Filmtipp April: Dark City
Montag, 2010-04-26 | 21:24:02 CET
Heute soll es um ein kleines, herrlich düsteres, aber leider mehr oder weniger vergessenes und stark unterschätztes Juwel gehen: Dark City [1] von Alex Proyas, einer Art »kleinen Schwester« des gehypten Matrix, dessen kommerzieller Erfolg ersterem Film das Leben leider unnötig schwer gemacht hat.

John Murdoch wacht ohne Gedächtnis in einem düsteren Badezimmer in einer kulissenhaften, surrealen und stets dunklen Stadt auf; im Nebenzimmer liegt eine Tote und schnell wird er von Wesen in langen dunklen Gewändern gejagt, deren Absichten nicht so schnell klar werden. Zu allem Überfluss fallen stets um Mitternacht die Menschen um ihn herum in tiefe Ohnmacht, und während dieser Zustand andauert, verformt sich die Stadt, streckt und reckt sich, Gebäude entstehen und werden vom Erdboden getilgt. Und nicht nur das: auch die Rollen, die den Einwohnern zugeteilt sind, wechseln ständig …

Ich will's nicht verschweigen, der Film hat durchaus seine Mängel und ist kein makelloses Meisterwerk – der Hauptdarsteller ist nur zweitklassig, Kiefer Sutherland ist in einer wirklich nervigen (und schlecht gespielten) Rolle zu sehen, und auch die Story hat so ihre Probleme, die im klischeehaften, eher einfach gestrickten finalen Kampf gipfeln. Und doch … irgendetwas hat Dark City, das mich bis heute nicht losgelassen hat, und wenn es nur das sensationelle Set Design und die resultierende Atmosphäre ist. – Mit etwas Glück bekommt man die attraktivere »Director's Cut«-Fassung, zumindest als Region Code 1 in NTSC, die ich hiermit auch empfehlen will.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0118929/


