. Fast wie früher, im Plattenladen. Wenn das kein Grund ist, V/Vm durch CD-Käufe oder Spenden zu unterstützen … dann weiss ich auch nicht weiter, der Mann hat's verdient. Dann lieber gar keine Musik.
[1]
http://www.brainwashed.com/vvm/about.htm
[2]
http://www.brainwashed.com/vvm/micro/vvmt365/index.htm
[3]
http://www.brainwashed.com/vvm/releases/vvmtest/vvmtcd21c.htm
[4]
http://www.brainwashed.com/vvm/releases/vvmtest/vvmtcd16c.htm
[5]
http://www.brainwashed.com/vvm/releases/vvmtest/offal03c.htm
[6]
http://www.brainwashed.com/vvm/releases/vvmtest/vukzid13.htm
[7]
http://www.brainwashed.com/vvm/releases/vvmtest/vvmtcd17c.htm
Dienstag, 2006-08-01 | 11:56:09 CET
Zurück aus Wien – nachfolgend ein fragmentarischer Erlebnisbericht und Reiseführer. Garniert mit ein paar schönen Links.
Eine Frage der Unterkunft
Auch in der schönsten Stadt braucht man erstmal eine Unterkunft. Und in Wien, da habe ich glücklicherweise eine prima Unterkunft gefunden – das Hotel Altstadt Vienna [1]. Mein Matteo-Thun-Zimmer war atemberaubend schön (das Bild gibt einen Eindruck) und jeden Cent wert, das Preis-Leistungsverhältnis ist über jeden Zweifel erhaben und dürfte besser sein als bei so ziemlich jeder Schweizer Herberge. Insbesondere aber hat es: Charme. Die kalte Perfektion, das Glatte, Unnahbare, das so manches Luxushotel kennzeichnet – hier gibt es das nicht, stattdessen etwas Gemütliches, Warmes, Persönliches, einen Wohlfühlfaktor. Toll!

Nebenbei gesagt liegt es auch sehr günstig, die meisten Sehenswürdigkeiten der Wiener Altstadt liegen in Gehreichweite. Die Gegend ist sehr angenehm und hat ein bisschen szeniges Kreis-4-Flair, ist also kein Reichenghetto oder steriles Villenviertel, sondern höchst lebendig und einen ausgedehnten Erkundungsspaziergang wert.
[1]
http://www.altstadt.at/
Kaffeehauskultur und Kulinarisches
Kein Wien-Besuch kommt ohne einen oder mehrere Abstecher in die berühmten Kaffeehäuser aus. Nachdem ich bei einem geschäftlichen Wien-Aufenthalt vor einigen Jahren leider gar nicht dazu gekommen war, hatte ich ein starkes Nachholbedürfnis. Bei meinen umfangreichen Stadtspaziergängen hatte ich zahlreiche Gelegenheiten, die lokalen Kaffeespezialitäten zu probieren, darunter im berühmten Central [2], im Landtmann [3] beim Burgtheater, im etwas kleineren, aber sehr hübschen Diglas [4] in der Nähe des Stephansdoms, und schliesslich noch im Café Museum [5]. Jedes mit einem eigenen Flair, höchst aufmerksamem Service, Gratis-Zeitungen und keinerlei Zeitdruck. Eine herrliche Sache, und wem Spezialitäten wie ein »Franziskaner« nicht munden, der kann ja auch einen Prosecco bestellen. Daran könnte man sich gewöhnen! Und der Rest der Welt, insbesondere Zürich, könnte sich gerne ein Scheibchen von der Wiener Kaffeehauskultur abschneiden. Hier in Zürich hat man häufig das Gefühl, man würde als Gast als lästiges Übel empfunden. Und wehe, man bestellt nicht sofort nach, wenn die Tasse leer ist … sonst gibt es böse Blicke. Von Gratiszeitungen nicht zu reden.
Dass die Kaffeehaustugenden auch in modernen, schicken Lounge-Bars anzutreffen sind, zeigte übrigens ein Besuch im Lutz [6] an der Mariahilfer Strasse, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Einen Zusammenhang zwischen gutem Service und hundertjährigen Kronleuchtern gibt es also nicht.
Neben meiner Kaffeebegeisterung konnte ich auch einer weiteren Leidenschaft frönen – ich liebe Zwiebelrostbraten. Hier muss ich dem Bellaria [7] ein Lob aussprechen; nicht nur war der Zwiebelrostbraten dort besonders lecker, sondern auch der persönliche, gut gelaunte Service war toll. Man brachte mir extra eine Zeitung, um die Zeit nicht lang werden zu lassen, bis das Essen fertig war, und bot auch noch einen Klavierspieler auf, mich mit Musik zu erfreuen – und das, wo ich doch an jenem Abend anfänglich der einzige Gast war. Rührend.
[2]
http://www.palaisevents.at/palais-ferstel.html
[3]
http://www.landtmann.at/
[4]
http://www.diglas.at/
[5]
http://www.cafe-museum.at/
[6]
http://www.lutz-bar.at/
[7]
http://www.cafebellaria.at/
Kultur Komma sonstige
Neben gutem Essen und leckerem Kaffee bietet Wien vor allem Kultur im Überfluss. Für mich als Kunstinteressierten und Vermeer-Fan war natürlich das Kunsthistorische Museum [8] absolute Pflicht; die dortige Gemäldegalerie bietet grossartige Bilder, nahezu alles, was Rang und Namen hat. Darunter bekannte Gemälde wie z.B. den »Turmbau zu Babel« (Bruegel d.Ä.) oder den herrlichen trinkenden König von Jordaens. Und natürlich: einen Vermeer, die »Malkunst«. Der erste, den ich »in echt« bestaunen konnte, bis dahin kannte ich meinen Vermeer nur aus Bildbänden. Fast genauso sehenswert wie das KHM ist die Galerie der Akademie der bildenden Künste [9] am Schillerplatz, dort ist vor allem das Weltgericht von Hieronymus Bosch ein Highlight. Beide Museen allerdings haben einen etwas muffigen, altmodischen Charme, knarziges Parkett inklusive … man sollte sich nicht davon abschrecken lassen.
Wer's gern modern, bunt, kreativ und vielfältig hat, ist im riesigen MuseumsQuartier [10] richtig. Dort kann man stundenlang auf Entdeckungsreise gehen, sei es z.B. im Leopold-Museum [11], das vor allem für Schiele-Fans eine wichtige Adresse ist, oder in dem Dschungel von Galerien, Sonderausstellungen (interessant war die über Gödel), Boutiquen und Shops, bei denen man gar nicht immer sicher ist, was man gerade vor sich hat … gefallen hat mir da vor allem Subotron [12], ein Laden (?), der eine tolle Kollektion klassischer elektronischer Spielgeräte auf Lager hatte, darunter auch das gelbe, tellerrunde »Pac Man« [13], das ich noch aus meiner Kindheit kenne (schnief). Das hatte ich nämlich auch.
[8]
http://www.khm.at/
[9]
http://www.akademiegalerie.at/
[10]
http://www.mqw.at/
[11]
http://www.leopoldmuseum.org/
[12]
http://shop.subotron.com/
[13]
http://www.handheldmuseum.com/Tomy/PacMan.htm
Ein Ausflug in's Nachtleben
An einem schwülwarmen Freitagabend war eine Entdeckungsreise angesagt: Geplant war die Erkundung des durchaus reichhaltigen Nachtlebens in der Gegend um das Hotel in Verbindung mit Feldforschung in Sachen lokaler Biere. Der Startschuss allerdings erfolgte im Seven Cocktails [14], einer Cocktail-Bar, und da kann man ja schlecht Bier bestellen. Nach Studium der umfangreichen Karte (etwa ein halber Quelle-Katalog) entschied ich mich für einen appetitlichen Ritz . Weiter ging's in's nahe Lux [15]; die Bedienung dort glänzte mit guter Laune, Engagement und Kundenfreundlichkeit und riet zum Murauer statt zum Hirter Pils vom Fass, letzteres sei »heute leider ein wenig warm«. Guter Tipp, das Murauer war kühl und lecker, den so überzeugenden Service wusste ich zu schätzen. – Weiter ging's im direkt nebenan liegenden Plutzer Bräu [16], einer Restaurant-Bar mit alternativem Charme. Dort wusste die bedienende Dame leider nichts vom Spezialbier auf der Karte, brachte aber gerne ein süffiges Zipfer Pils. Auch gut. Das Niveau der Gaststätten flachte in der Folge leider ab; schon das nachfolgende Centimeter II [17] hatte eine eher bodenständige Karte und eine Bedienung mit rauem Charme. Dort gab's dann das Hirter Pils, das mir vorher entgangen war, aber 0.3l, nicht nur »einen Pfiff«, was nämlich nur 0.2l sind, wie ich mir erklären liess. Der Tiefpunkt des Abends (aber mit viel unfreiwilliger Komik), das war dann das Blue Corridor [keine Website …] schräg gegenüber. Ein bizarres Erlebnis. Klein, insgesamt eher düster, blaue Beleuchtung, das Publikum eher unter 18 als darüber und eine Unverständliches nuschelnde Thai in den Mittvierzigern mit wasserstoffblond gefärbten Haaren und Killer-High-Heels als Bedienung; das lauwarme Wieselburger Gold ging da nur schwer die Kehle hinunter. Zum Trost nahm ich auf dem Rückweg beim Seven Cocktails noch einen Dimple ohne Eis mit. Ein insgesamt gelungener Abend.
