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Die Sache mit dem Personalausweis

Dienstag, 2010-01-19 | 22:29:45 CET

Das Jahr 2010 begann mit zwei kleinen Überraschungen. OK, einer kleinen und einer etwas grösseren. Schon länger hatte ich im Hinterkopf, es müsse wohl bald soweit sein – dass mein deutscher Personalausweis (für meine Schweizer Leser: das Gegenstück zur »ID«) abläuft, ich mich mithin mit dem Thema Verlängerung werde herumschlagen müssen. Und siehe da, so war es; Ablauf bereits im Februar (Überraschung, kleine).
Diverse Horrorszenarien im Kopf: ich werde mich für einige Zeit nur mit dem unpraktischen (weil zu grossen) Reisepass ausweisen können, der dann in etwas mehr als einem Jahr ebenfalls fällig wird; dazu Bilder einer strapaziösen Verlängerung vor dem geistigen Auge … die genauen Bestimmungen für zur deutschen Norm konforme Ausweisfotos ermitteln, einem Schweizer Fotografen einbläuen (ja, mit »ä«), Fotos schiessen (Horror), mit diesen am Ende noch nach Bern zum Konsulat, dort sind sie dann nicht gut genug, nachdem ich vier bis sechs Stunden angestanden bin, oder es fehlt sonst etwas (Horror) usw. usf.
Aber irgendwie muss es ja doch sein, denke ich, und das relativ bald. Also die Recherche begonnen, und schon lande ich bei einer wunderbar konzisen Erläuterung [1]: »Bitte beachten Sie, dass im Ausland lebende Deutsche derzeit leider keinen Personalausweis beantragen können. Wir bitten darum, bis dahin von Anfragen abzusehen.« – Augen ungläubig gerieben (Überraschung, grosse), und zwei weitere halbwegs glaubhafte Quellen unterfüttern schliesslich das Ganze [2][3], wobei v.a. die letztere interessant ist, verrät sie mir doch, dass ich zwar a) momentan tatsächlich keinen Anspruch auf einen neuen »Perso« habe, ich es aber immerhin versuchen kann, in Deutschland, und mit Glück und Goodwill vielleicht einen bekomme, gnädigerweise, aber eigentlich auch keinen brauche (es gilt der Pass), all das aber im November 2010 auch schon wieder ändert. Deutsche Bürokratie, wie hab ich dich vermisst, hurra. Fast wie früher, fast wie daheim. Aber die gute Nachricht: vorerst keine Fotos. Vorerst keine Spritztour nach Bern. Vorerst. Der Ablauf des Reisepasses kommt bestimmt, und da muss es dann sein.

[1] => http://www.bern.diplo.de/Vertretung/bern/de/11_20Passstelle/Pers...
[2] => http://de.wikipedia.org/wiki/Auslandsdeutsche
[3] => http://l2rm.net/personalausweis/

 

Kommentare
 

Die gleichen Probleme ueberall …

von Mirko - Freitag, 2010-01-22 | 3:46:48 CET

Witzig, dass wir uns da gerade fast zeitgleich mit den gleichen Problem herumschlagen muessen. Ich habe gerade erst letzte Woche einen sauer verdienten Urlaubstag opfern muessen, um nach Los Angeles zum Deutschen Generalkonsulat zu pilgern, um dort meinen neuen Reisepass zu beantragen.
Im Vorfeld gab's da auch die eine oder andere Schwierigkeit: (1) ich hatte mich nie in Deutschland abgemeldet, und fuer einen im Ausland ausgestellten Reisepass braucht man eine Abmeldebestaetigung, und (2) von meiner Geburtsurkunde habe ich nur eine uralte, unbeglaubigte Kopie, aber kein Original. War dann aber alles halb so schlimm. Abmelden kann man sich auch ohne persoenlich vorzusprechen, und die normale Kopie von der Geburtsurkunde war auch ausreichend. Sogar die Passfotos wurden ohne Klagen akzeptiert. In ca. 10 Minuten war die ganze Sache erledigt, inklusive biometrischer Fingerabdruckerfassung. Ich weiss ja nicht wie das Konsulat in Bern so ist, aber die Leute in LA sind auf Zack. Na ja, ich sollte den Tag vielleicht nicht vor dem Abend loben … das war nur die Beantragung … mein neuer Reisepass soll in ca. 6 bis 7 Wochen per FedEx kommen, hoffentlich rechtzeitig fuer unseren Urlaubstrip nach Belize im April. Also: Daumen druecken!
 

Die drück ich gerne …

von Jan - Freitag, 2010-01-22 | 5:52:13 CET

Viel Glück! – Das Theater mit dem Pass kommt bei mir dann 2011, und ich könnte schwören, dass die Kollegen in Bern nicht so auf Zack sind wie die in LA, ich hab da schon ein paar Geschichten gehört …
 

bureaucratie

von AnneCatherine - Montag, 2010-02-01 | 17:10:02 CET

Liebe Herren

gerne mache ich für euch eine Führung durch das ebenfalls SEHR effiziente französische Konsulat in Zürich. Immerhin werde ich nicht mehr beschimpft wie früher, bloss kostet mich der anschlkiessende Nervenarzt ein Vermögen.
Ich kann nur sagen: die vielbeschimpfte Schweizer Bürokratie ist dagegen der reinste Schnellzug!