Füssli im Zürcher Kunsthaus
Sonntag, 2006-01-08 | 17:14:12 CET
… gerade noch so eben mitgenommen, am letzten Öffnungstag der Ausstellung: Johann Heinrich Füssli im Zürcher Kunsthaus. Eine wunderbare Ausstellung, u.a. natürlich auch mit dem berühmten Nachtmahr (in zwei Fassungen). Aber: stark überlaufen. Populär ist der »wilde Schweizer« offenbar durchaus, musste man sich doch praktisch mit Ellenbogeneinsatz durch die kunstbegeisterten Massen kämpfen, die einem, geistesabwesend dem Audio-Guide lauschend, nur allzu häufig auf die Füsse traten oder sonstwie im Weg waren.
Faszinierend vor allem, wie zeitgemäss manche seiner Bilder noch immer wirken, und wie viel Füssli vorweggenommen zu haben scheint von zeitlich weit später folgenden Stilen und Strömungen. Von kühlen, reduzierten Bildern, die vielleicht ein wenig an die »Neue Sachlichkeit« denken lassen (vor allem die Malweise betreffend, nicht die Inhalte), über wilde Pinselstriche im Spätwerk, die man durchaus im Expressionismus verorten könnte, bis hin zum Surrealismus, der ihm sicher manches verdankt. Was für ein Künstler!


