2010
Das »Fest der Liebe« steht vor der Tür …
Donnerstag, 2010-12-23 | 11:17:17 CET
… und jedes Jahr hasse ich den allgegenwärtigen Weihnachts-Klimbim auf's Neue. Der Trubel, der Lärm, die vielen Menschen, der Konsumstress, die abgenudelten Lieder, die Tannennadeln im Wohnzimmer. Arrgh!

Aber obwohl wir zwei schon wieder eine schwierige Zeit hinter uns haben, in der wir erneut mit einem schweren Krankheitsfall in der Familie konfrontiert waren – wenn wir hier nicht glücklich (wenn auch erschöpft) aussehen, dann weiss ich auch nicht. In diesem Sinne vielleicht doch ein Fest der Liebe, und das schönste Geschenk sitzt neben mir.
Ich wünsche allen Freunden, Verwandten und Kollegen ein frohes Fest.
Montag, 2010-11-29 | 20:46:06 CET
Vorgestern hat sich zum zehnten Mal ein für mich einschneidendes Ereignis gejährt, das im wahrsten Sinn mein Leben und natürlich mich verändert hat: am 27. November 2000 hatte ich mich nach einigem Vorbereitungsaufwand, viel Stress und viel Bangen und hochnervös mit einem Einweg-Ticket in den Zug von Nürnberg nach Zürich gesetzt, ohne wissen zu können, wie mein (damals auf drei bis maximal fünf Jahre terminiertes) grosses Auslandsabenteuer ausgehen würde. Ein sehr seltsames Gefühl war das, die Heimat nach 27 Jahren zu verlassen, ohne Garantie, dass ich mein restlos in Einzelteile zerlegtes Leben wieder zusammensetzen können würde.
Der Reichtum an Erfahrungen, die ich in den folgenden zehn Jahren machen durfte, guten wie schlechten, ist riesig, und hat mich reich entlohnt; und über die Dinge, die mir widerfahren sind, könnte man anstelle eines Blog-Artikels ein ganzes Buch schreiben. Dampft man die ganzen zehn Jahre ein auf einige wenige Zeilen, bleibt noch immer genug scheinbar Widersprüchliches zu erzählen: von der herzlichen Aufnahme im Gastland einerseits und beissender Einsamkeit andererseits, von den Schwierigkeiten und der Freude an der um mich herum gesprochenen Sprache (und dem elenden, unlösbaren Konflikt, wie man als Deutscher damit umgehen soll) … von den unglaublich hohen Lebenshaltungskosten und den schockierend tiefen Steuern, die es wieder ausgleichen, von der anfänglichen Achterbahn aus Staunen, Begeisterung und Verzweiflung, sowie von der Prophezeiung einiger Kollegen, die dann nach Jahren doch noch wahr geworden ist – dass ich irgendwann würde bleiben wollen. So ist es nämlich gekommen.
Erzählen könnte ich auch von meinem beruflichen Werdegang, von der völlig neuen Richtung, die ich nach einigen Irrungen und Wirrungen eingeschlagen habe. Von der Erfahrung, die ich gesammelt habe und dem bescheidenen Aufstieg, der mir gelungen ist. Stattdessen könnte ich auch erzählen vom schleichenden Verlust meines fränkischen Zungenschlags im selben Zuge, wie sich Schweizer Satzmelodie, Betonung und auch einzelne Wörter in meine Sprache eingeschlichen haben. Nicht zu reden vom Zwischenmenschlichen; den Freundschaften auf Distanz, von denen über kurz oder lang viele versandet sind, und das leider schneller, als neue lokale Freundschaften entstehen konnten. Von ein paar schwierigen Beziehungen und meiner grossen Liebe, die ich hier inzwischen gefunden habe. Aber auch von seltsamen Gepflogenheiten, an die ich mich gewöhnen durfte (Käsefondue) oder musste (Waschküchenritual, Papierbündeln …). Von einem angerissenen Meniskus beim Schlittenfahren, der dann bei einem abenteuerlichen Auslandsaufenthalt in Singapur, Jahre später, zu flicken war. Und so weiter und so weiter … Geschichten! An vieles habe ich mich gewöhnt, manches lieben gelernt, und schlussendlich gibt es auch immer Dinge, mit denen man nie zurechtkommt. Das Unbegreiflichste für Nichtschweizer in diesem Land dürfte wohl immer noch die Politik sein.
