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2016
 

 

Fröhliche Weihnachten!

Samstag, 2016-12-24 | 14:09:58 CET

Ein Jahr der Schrecken, das da zuende geht … aber alles Furchtbare, das uns 2016 gebracht hat, vergessen wir jetzt am besten mal einen oder zwei Tage lang. Das sollte drin liegen … ein Mini-Urlaub von der Welt. Und eine Kerze anzünden, und um einen Baum sitzen.

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Sei er grün oder weiss.

November 2016
 

Amerika, Teil 3

Mittwoch, 2016-11-09 | 23:15:47 CET

Zum heutigen Wahlausgang fällt mir buchstäblich nichts mehr ein, mindestens nichts bislang Ungedachtes, Ungeschriebenes.

Aber wie schon andere richtig bemerkt haben, hatte dieser Wahlkampf inklusive Ausgang etwas von einem schrecklichen Verkehrsunfall: man will nicht hinsehen, aber kann irgendwie auch nicht anders. So sehe also auch ich hin, und widme meinen dritten Artikel zu Amerika nicht einem Urlaub, oder einer deprimierenden Fernsehserie, sondern der noch deprimierenderen Wirklichkeit – und den Dingen, die ich heute gelernt habe.

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1. Ich habe heute gelernt, dass die Vorhersage von Wahlausgängen ein schwieriges Geschäft ist, und offenbar auch die smartesten Modelle den Aufwand nicht wert sind.

2. Ich habe heute gelernt, dass man lügen, bei den Steuern tricksen, Familien gefallener Soldaten verhöhnen, sich über Behinderte lustig machen, seinem politischen Gegner Gefängnis androhen, den Bau von Mauern zu Nachbarländern ankündigen, mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlen, für Folter eintreten, eine jüdische Weltverschwörung postulieren und dennoch Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden kann.

3. Ich habe heute gelernt, dass ich in den kommenden vier Jahren keine weiteren USA-Reisen mehr unternehmen werde.

Wer weiss. Vielleicht ist der Mann vernünftiger, als er sich die letzten Monate gegeben hat. Und weniger radikal. Und weniger beratungsresistent. Auch er hat eine Chance verdient. Hysterie ist nie gut. Aber optimistisch … bin ich wirklich nicht.

 

Adieu, Z

Freitag, 2016-11-04 | 18:42:04 CET

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Nach sechseinhalb Jahren war es Zeit, Abschied zu nehmen. Warst ein schönes Auto, trotz klemmender Heckklappe, widerspenstigem Getriebe und stets grossem Durst.

 

True Detective, again

Dienstag, 2016-11-01 | 23:00:25 CET

Schon vor rund zwei Jahren hatte ich mich begeistert gezeigt über ein echtes Kleinod unter den TV-Serien [1]. Damals hatte die erste, genial gemachte Staffel von True Detective mich erfolgreich über die vermeintlich schiefgegangene, dann aber wider Erwarten doch bestandene zweite FRM-Prüfung hinweggetröstet. Neben Alkohol, