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Uhrenseminar – Lottermann & Söhne

Montag, 2006-02-20 | 20:49:15 CET

Ein grossartiges Erlebnis, für das man gerne bis nach Mannheim fährt – dieses Wochenende bin ich in den Genuss eines Uhrenseminars bei Lottermann & Söhne, Mannheim [1], gekommen. Ziel der Veranstaltung war es, in zwei Tagen, soweit möglich, die Funktion eines einfachen Werks einer Armbanduhr zu verstehen, es zu zerlegen, zu veredeln und wieder zusammensetzen. Idealerweise so, dass es hinterher wieder läuft … versteht sich! Dank der tatkräftigen Mithilfe von Till Lottermann und Franz Wolff, ihres Zeichens Uhrmacher und Seminarleiter, hat das dann auch bei mir so halbwegs geklappt. Aber – wirklich einfach ist das alles nicht. Dass selbst ein so »grosses, einfaches« Werk aus so vielen, so verdammt winzigen Teilen besteht … Wahnsinn.

http://blog.dgbrt.ch/img/2006/seminar1.jpg


Da rutscht einem schon das Herz in die Hose, wenn der ganze »Kleinkram« vor einem liegt. Die kleinsten Schräubchen waren etwa so winzig wie … also, ziemlich winzig.

Aber: Das Ergebnis entschädigt für die Mühen. Sehr gut macht sich dann auch das Resultat der Veredelung; insbesondere die selbstgemachten Genfer Streifen (!), die von Ralf Lottermann durchgeführte Vergoldung und die von Hand geschliffenen, polierten und gebläuten Schrauben (wiederum mein Werk, und meine Güte, ist das schwierig).

http://blog.dgbrt.ch/img/2006/seminar2.jpg


Tusch!

Mein Respekt vor dem Uhrmacherhandwerk ist noch einmal enorm gestiegen. Und: Jeder Fan mechanischer Uhren sollte einmal im Leben selbst den Versuch machen, eine Uhr zusammenzusetzen …

[1] => http://www.lottermannundsoehne.de/

 

Kommentare
 

Wow!

von Schubsi - Dienstag, 2006-02-21 | 13:34:52 CET

Schaut wirklich beeindruckend aus. Aber was genau hat man unter »so halbwegs« zu verstehen? Geht die Uhr nun, oder geht sie nicht? :-)
 

Sie läuft …

von Jan - Dienstag, 2006-02-21 | 16:28:53 CET

 … wie eine Eins, und ich trage sie heute voller Stolz. So halbwegs heisst – ganz ohne Hilfe der Profis geht es einfach nicht. Nur weil alle Teile am rechten Platz und alle Schrauben drin sind (was man tatsächlich relativ schnell lernen kann, das Werk hat »nur« 44 Teile, oder so), muss sie noch lange nicht laufen … – d.h. Till musste helfen beim Fetten und Ölen (es gibt Öle mit verschiedenen Viskositäten, und an bestimmte Stellen muss eine ganz bestimmte Menge eines der Öle / Fette gebracht werden …), ebenso mit einigen Checks, damit sie rund läuft. So etwa muss das Minutenrad etwas »Höhenluft« haben, usw. – die Toleranzen sind verdammt klein. Mit solchen Dingen ist man als Laie definitiv überfordert.

Meine Uhr hatte nach dem Vergolden und zweiten Zusammenbau beschlossen, etwas zu kränkeln, und bedurfte eines scharfen Blicks und behutsamer Eingriffe durch die Experten, um wieder anzulaufen. Fehlersuche ist eine Wissenschaft für sich, selbst bei einem so »einfachen« Werk.