Apropos Politik: Leider, und auch das will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, fällt das zehnjährige Jubiläum meiner Einreise zusammen mit dem – nach der Zustimmung zu der noch unerträglicheren und noch sinnloseren »Minarett-Initiative« [1][2] vor einem Jahr – sehr unerfreulichen Erfolg der »Ausschaffungsinitiative« [3]. Als wäre die Hysterie um die »massenhafte« Zuwanderung vor allem auch aus Deutschland, die wir davor erleben mussten, nicht schon genug gewesen. Die Schweizer haben ihr Land ein Stück weit isoliert und in Europa an den rechten Rand gerückt. Die fremdenfeindlichen Untertöne sind meist nicht so gemeint, aber werden nicht nur im Ausland zwischen den Zeilen eben doch als solche wahrgenommen, und mein Gastland ist mir auf diese Weise leider, so wohl ich mich hier noch immer fühle, ein Stück unbegreiflicher geworden. Zum Glück erlebe ich im Alltag, Tag für Tag, die Schweizer als das, was sie eigentlich sind – ein herzensgutes, freundliches Volk, das mich gut aufgenommen hat – allerdings auch deswegen, weil ich mich wie ein Gast benommen und mein Gastland respektiert habe.
Schlussendlich bleibt mir nur festzuhalten: es hat sich gelohnt. Der Wendepunkt in meinem Leben vor zehn Jahren war der Startpunkt für eine bunte Reise durch einen spannenden Lebensabschnitt. Ich verdanke der Schweiz einiges, aber der entscheidende Punkt ist immer noch der Ruck, den man sich geben muss, will man einen solchen Schritt machen. Ich kann nur jeden ermutigen, wenigstens einmal in seinem Leben etwas ganz Neues anzufangen.
[1]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=05b7d9
[2]
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Minarettstreit
[3]
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Schweizer-haben...
Auch eine Sicht der aktuellen Korea-Krise …
Donnerstag, 2010-11-25 | 23:08:27 CET
Ohne weitere Worte [1].
[1]
http://www.theregister.co.uk/2010/11/25/palin_north_korea/
Sonntag, 2010-11-21 | 20:54:38 CET
Hilfe, es ist schon bald wieder soweit. Lebkuchen und Schokolade in allen Läden, und der Wind um die Häuser wird auch immer frischer. War nicht eben noch Sommer? Haben wir den Herbst übersprungen? Und was soll ich verschenken? Fragen über Fragen …
Sonntag, 2010-10-03 | 21:15:59 CET
Hatte gestern abend die Gelegenheit, einen Künstler live zu erleben, der unter dem Namen »Strotter Inst.« [1] auftritt – sensationell. Noch nie gesehen, dass man derart verrückte Dinge mit alten Plattenspielern anstellen kann, da kann jeder normale DJ zusammenpacken und heimgehen … sehr cool. Und der dabei entstehende Sound ist erstaunlich variabel, von sanft bis hart – und herrlich lärmig. Da schlägt mein Industrial/Avantgarde-Herz höher. Wer die Chance hat, den Herrn mit seinen Maschinen zu erleben, sollte sich das nicht entgehen lassen.
[1]
http://www.strotter.org/ch_news/index.html
Mittwoch, 2010-09-22 | 23:10:40 CET
Über ihre blosse Existenz hatte ich mich vom ersten Tag in der Schweiz an stets gewundert; eine Vignette für's Fahrrad? Verrückt … nach bald zehn Jahren habe ich mich aber so daran gewöhnt, sie einmal im Jahr auf mein »Velo« zu kleben (für den nicht ernsthaft erwarteten Fall, ich würde es doch mal benutzen), da werde ich sie jetzt fast vermissen. Denn: sie wird abgeschafft. [1] Erst die Sache mit dem »Bü-hü-hündnerfleisch«, jetzt noch das – in der Schweiz ist etwas los.
[1]
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Velovignette-hat-au...
Politik, endlich einmal nicht trocken
Mittwoch, 2010-09-22 | 23:01:42 CET
Zeit wurde es. Wahnsinnig viel bewirkt hat der Mann in seinem Amt nicht, aber so ziemlich am Ende seiner Amtszeit (just heute gab's Ersatz für ihn) hat er mindestens für einen kräftigen Lacher im Parlament gesorgt: Hans-Rudolf Merz. [1]
[1]
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,718979,00.html
Donnerstag, 2010-08-26 | 20:24:10 CET
… nach einer abwechslungsreichen, schönen, heissen Woche auf Mallorca. Und ja, auch dort gibt es noch wirklich romantische Flecken.

Montag, 2010-08-09 | 23:05:25 CET
Ich hab ja theoretische Informatik weitgehend gehasst, im Studium, aber da kommt sogar bei mir wohlwollendes Interesse auf. [1] Holt sich der Kandidat die Million?
[1]
http://science.slashdot.org/story/10/08/08/226227/Claimed-Proof-...
Filmtipp Juli: Mulholland Drive
Montag, 2010-07-26 | 20:50:47 CET
Das soll nun also der zwölfte und – nach mittlerweile also einem vollen Jahr – vorerst letzte Beitrag der Reihe »Filmtipp des Monats« sein … und für welchen Streifen denn sonst könnte ich diesen Artikel reservieren, wenn nicht für meine persönliche Nummer 1, den brillanten, nahezu makellos gemachten Psychohorror und verfilmten Albtraum Mulholland Drive [1] vom Regiewahnsinnigen David Lynch, der wohl dieses Meisterwerk selbst nicht mehr wird überbieten können (war doch das Coolste an Inland Empire der Titel und die grosse Kunst der Hauptdarstellerin, ansonsten schwer zu ertragen). Und ja, eifrige Leser meines Blogs erinnern sich, dass ich mich schon 2006 sehr lobend über Mulholland Drive ausgelassen hatte. [2] Macht nix.

Die Rahmenhandlung versuche ich erst gar nicht mehr wiederzugeben, das haben andere eh schon besser gemacht als ich es je könnte (und ein riesiges Gebäude an Theorien zu dem Streifen geschaffen). Fast am faszinierendsten sind für mich die kleinen Episoden und Einschübe, die nicht immer zwingend mit der Haupthandlung zu tun haben, oder nur sehr am Rande. Der ame Kerl, der im »Winkie's Diner« seine schlimmsten Ängste durchleben muss … und stirbt. Der rätselhafte Mann im Rollstuhl hinter einer Glasscheibe – der durch Schweigen Entscheidungen zu treffen vermag. Die Telefonkette, die mit wenigen Worten auskommt. Die Mafia-Brüder (in einer köstlichen Nebenrolle: der Komponist des fantastischen Soundtracks, Angelo Badalamenti), die ihre Fäden ziehen und dazu auch einmal einen Regisseur und sein Management mit einer Espresso-Verkostung (!) verängstigen … oder einem sehr, sehr komischen Cowboy. Und so könnte man weiter und weiter aufzählen …

Man kann diesen Streifen als klassischen Psychothriller, böse Dekonstruktion von Hollywood oder als filmisches Rätsel lesen – gerade diese Reichhaltigkeit macht seinen Reiz aus. Und so hat er es geschafft, auch nach rund acht Jahren interessant für mich zu bleiben.
Was bleibt zu sagen? Mag Lynch noch so ein komischer Kauz und Mulholland Drive sein einziger wirklich rundum gelungener Streifen sein (obwohl auch Eraserhead und Lost Highway in einer ähnlichen Liga spielen), so muss man ihm attestieren dass er hier den Höhepunkt seiner Kunst gefunden hat. Solange die Filmwelt neben Popcorn und Blockbustern noch solche Juwelen produziert, bleibt Kino eine aufregende Sache.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0166924/
[2]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0517d6
Sonntag, 2010-07-25 | 17:43:47 CET
… das gibt es nach wie vor im Il Grissino am Berner Waisenhausplatz. Diesen Samstag einmal mehr festgestellt. Es würde mich nicht wundern, wäre es das beste der Welt … da verzeiht man dem Restaurant auch, dass es scheinbar keine Homepage hat. Egal!
Update, 2010-07-26: Und selbstredend habe ich besagtes Tiramisu mit der besten, herzigsten und liebenswertesten Frau eingenommen. Ein gutes Restaurant bringt einem da einfach zwei Löffel.
Montag, 2010-07-12 | 23:04:24 CET
… diese dämliche WM. Und meine Güte, hab ich viele spanische Nachbarn. Scheinbar.
Sonntag, 2010-07-11 | 19:50:01 CET
Heute oute ich mich als grossen Fan von Top Gear, einer ziemlich schrägen und höchst erfrischenden Autosendung der BBC [1], zu der es auch ein recht witziges Magazin gibt [2]. Seit ich die Serie kenne, könnte ich die Cablecom verfluchen, die BBC aus dem Analogprogramm genommen zu haben. Aber Rettung naht – vielleicht: Kabel 1 bringt, vorerst leider nur zehn Folgen (glaube ich), die coole Show in's deutsche Fernsehen. Ob mit schauderhafter Synchro oder störenden Untertiteln, man weiss es noch nicht so genau, aber besser so als gar nicht. Pflichtprogramm!
Update, 2010-07-17: Oweia, synchronisiert. Und wie schlecht. Da geht ein guter Teil des Charmes verloren … na, trotzdem war's lustig, wie die drei versucht haben, in Supersportwagen zu übernachten. Angesetzt ist das Ganze im übrigen auf nur sechs Folgen.
[1]
http://www.bbc.co.uk/topgear/index.shtml
[2]
http://www.topgear.com/uk/
[3]
http://www.kabeleins.ch/auto/top-gear/
Filmtipp Juni: The Good The Bad The Weird
Sonntag, 2010-06-27 | 15:32:16 CET
Unsere kleine Serie von Filmtipps neigt sich dem Ende zu (nach einem Jahr soll Schluss sein) – dafür gibt es heute noch ein ganz spezielles Schmankerl: einen koreanischen (!) Western. Vorhang auf für The Good The Bad The Weird von Kim Jee-Woon [1], einem Regisseur, der mir schon durch A Tale of Two Sisters (ebenfalls sehenswert) ein Begriff war.

Der Mann hat sich durch den garstigen Humor von Quentin Tarantino ein wenig inspirieren lassen, und so haben wir's mit einem in manchen Szenen brutalen, aber insgesamt doch sehr, sehr lustigen Streifen zu tun, in dem vor allem Song Kang-Ho (The Host, Thirst ) sein komisches Talent voll ausspielen kann. Als »The Weird« raubt er eine vermeintlich höchst wertvolle Schatzkarte, die Bösewicht »The Bad« (ein Schöni mit einem guten Touch Jack Sparrow) zurückholen soll. Beide wiederum werden gejagt von »The Good«, einem Kopfgeldjäger, und haben bald nicht nur ein wildes Volk der Mandschurei, sondern auch die japanische Armee auf dem Hals.

In der Folge mangelt es nicht an wilden Verfolgungsjagden und bunten, flott choreographierten Schlachten, gewürzt mit witzigen Einfällen (ein alter Taucherhelm als Kugelschutz!) und einem hervorragenden Soundtrack. Schade, dass einige Schnitte in der Handlung sichtbare Lücken gerissen haben, aber die »Deleted Scenes« auf der DVD beheben das. Ansonsten – toll aufgenommen, flott gemacht, höchst unterhaltsam. Unbedingt im Originalton ansehen …
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0901487/
Sonntag, 2010-06-20 | 17:54:59 CET
Nachdem es neulich schon jemand (erfolglos) mit dem guten, alten Vorschussbetrug bei mir versucht hat [1], bin ich jetzt auch noch in's Fadenkreuz der Kaffeefahrtveranstalter geraten. Eigentlich hätte ich ja CHF 2'000 gewonnen, hätte aber »meinen Gewinn nicht abgeholt!« und konnte »telefonisch nicht erreicht werden!« – am 14. Juli habe ich nun zum Glück die einmalige Chance, den Gewinn persönlich in bar entgegenzunehmen, dazu ein paar Geschenke wie einen »Computer-Laptop für den Herren« und eine »Espresso-Maschine für die Dame«. Ich muss mich dann bestimmt nur vier Stunden im Nebenzimmer eines einsam gelegenen Landgasthofs einsperren lassen, um für viele tausend Franken teure Rheumamatrazen zu kaufen. Muss ich mir alt vorkommen, wenn ich plötzlich zur Zielgruppe solcher Gauner gehöre?
[1]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0157da
Technischer Fortschritt [GEEK POST]
Sonntag, 2010-06-06 | 11:27:05 CET
Soso. Mobiltelefone können also bis zu fünfzehn Mal schneller sein [1] als eine Cray 1 [2] (5.5 Tonnen Gewicht), jedenfalls pro CPU. Erstaunlich.
[1]
http://www.walkingrandomly.com/?p=2684
[2]
http://de.wikipedia.org/wiki/Cray-1
Filmtipp Mai: Hansel and Gretel
Montag, 2010-05-24 | 19:15:44 CET
Hansel and Gretel [1], ein weiterer interessanter koreanischer Film, lässt sich zwar nur entfernt vom gleichnamigen Grimm'schen Märchen inspirieren und weiss nicht recht, ob er ein Gruselfilm sein will, oder – wie der Untertitel sagt – nur eine »dark fantasy«, hat aber atmosphärisch und in Sachen Set-Design einiges zu bieten.

Eun-soo gerät nach einem Autounfall auf einer abgelegenen Landstrasse in einen finsteren Wald und findet dort ein eigenartiges Haus, das von drei Kindern mit ihren vermeintlichen Eltern bewohnt wird und mehr als seltsam eingerichtet ist. Aber die Möbel, die vielen Stofftiere und seltsamen Wandgemälde sind natürlich nicht das einzige, was an dem Haus und seinen Bewohnern nicht stimmt. Und wie es sich mit solchen Geschichten so verhält, findet Eun-soo auch partout nicht mehr nachhause und bleibt länger, als ihm lieb sein kann …

Leider verpasst dieser ungewöhnliche Streifen knapp die Chance, richtig gut zu sein – und bleibt damit ein zwar trotzdem sehenswerter, aber eben kein wirklich herausragender Film. Zu lang zieht sich die Geschichte hin, zu viele lose Enden und eigenartige Wendungen lassen den Zuschauer unbefriedigt. In der Kuriositätensammlung sollte er aber nicht fehlen … es gibt eine deutsche Synchronfassung auf DVD, die leider mit einem wenig gelungenen Cover verunziert ist und keinen koreanischen Originalton mitbringt, aber von der Bildqualität her dem visuell starken Film mehr als gerecht wird.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt1002567/
Öfter mal was Neues – Nigeria Scam per Briefpost
Freitag, 2010-05-14 | 22:00:47 CET
Habe ich doch heute einen Brief (jaja, richtig aus Papier und mit Kuvert drum) im Briefkasten, von einem spanischen Anwalt, bei dem mir auch sonst einiges »spanisch« vorkommt. Eine grössere Geldsumme wartet nur darauf, durch mich eingezogen zu werden – und in weiten Teilen klingt der Brief fast noch glaubhaft, selbst mit der Webpage der Kanzlei [1] hat man sich Mühe gegeben. Wenn, ja wenn der Name »Kaale« nicht bei Anti-Fraud International [2] zu finden wäre und das alles stark nach einem guten alten 419er- bzw. »Vorschussbetrug« ([3], schönes Wort, gell?) riechen würde. Aber auf Papier habe ich sowas wirklich noch nie bekommen. Nicht zu glauben. Acht komma acht Millionen Euro!
Aber wie sagt so schön einer der Kommentatoren bei [4] – »Robert Kaale kennt verdammt viele Verstorbene mit 8.8 Mio. im Sicherheitsschließfach. Heute hat er den Trick bei mir probiert« … tja, und heute bei mir.
[1]
http://www.esperanzaassoc.net/files/index.html
[2]
http://antifraudintl.org/
[3]
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorschussbetrug
[4]
http://www.damaschke.de/notizen/index.php/neues-von-onkel-anders...
Montag, 2010-04-26 | 21:24:02 CET
Heute soll es um ein kleines, herrlich düsteres, aber leider mehr oder weniger vergessenes und stark unterschätztes Juwel gehen: Dark City [1] von Alex Proyas, einer Art »kleinen Schwester« des gehypten Matrix, dessen kommerzieller Erfolg ersterem Film das Leben leider unnötig schwer gemacht hat.