[14]
http://www.7en.at/
[15]
http://www.lux-restaurant.at/
[16]
http://www.plutzerbraeu.at/
[17]
http://www.centimeter.at/
Rückflug
Der Tag des Rückflugs kam viel zu schnell; um das herrliche Wien wirklich auszukosten, bräuchte es wohl (mindestens) fünf Wochen, nicht fünf Tage. Wie auch immer, am Tag der Rückreise kam ich in den Genuss der Wunder moderner Airline-Allianzen. Der Check-In, obgleich ich Swiss gebucht hatte, fand eben nicht an einem Swiss-Schalter (Terminal 2), sondern bei Austrian (Terminal 1) statt, der Flug war dann aber einer der »Austrian Arrows – operated by Tyrolean« im Code-Sharing mit einer Handvoll anderer Airlines, und vermutlich hat jeder einzelne der Mitfliegenden bei einer anderen Linie gebucht und einen anderen Preis bezahlt. Die Maschine ging in Ordnung, die Stewardessen waren ausgesprochen attraktiv (da lässt man sich nicht zweimal bitten, im Notfall für das Öffnen der Notausstiegstür zu sorgen, denn eben vor selbiger war ich platziert) – dafür gibt's bei den Arrows nichts umsonst, weder an Nahrung noch Getränken, ganz im Stile der Billigflieger, die ja so populär geworden sind. Nun, man kann nicht alles haben.
Ah, und woran erkennt man, dass ein Flug in die Schweiz geht? Im Wartesaal nach der Passkontrolle begegnet man Jugendlichen mit Laptop-Tasche und einer 6400-Franken-Rolex, und die junge Familie mit den zwei nervigen Kindern fliegt Business. Den Menschen geht es einfach zu gut.
Samstag, 2006-07-15 | 11:58:12 CET
… für eine Woche. Um in aller Ruhe älter werden zu können.
Passend zur Nordkorea-Krise – das Super-Gadget
Donnerstag, 2006-07-06 | 19:35:51 CET
Wer zuhause (besser noch: im Büro) Kim Jong Il spielen will – kein Problem. Gefunden bei TheRegister :
http://www.reghardware.co.uk/2006/07/06/usb_missile_launcher/
Dienstag, 2006-06-27 | 10:29:10 CET
… alles Daumendrücken meinerseits hat nichts genützt, und die vielen Fähnchen und »Hopp Schwiiz«-Rufe der zahlreichen Schweizer Fans auch nicht. Wer 120 Minuten lang kein Tor schiesst und dann im Elfmeterschiessen dreimal nacheinander den Ball nicht in den Kasten bekommt, der kommt eben nicht weiter bei einer WM. Schade, ich hätte mich mitgefreut. Ehrlich.
Samstag, 2006-06-24 | 15:21:26 CET
Letzte Nacht ersten Auftritt im Radio absolviert. Schweiz zum Glück durch Fussballspiel genügend abgelenkt.
Sonntag, 2006-06-18 | 22:30:19 CET
Noch schnell ein Nachtrag vom schwül-heissen Wochenende – gestern entdeckte ich folgenden Veranstaltungshinweis:

Wer von meinen deutschen oder in die USA ausgewanderten Freunden mir sagen kann, worum es hier geht, wird bei nächster Gelegenheit auf ein Bier eingeladen … Einsendungen bitte via Kommentarfunktion. Und alle Schweizer halten sich zurück.
Freitag, 2006-06-02 | 20:24:02 CET
… oder »Kunst als Vergewaltigung« (Flusser)? – Das ist doch schön, es gibt sie noch, die Überzeugungstäter, und manche davon machen Radio. Radio LoRa [1] zeigt keine Angst vor dem dicken Brett, am Freitagabend gibt es schwere Kost als Abendessenersatz. Die Sendung aus der Reihe »Malstrom« zu Vampyrotheutis infernalis [2], einem der tiefsinnigen wie gewitzten und provokanten Texte von Vilém Flusser [3][4], war eine solche angenehme, weil inspirierende Zumutung. Bemerkenswert, und ein guter Grund, sich mal wieder ein Buch dieses »Philosophen der technischen Bilder« vorzunehmen, dessen Werk, scheint es, eher zeitgemässer denn altmodischer wird. – Danke für den Tipp an Anne-Catherine Eigner.
[1]
http://www.lora.ch/
[2]
http://www.malstrom.ch/main.htm#020606
[3]
http://www.flusser-archive.org/
[4]
http://de.wikipedia.org/wiki/Flusser
Donnerstag, 2006-06-01 | 18:46:28 CET
… der erste Eintrag in diesem Blog stammt vom 22. Mai 2005, damit hat diese Einrichtung bereits ihren ersten Geburtstag hinter sich. Hipp Hipp Hurra!
Doggett, Reyes and Scully find a very scary reason not to look under the bed
Donnerstag, 2006-05-25 | 14:34:52 CET
Nicht zu leugnen, die X Files haben irgendwo nach der fünften Staffel ihren Zenit überschritten. In den Seasons sechs bis neun gibt es sie noch, die kleinen Geniestreiche, aber sie sind dünn gesäht. Kein Mangel hingegen herrscht an schönen Dialogen.
LEYLA HARRISON: I really do have to commend you, agent Doggett. You solved this case. If it weren't for you … I don't even like to think what would have happened. I have to say, it's clear to me now that you were better-equipped for this challenge than even agent Mulder would have been. Absolutely. I mean, your lack of imagination saved our lives.
DOGGETT: Gee, thanks.
… aus der ansonsten eher käsigen »Monster-unter-dem-Bett«-Episode 9x12.