John Murdoch wacht ohne Gedächtnis in einem düsteren Badezimmer in einer kulissenhaften, surrealen und stets dunklen Stadt auf; im Nebenzimmer liegt eine Tote und schnell wird er von Wesen in langen dunklen Gewändern gejagt, deren Absichten nicht so schnell klar werden. Zu allem Überfluss fallen stets um Mitternacht die Menschen um ihn herum in tiefe Ohnmacht, und während dieser Zustand andauert, verformt sich die Stadt, streckt und reckt sich, Gebäude entstehen und werden vom Erdboden getilgt. Und nicht nur das: auch die Rollen, die den Einwohnern zugeteilt sind, wechseln ständig …

Ich will's nicht verschweigen, der Film hat durchaus seine Mängel und ist kein makelloses Meisterwerk – der Hauptdarsteller ist nur zweitklassig, Kiefer Sutherland ist in einer wirklich nervigen (und schlecht gespielten) Rolle zu sehen, und auch die Story hat so ihre Probleme, die im klischeehaften, eher einfach gestrickten finalen Kampf gipfeln. Und doch … irgendetwas hat Dark City, das mich bis heute nicht losgelassen hat, und wenn es nur das sensationelle Set Design und die resultierende Atmosphäre ist. – Mit etwas Glück bekommt man die attraktivere »Director's Cut«-Fassung, zumindest als Region Code 1 in NTSC, die ich hiermit auch empfehlen will.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0118929/
Sonntag, 2010-04-25 | 21:48:16 CET
Wer sich wundert, dass es schon wieder geraume Zeit verdächtig ruhig war auf meinem Blog – erst hat mich einmal mehr mein Job praktisch aufgefressen, dann war eine lange ersehnte, mehr als überfällige und äusserst mühsam erkämpfte Woche Urlaub angesagt. In der hat es dann gereicht für ein paar Tage Wellness in Dornbirn [1] bei den Nachbarn im Osten, inklusive Abstecher nach Bregenz und Lindau (auch die Nachbarn im Norden kamen nicht zu kurz), bei teils sehr gutem Wetter. Ach, und am Freitag habe ich dann endlich meinen Wagen geschrubbt und die vielen eingesammelten Fliegen wieder entfernt. So schnell können Ferien vorbei sein, *seufz*
[1]
http://www.dornbirn.at/
Montag, 2010-03-29 | 21:20:48 CET
Finden Sie den Fehler ;-)

Entdeckt auf dem Blechkasten einer bekannten Schweizer Zeitung, die hier nicht genannt werden soll *räusper* (auf dem Weg zum Lunik-Konzert gestern abend, das übrigens prima war).
Sonntag, 2010-03-28 | 16:49:25 CET
Über dieses neue, böse Glanzstück [1] von Lars von Trier (jaja, schon wieder …) ist in den letzten Monaten so viel geschrieben worden, dass man dazu kaum mehr recht viel sagen muss. In diesem Sinne heute also ein etwas »gängigerer« Streifen, und ausnahmsweise mal keiner aus Korea …

In einem hypnotisierenden Mix aus extrem stilisierten und dokumentarisch wirkenden Bildern erzählt Antichrist die Geschichte eines namenlosen Paars (herausragend gespielt von Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg, letztere zurecht prämiert in Cannes als beste Schauspielerin), das seinen Sohn bei einem Unfall verliert. In der Folge ziehen sich beide in einer alten Waldhütte zurück, wo er mit ihrem wahren (?) Wesen konfrontiert wird.

Über den sprechenden Fuchs und zwei, drei wahrlich grausame Szenen hat es viel Aufregung und Naserümpfen gegeben, aber wer sich bei diesem Film nur darauf konzentriert, hat das eigentliche verpasst. »Nature is Satan's church«, sagt der weibliche Charakter in einer Szene, und Antichrist lässt es einen nahezu glauben. – Düster, beängstigend, unvergesslich.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0870984/
Kleines Sprachrätsel im Frühling …
Donnerstag, 2010-03-25 | 21:32:47 CET

(gefunden auf
http://www.tagesanzeiger.ch/ )
Sonntag, 2010-03-21 | 13:41:13 CET
… so die interessanten Namen der drei auftretenden Künstler bei einem ungewöhnlichen Konzert im Keller des »Bazillus« [1] in Zürich, gestern abend. Während der erste mit einer Vielzahl blinkender Kästchen, einer Blechplatte, einem Zuckerstreuer und einigen anderen Utensilien operierte (etwas beliebig, aber immerhin live improvisiert), zeigte die zweite Band eine faszinierende Performance mit E-Gitarre, Drums und ein paar elektronischen Gadgets im Licht zweier einzelner roter Glühbirnen. Erst der dritte Musiker machte es dem Publikum leicht, ihn in eine gängige Schublade zu packen – er führte das übliche Programm zahlreicher Laptop-Artisten der Industrial- und Dark-Ambient-Szene vor, böse Filmchen im Hintergrund und vorproduzierte Klänge aus der Konserve, die den Bereich des monotonen Gedröhnes nicht verliessen … zumindest, so lange ich noch dabei war. Trotz dieses schwachen Abschlusses ein gelungener Abend.
[1]
http://www.bazillusclub.ch/
Montag, 2010-02-22 | 19:58:27 CET
Also, die Steuersätze sind ja zugegebenermassen tief, in der Schweiz, und ich weiss das sehr zu schätzen (und im Gegensatz zu so manchem anderen zahle ich meine Steuern auch wirklich, statt mein Geld auf dubiosen Wegen zu verstecken …). Aber nicht klaglos. Klagen darf man! Denn so vorteilhaft, wie's ist, dass man mit dem Geld – anders als in Deutschland – arbeiten und es gewinnbringend anlegen kann, um dann die Steuer einmal im Jahr zu zahlen, hat es eben doch etwas Deprimierendes, wenn schliesslich die jährliche, geistig verdrängte Rechnung in's Haus flattert. Wie heute die meine, über CHF 18'923.70. Uff!
Sonntag, 2010-02-21 | 21:07:58 CET
In Cure [1] von Kiyoshi Kurosawa ermittelt Inspektor Takabe in einer rätselhaften Serie von Morden, die aus heiterem Himmel zu geschehen scheinen und die Täter selbst so verwirren wie die Polizei. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Thriller beginnt (wenn auch in langen Einstellungen und ohne viele Worte), bekommt schliesslich einen übersinnlichen Touch.

Das grundlose Töten als schleichende Krankheit, die um sich greift und jeden zum Mörder machen kann – ein interessantes Motiv, das diesen Film bestimmt, und in Zeiten ansatzloser Gewalt auf den Strassen fast eine gewisse Aktualität gewonnen hat. Dazu ein Schuss Mesmerismus und Hypnose, Visionen und Symbole, schon ist der japanische Schauerfilm perfekt … und vom mehr als bösen Ende war noch nicht einmal die Rede: in den letzten Sekunden gilt es gut aufzupassen.

Ein subtil beängstigender Film von einer merkwürdigen Ruhe, der seinen ganzen Sog erst nach mehrfachem Betrachten entfaltet. Auf seine Art ein Juwel (und ganz und gar kein üblicher Asia-Horror).
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0123948/
Sonntag, 2010-02-21 | 20:13:14 CET
Wenn wir schon gerade bei Filmen sind (Tipp für Februar folgt gleich) – Up in the Air [1] gesehen am Samstag, super. Ansehen!
[1]
http://www.imdb.com/title/tt1193138/
Sonntag, 2010-01-24 | 14:59:54 CET
Im grossen, absolut sehenswerten Erstling Moon [1] des Nachwuchsregisseurs Duncan Jones, der mit wenig Budget sehr viel erreicht, geht es letztlich um die Einsamkeit auf einer abgelegenen Mondstation und ihre Auswirkungen auf den Menschen, aber auch um einen skrupellosen Energiekonzern der Zukunft und dessen hässliche Methoden.

Sam Rockwell glänzt schauspielerisch in einer anspruchsvollen Doppelrolle als Sam Bell (mehr sei nicht verraten), der endlich bald seine einsame Dreijahresschicht auf der Rückseite des Monds hinter sich hat, wo er den Abbau von Helium-3 überwacht. Ein Unfall jedoch führt zu einer bösen Überraschung … und bald ist Sam nicht mehr alleine. Wer Monsterhorror erwartet, sieht sich aber getäuscht – Moon ist mehr eine ruhige, psychologische Studie als alles andere.