Sonntag, 2006-05-21 | 17:01:51 CET
… nicht genug, dass Finnland beim europäischen Schlagerwettbewerb (normalerweise eine Veranstaltung für Jungs mit Föhnfrisur und Mädels in feschen Kostümen) mit einer ziemlich trashigen Monster-Rock-Truppe antritt, nein, am Ende gewinnen die bösen Buben sogar noch. Nicht auszuhalten. Was für ein Niedergang! Obwohl …
Ralph Siegel wird sich in seinem Grab umdrehen. – Ach halt, der lebt ja noch.
Sonntag, 2006-05-14 | 18:01:09 CET
… nun bin ich ja wirklich gar nicht der grosse Fussballfan, und mit den hiesigen Vereinen identifiziere ich mich naturgemäss noch weniger als mit dem heimischen (ein Hoch auf den »Club«) – trotzdem, der gestrige Abend war eine Sternstunde. Man stelle sich vor, bei drei Minuten Nachspielzeit fällt rund fünfzehn Sekunden vor Schluss, 92 Minuten 45 Sekunden auf der Uhr, der entscheidende Treffer für Zürich – in Basel! Wahnsinn, Herzschlagfinale. Da freu' sogar ich mich mit, als »Düütscher«.
Glückwunsch! Nach 25 Jahren wieder Meister, das ist doch toll.
Ein Schuss Kultur am Samstagabend
Sonntag, 2006-05-07 | 16:44:16 CET
Der Kunstraum Walcheturm [1] ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Der im Züritipp lapidar als »Sebastian Hofmann (dr, electr)« für gestern, 21 Uhr, unter »Musik, Elektro« angekündigte (und auf der Walcheturm-Site nicht näher beschriebene) Event erwies sich als ein Stückchen Hochkultur, d.h. ein Konzert sogenannter »neuer Musik«.
Unter dem Titel »Elektrobeat – Wechselschläge am Takt der Zeit« wurden durch Sebastian Hofmann insgesamt sieben Stücke in Folge geboten, die allesamt auf einem umfangreichen Programmzettel beschrieben waren, theoretischer Ballast inklusive. Dies waren … Gary Berger: »Langsam«, Jörg Köppel: »mess&math«, Thomas Wenk: »Taurus CT-600« – für zwei Kassettenrecorder (!), Gary Berger: »31 mal lösen«, Michael Heisch: »kykloi«, Isabella Branc: »Transit-Arena – eine Intervention«, Vinko Globokar: »Ombre«.
Eine interessante Mischung, von Sebastian Hofmann mit viel Einsatz und sehr gut gespielt. Besonders reizvoll aus meiner Sicht war das Stück für zwei Kassettenrecorder, das wirklich nur mit diesen bestritten wurde. Erstaunlich, was man aus zwei so simplen Geräten mit einer präzisen Tastenakrobatik (exakt nach Notenblatt), Rückkopplungs- und Rauscheffekten klanglich herausholen kann. Allerdings hatte diese Performance neben dem »klassischen« Avantgarde-Touch auch etwas liebenswert Altmodisches, im Zeitalter der MP3-Player.
Auch sehr beeindruckend »31 mal lösen«, bei dem Büroklammerteile auf einer quadratischen Fläche mit rhythmisch angesteuerten Elektromagneten buchstäblich zum Tanzen gebracht wurden (das Technorama Winterthur lässt grüssen) – inklusive abgefilmtem Live-Bild, per Beamer projiziert, ergab sich mit dem Klappern und Rasseln, den Klangkaskaden und Feuerstössen, ein Stück von fast hypnotischer Wirkung.
Ansonsten zu bewundern: ein tolles Instrumentarium, inklusive Kurbel-Grammophon und Luftbefeuchter. Pling, kloing, zisch, tüüt. Und dazwischen verschaffte sich Mutter Natur in Form eines schreienden Babys und eines mitheulenden Hunds im Publikum Gehör, das sind die »echten« Klangereignisse, die nicht planbar sind, aber in diesem Rahmen irgendwie dazupassten.
[1]
http://www.walcheturm.ch/
Freitag, 2006-05-05 | 9:14:30 CET

… ist doch schön, wenn die Nachbarn kleine Päckchen für einen annehmen.
Mittwoch, 2006-05-03 | 21:47:06 CET
Kaum wird es sommerlich, geht es wieder los – allerorten, bei Männlein wie Weiblein, sind endlich wieder Schweissfüsse, Schwielen, eingewachsene Zehnägel, leckere Blasen und geschwärzte Fusssohlen zu bewundern. Flip-Flop hurra! Was für ein Segen für Fussfetischisten dieses »Schuhwerk« doch ist, was für ein Schrecken für den Rest der Menschheit. Da müsste man mal fragen – wer hat's erfunden? Sicher nicht die Schweizer.
Samstag, 2006-04-15 | 22:37:45 CET
Trendboulevard [1] besucht. Atmosphäre genossen. Zwei Dosen Zeit gekauft.
[1]
http://www.trendboulevard.ch/
Dienstag, 2006-04-11 | 21:58:27 CET
… ein knapper Wahlausgang, allgemeine Verwirrung, zwei Sieger, der Ruf nach oder die Angst vor einer grossen Koalition, … irgendwie erinnert mich das an etwas. Mir ist gerade entfallen, an was.
Samstag, 2006-04-08 | 22:20:11 CET
Der grosse Tag, nach vielen Arbeitsstunden und drei Wochen zähen Wartens – die erste Degustation meines selbstgebrauten Biers. Lassen wir folgendes Foto für sich sprechen:

Schaum: halbwegs genügend. Optik: lecker. Geschmack: kaum. Nennen wir es also eine »bierartige Substanz, die vermutlich für den Gebrauch als Getränk geeignet sein dürfte«. Ob ich noch Magenweh bekomme, wird sich zeigen.
Damit fügt sich mein Selbstgebrautes nahtlos in den Reigen der spülwasserartigen Schweizer Biere ein – aber ich finde, für einen Erstversuch ist es nicht so schlecht gelungen.
Nachtrag, 2006-04-09: Ein noch etwas ausführlicherer Test *räusper* gestern abend hat ergeben, dass es eben doch nach etwas schmeckt. Nicht, dass einen das Aroma gerade umwirft, aber es hat doch eine feine, eigene Note. Ah, und jede Flasche schmeckt ein wenig anders … ein hochindividuelles Bier, also. Und ausserdem geht doch nichts über einen Rausch vom Selbstgebrauten, das beweist zumindest, dass Alkohol drin ist.
Sonntag, 2006-03-26 | 14:04:18 CET
Es ist schon so eine Sache, mit dem Kino: Manchmal ginge man gerne, es ist aber nur der übliche Murks im Angebot (von »Teenieschlitzer Teil 7, die Rückkehr der Rückkehr« bis »Email für Dich II, das Fax«), und dann wieder gibt es Zeiten, da kommen so viele interessante Streifen in die Lichtspielhäuser, dass man gar nicht weiss, wohin zuerst – zumal man doch immer einen gewissen Zeitdruck verspürt, nachdem gerade die etwas weniger populären Filme gerne auch mal nach zwei Wochen schon wieder aus dem Programm genommen werden.
Zur Zeit ist so eine Zeit.
Gesehen:
L.A. Crash – ein in weiten Teilen glaubhaftes, durch immer neue Wendungen und Verknüpfungen interessant bleibendes, kunstvoll geknüpftes Geflecht aus einem halben Dutzend Einzelgeschichten über das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft in L.A. – und keiner ist nur, was er scheint, niemand ist ohne Tadel. Oscar-reif? Warum nicht. Sehenswert? Auf jeden Fall.
Syriana – dieser Film ist eine intelligent gemachte Zumutung. Er ist lang, komplex, ein schwer zugängliches Gemälde, das die harten Sitten im internationalen Öl-Business porträtiert. Ein zynischer Film? Vielleicht. Realistisch? Vermutlich ja, leider. Absolut sehenswert!
Demnächst:
Stay, vielleicht Lord of War, V for Vendetta, Inside Man.
Nachtrag, 2006-04-01 (kein Aprilscherz …): Stay besticht neben dem interessanten Plot durch tolle Bilder, eine gute Musik und ordentliche Schauspieler. Man verzeiht ihm manche Manierismen (ich sage nur: Drillinge) und ist, wenn man Jan heisst, vielleicht ein wenig enttäuscht vom Schluss, der dann eben doch den Versuch macht, die Verhältnisse zu ordnen und manches zu erklären. Hier fehlt Forster die Radikalität eines Lynch, dem er übrigens mit Stay aus meiner Sicht nicht wirklich nacheifert – wie ihm das unterstellt wurde. Aber auch wenn der Streifen nicht so genial ist, wie er zu sein versucht: Wenn am Ende alle im (kleinen) Saal so gefesselt sind, dass sie trotz Abspann sitzenbleiben, kann er nicht schlecht gewesen sein. Das Eintrittsgeld wert!
Das Elend unserer Wegwerfgesellschaft
Donnerstag, 2006-03-16 | 20:57:31 CET
… flotte 374 Franken (!) soll die Reparatur meines DVD-Players kosten, bei dem einfach nur das (leicht am Stück austauschbare) Schaltnetzteil mit einem geschätzten Materialwert von maximal 10 Franken defekt ist. Wollte ich das Gerät vergolden lassen? Bin ich dumm? Habe ich darum gebeten, mich über den Tisch zu ziehen – und zwar, bitte bitte, schnell und heftig?
Dann muss es wohl doch ein Neuer sein. Ökologisch gesehen »sehr vorteilhaft«. Schlechte Welt.
Nachtrag 2006-03-17: Mit lautem Zähnknirschen DVD-Player wieder abgeholt und für den Voranschlag stolze 75 Franken bezahlt. Mitleidige Blicke des jungen Kerls in der Werkstatt ertragen, der mich wohl für einen armen Irren hält – schon wieder einer, der einen DVD-Player reparieren will, stell' Dir vor … – Der Händler bestritt im übrigen, den Preis gemacht zu haben, das komme so von Panasonic oder sonstwoher, er könne nichts dafür. Ja, das sei schon viel Geld. Nein, da könne er nicht helfen. Ich solle doch aber einen neuen Player bei ihm kaufen. Anstatt spätestens in dem Moment wirklich ausfällig zu werden, verliess ich das Geschäft. Aber es war knapp.