Jones sagt denn auch, er wollte »Science Fiction for grown-ups« machen, mit klassischen Tricks (Modelle vor CGI) und Motiven aus Filmmeilensteinen seiner Jugend (2001, Alien, …). Das ist ihm mit Moon mehr als gelungen, und man darf gespannt sein, was er als nächstes ausheckt. Klare Empfehlung!
Update, 2010-07-16: Nachdem es der Film endlich auch in's Kino geschafft hat, gibt es jetzt noch ein paar professionelle Reviews, und oh Wunder – der SPIEGEL ist begeistert. [2] Schön.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt1182345/
[2]
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,706862,00.html
Samstag, 2010-01-23 | 16:13:49 CET
… und den neuen Wagen, der schon lange angekündigt war, habe ich dann übrigens heute endlich in Besitz nehmen können. Wunderbares Auto. Wenn nur das Wetter schöner wäre …
Was zeigt mir, dass mein Zahnarzt zu viel an mir verdient?
Donnerstag, 2010-01-21 | 22:10:22 CET
Antwort: wenn er mir als Geschenk ein Taschenbuch von Martin Suter bis in die Schweiz schickt, mit einer angehefteten Visitenkarte und der Bemerkung »in Würdigung unserer langjährigen, angenehmen Kooperation« – nachdem ich meine letzte Rechnung von einigen hundert Euro überwiesen habe. Irgendwas läuft da falsch :-)
Und am Abend noch etwas Leichtes …
Mittwoch, 2010-01-20 | 21:35:06 CET
… für's Gemüt. [1]
[1]
http://kunden.ausderhoelle.de/
Die Sache mit dem Personalausweis
Dienstag, 2010-01-19 | 22:29:45 CET
Das Jahr 2010 begann mit zwei kleinen Überraschungen. OK, einer kleinen und einer etwas grösseren. Schon länger hatte ich im Hinterkopf, es müsse wohl bald soweit sein – dass mein deutscher Personalausweis (für meine Schweizer Leser: das Gegenstück zur »ID«) abläuft, ich mich mithin mit dem Thema Verlängerung werde herumschlagen müssen. Und siehe da, so war es; Ablauf bereits im Februar (Überraschung, kleine).
Diverse Horrorszenarien im Kopf: ich werde mich für einige Zeit nur mit dem unpraktischen (weil zu grossen) Reisepass ausweisen können, der dann in etwas mehr als einem Jahr ebenfalls fällig wird; dazu Bilder einer strapaziösen Verlängerung vor dem geistigen Auge … die genauen Bestimmungen für zur deutschen Norm konforme Ausweisfotos ermitteln, einem Schweizer Fotografen einbläuen (ja, mit »ä«), Fotos schiessen (Horror), mit diesen am Ende noch nach Bern zum Konsulat, dort sind sie dann nicht gut genug, nachdem ich vier bis sechs Stunden angestanden bin, oder es fehlt sonst etwas (Horror) usw. usf.
Aber irgendwie muss es ja doch sein, denke ich, und das relativ bald. Also die Recherche begonnen, und schon lande ich bei einer wunderbar konzisen Erläuterung [1]: »Bitte beachten Sie, dass im Ausland lebende Deutsche derzeit leider keinen Personalausweis beantragen können. Wir bitten darum, bis dahin von Anfragen abzusehen.« – Augen ungläubig gerieben (Überraschung, grosse), und zwei weitere halbwegs glaubhafte Quellen unterfüttern schliesslich das Ganze [2][3], wobei v.a. die letztere interessant ist, verrät sie mir doch, dass ich zwar a) momentan tatsächlich keinen Anspruch auf einen neuen »Perso« habe, ich es aber immerhin versuchen kann, in Deutschland, und mit Glück und Goodwill vielleicht einen bekomme, gnädigerweise, aber eigentlich auch keinen brauche (es gilt der Pass), all das aber im November 2010 auch schon wieder ändert. Deutsche Bürokratie, wie hab ich dich vermisst, hurra. Fast wie früher, fast wie daheim. Aber die gute Nachricht: vorerst keine Fotos. Vorerst keine Spritztour nach Bern. Vorerst. Der Ablauf des Reisepasses kommt bestimmt, und da muss es dann sein.
[1]
http://www.bern.diplo.de/Vertretung/bern/de/11_20Passstelle/Pers...
[2]
http://de.wikipedia.org/wiki/Auslandsdeutsche
[3]
http://l2rm.net/personalausweis/