Trapattoni irrte: Flaschen voll!
Sonntag, 2006-03-12 | 14:25:53 CET
Gestern habe ich eine grosse Schlacht geschlagen und das »Jungbier« nach der »Primärgärung« in Flaschen gefüllt. Verdammt viel Arbeit, meine Wohnung das Schlachtfeld … – Die Flaschen waren nicht nur zu spülen und desinfizieren, sondern auch noch mit etwas Malzpulver zu versehen (»Speisung«) und nach dem Befüllen zu verkorken. Alles gute, alte Handarbeit.
Kurz nach 17 Uhr ging's los, am fortgeschrittenen Abend, nach etwa viereinhalb Stunden Schufterei, war die Sache ausgestanden. Ergebnis: 54 Flaschen. Diese stehen jetzt nochmal eine Woche im Warmen zur Nachgärung, und kommen dann für ein paar Wochen in den kühlen Keller. Erst dann wird sich zeigen, wie das Bier schmeckt.
Gestern abend war mir dann zumute wie Scully in Episode 7x16:
SCULLY: (on phone) Mulder? I am free.
MULDER: (on phone) You're free?
SCULLY: (on phone) Mm-hmm. I'm going to go home, take a shower for, I don't know eight or nine hours, burn the clothes that I'm wearing and then … sleep until late spring.
Dumm nur, dass in meiner Wanne noch das zu schrubbende Gärfass steht …
Sonntag, 2006-03-05 | 18:35:28 CET
Und was macht man, wenn man mitten im März mehr oder weniger eingeschneit ist? Ich meine, ausser den Nachbarn zuzusehen, die mit viel Gas und durchdrehenden Reifen versuchen, ihre rund 50 cm tief eingeschneiten Autos freizubekommen? – Genau, man braut Bier.
Heute war es also soweit. Und kaum investiert man sechs Stunden Arbeit, schon ist die Brühe im Gärfass. Jetzt heisst es einige Tage warten, bis aus Zucker Alkohol geworden ist … ein genaueres Protokoll (mit Fotos) wird es dann irgendwann geben, wenn ich dazu komme, es zu tippen.
Sonntag, 2006-03-05 | 18:30:18 CET

… an einem Sonntagmorgen. Kein weiterer Kommentar.
Freitag, 2006-03-03 | 19:29:53 CET
War schon gestern der Heimweg von der Arbeit arg beschwerlich (der überfrierende Schneematsch hat einmal mehr einen Grossteil des Verkehrs in Zürich zusammenbrechen lassen, insbesondere fuhren nur noch äusserst sporadisch Busse), war die weisse Winterüberraschung heute morgen dann perfekt. Was soll man davon halten, wenn einem der Radiosprecher an einem dritten März mitteilt, vor dem Studio lägen zehn Zentimeter (!) Schnee, und man solle doch gut auf sich aufpassen …
Bemerkenswert. Da für heute nacht dann auch noch ein Sturm angekündigt ist, werde ich mich definitiv in meiner Wohnung verbarrikadieren.
Nachtrag, 2006-03-04: Die Lage ist noch deutlich extremer geworden. Es schneit sehr stark, und das seit Stunden. Schon heute früh lagen gut und gerne 10-12 cm nassen, schweren Schnees. Die Fahrt zum Einkaufen war ein Abenteuer, ABS und ESP hatten zu tun, mich auf der Strasse zu halten – von der schlingernden Fahrt über die kleine Steigung in meine Garage nicht zu sprechen. Gut, dass ich das Tor nicht verfehlt habe …
19 Uhr 20: Mittlerweile liegen deutlich mehr als 20 cm; ich bin Zeuge geworden, wie mehrere Nachbarn beinahe steckengeblieben sind beim ein- oder ausparken (= beim Bewegen ihres verschütteten Wagens). Beim Versuch, den Müll 'rauszubringen, war der Weg zur Mülltonne mehr als beschwerlich und der schwer beladene Deckel der Tonne kaum noch zu bewegen. – Nachdem der Hauswart mit seinem Motor-Schneepflug keine Chance mehr hatte, ist ein Traktor mit einem grossen Pflug angerückt, um die Strasse wenigstens halbwegs befahrbar zu machen – für kurze Zeit. Fazit: Der für heute abend geplante Kinobesuch wird abgeblasen.
Uhrenseminar – Lottermann & Söhne
Montag, 2006-02-20 | 20:49:15 CET
Ein grossartiges Erlebnis, für das man gerne bis nach Mannheim fährt – dieses Wochenende bin ich in den Genuss eines Uhrenseminars bei Lottermann & Söhne, Mannheim [1], gekommen. Ziel der Veranstaltung war es, in zwei Tagen, soweit möglich, die Funktion eines einfachen Werks einer Armbanduhr zu verstehen, es zu zerlegen, zu veredeln und wieder zusammensetzen. Idealerweise so, dass es hinterher wieder läuft … versteht sich! Dank der tatkräftigen Mithilfe von Till Lottermann und Franz Wolff, ihres Zeichens Uhrmacher und Seminarleiter, hat das dann auch bei mir so halbwegs geklappt. Aber – wirklich einfach ist das alles nicht. Dass selbst ein so »grosses, einfaches« Werk aus so vielen, so verdammt winzigen Teilen besteht … Wahnsinn.

Da rutscht einem schon das Herz in die Hose, wenn der ganze »Kleinkram« vor einem liegt. Die kleinsten Schräubchen waren etwa so winzig wie … also, ziemlich winzig.
Aber: Das Ergebnis entschädigt für die Mühen. Sehr gut macht sich dann auch das Resultat der Veredelung; insbesondere die selbstgemachten Genfer Streifen (!), die von Ralf Lottermann durchgeführte Vergoldung und die von Hand geschliffenen, polierten und gebläuten Schrauben (wiederum mein Werk, und meine Güte, ist das schwierig).

Tusch!
Mein Respekt vor dem Uhrmacherhandwerk ist noch einmal enorm gestiegen. Und: Jeder Fan mechanischer Uhren sollte einmal im Leben selbst den Versuch machen, eine Uhr zusammenzusetzen …
[1]
http://www.lottermannundsoehne.de/
Mittwoch, 2006-02-08 | 12:28:01 CET
Der Tag, auf den ich mich lange gefreut habe … heute ist er gekommen. Eine Zürcher Augenärztin eröffnete mir, dass ich's geschafft habe, meine Augen genügend zu ruinieren (ein Hoch auf den Job), um eine Brille zu benötigen. Na, sei's drum … gleich Nägel mit Köpfen gemacht und zum Optiker gedackelt. Dank der hervorragenden Empfehlungen der hübschen Blonden dort werde ich ab Samstag eine ausgesprochen elegante Brille tragen. Vielleicht tut mir die Veränderung gut.
Aufgepasst, Frauenwelt! Jan wird zum babe magnet .
Nachtrag, 2006-02-11: Brille schön -stop- leider teuer -stop- tragen komisch -stop-
Sonntag, 2006-02-05 | 20:56:44 CET
Die Ankündigung war kurz und bündig – »Ryoichi Kurokawa: Audiovisuelle Performance. Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20, 21h.« Nachdem ich nichts anderes vorhatte und mich sowohl für Kunst im allgemeinen wie auch für experimentelle elektronische Musik im speziellen begeistern kann, schien es mir genau die richtige Beschäftigung zu sein für diesen kalten Abend. – Die besagte Galerie liegt in einer der eher finsteren Gegenden von Zürich, höflich ausgedrückt, und erwies sich als nicht ganz leicht zu finden für jemanden, der nicht schlau genug war, vorher auf der Website nachzuschauen [1]. Mich empfing ein kahler Raum, der, sagen wir, nicht unbedingt überfüllt war … in der Tat war ich zu dem Zeitpunkt der gerade mal zweite Gast.
Zum Glück sollte das nicht ganz so bleiben, bis zum um eine halbe Stunde verspäteten Beginn der Performance trudelten dann doch noch zwei, drei Handvoll andere Gäste ein. Interessantes Publikum, übrigens. Der Meister selbst [2] war scheinbar nicht anwesend, denn die zwei vorführenden Herren sahen doch gar sehr westlich aus – egal.

Akustisch war die Vorführung durchaus interessant und vielfältig. Eher minimale Loops, von schwebenden ambienten Klängen bis hin zu einem (viel zu kurzen) Ausflug in den Bereich der Geräusche und des Lärms. Abwechslungsreich. Die dazu projizierten sanft glühenden Linien und Flächen, die sich überlagerten, unscharf wurden, dann wieder dünn und hart, kippende, sich windende Strukturen … das hatte schon was. So muss wohl ein Drogenrausch aussehen … – Schade, dass die Vorführung schon nach rund 40 Minuten beendet war. Ein netter Abend.
[1]
http://www.walcheturm.ch/
[2]
http://www.ryoichikurokawa.com/
Projektstart: Codename »Flüssiges Gold«
Donnerstag, 2006-02-02 | 21:20:46 CET
Gestern ist der Startschuss zu meinem nächsten grossen Projekt erfolgt (nicht, dass das »andere« grosse Projekt schon abgeschlossen wäre …) – dieses Jahr will ich endlich mein eigenes Bier brauen. Jawohl, liebe Schweizer, so gross ist die Verzweiflung eines Franken im Zürcher Exil!
Schon seit Herbst letzten Jahres liegt, dank eines Geschenks, ein Teil des nötigen Equipments in meiner Wohnung. In den letzten Tagen bin ich in die konkrete Planungsphase eingetreten und habe gestern noch eine grosse (und leider nicht billige) Order abgesetzt, um die Ausrüstung zu vervollständigen. Gebraut werden soll in den nächsten Wochen.
Ich werde penibel Buch führen und am Ende das Protokoll inklusive Bebilderung als Dokumentation in's Web stellen.
Aktuell zu lösendes Problem: Wo bekomme ich ca. 45-50 Halbliterflaschen her, ohne meinen gesamten Biervorrat im Keller in Rekordzeit leerzutrinken?
Dienstag, 2006-01-31 | 21:26:11 CET
Das dachte ich mir doch damals schon, dass Oslo ein heisser Kandidat auf die teuerste Stadt der Welt ist – als ich mich vor ein paar Jahren als Tourist dort (der von Zürich her Schlimmstes gewöhnt ist …) nochmal so richtig habe erschrecken lassen von den Preisen.
Siehe:
http://www.spiegel.de/reise/metropolen/0,1518,398404,00.html
Bravo, Oslo! Du hast es Tokio gezeigt!
Sonntag, 2006-01-15 | 14:59:31 CET
Ich konnte gestern nacht der Versuchung nicht widerstehen, zum etwa sechsten Mal Mulholland Drive [1] anzusehen, nachdem das letzte Mal mindestens ein Dreivierteljahr zurückliegt. Und einmal mehr war ich begeistert … man hat das Gefühl, bei jedem Durchgang mehr Feinheiten zu entdecken, Zusammenhänge, Querverweise, Bilder. Noch immer packt mich dieser Film, der in vielen (nicht allen) Belangen perfekt zu sein scheint. Die äusserst geschickt aufgezogenen Handlungsstränge, die kuriosen Einschübe, die vielen guten Einfälle, das Surreale, der subtile Horror, die packende Musik, die schon mit den ersten Tönen Gänsehaut macht … dazu der gelungene Schnitt, die vielen Szenen, in denen jeder Blick, jede Geste absolut stimmt – fantastisch. Ich bin besessen von diesem Streifen; nicht ganz so wie die Leute bei Lost on Mulholland Drive [2], aber besessen genug, um mir diesen Geniestreich auch künftig ab und zu zu gönnen – denn mit jedem Sehen scheint der Film noch an Qualität zu gewinnen.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0166924/
[2]
http://www.mulholland-drive.net/home.htm
Samstag, 2006-01-14 | 16:04:34 CET
Gestern abend hat er dann stattgefunden, mein erster Versuch in Sachen Curling. Interessanter Sport, macht Spass! Allerdings: Es ist nicht sonderlich einfach, auch wenn das alles bei Profis federleicht und höchst elegant aussieht, und eben gar nicht schwierig – zu allem Überfluss ist die Sache verdammt anstrengend. Kaum zu glauben! Foto folgt, eventuell.

Nachtrag, 2006-01-19:
Das angekündigte Foto mit den erschöpften Helden. Vierte von rechts: Lea Jauch aus dem Jugend-Team Dübendorf 1 des CCD, die mit viel Charme und Geduld versucht hat, uns den Sport ansatzweise beizubringen, und nicht zu lachen, als wir wie betrunkene Pinguine auf dem Eis hin- und hergepurzelt sind. Danke für das Foto, René!
Sonntag, 2006-01-08 | 17:14:12 CET
… gerade noch so eben mitgenommen, am letzten Öffnungstag der Ausstellung: Johann Heinrich Füssli im Zürcher Kunsthaus. Eine wunderbare Ausstellung, u.a. natürlich auch mit dem berühmten Nachtmahr (in zwei Fassungen). Aber: stark überlaufen. Populär ist der »wilde Schweizer« offenbar durchaus, musste man sich doch praktisch mit Ellenbogeneinsatz durch die kunstbegeisterten Massen kämpfen, die einem, geistesabwesend dem Audio-Guide lauschend, nur allzu häufig auf die Füsse traten oder sonstwie im Weg waren.
Faszinierend vor allem, wie zeitgemäss manche seiner Bilder noch immer wirken, und wie viel Füssli vorweggenommen zu haben scheint von zeitlich weit später folgenden Stilen und Strömungen. Von kühlen, reduzierten Bildern, die vielleicht ein wenig an die »Neue Sachlichkeit« denken lassen (vor allem die Malweise betreffend, nicht die Inhalte), über wilde Pinselstriche im Spätwerk, die man durchaus im Expressionismus verorten könnte, bis hin zum Surrealismus, der ihm sicher manches verdankt. Was für ein Künstler!
Sonntag, 2006-01-08 | 13:49:46 CET
Schöner Nachtrag zu Weihnachten, aus Episode 6x08:
SCULLY: Sorry. Checkout lines were worse than rush hour on the 95. If I heard ›Silent Night‹ one more time I was going to start taking hostages.
Montag, 2006-01-02 | 16:58:00 CET
1. Resident Evil 4 durchspielen, ohne an einer Herzattacke zu sterben (sehr schwierig)
2. die Frau für's Leben finden (noch viel schwieriger)
3. mein erstes eigenes Bier brauen, zuhause (mmh … kann ja nix werden …)
Oh, und bevor ich's vergesse:
4. eine wunderbare Sinn U2 als mein nächstes Traum-Armbandührchen anschaffen (viel zu einfach)
5. mein grosses Projekt fortsetzen (s. ältere Blog-Einträge, reines Vergnügen)


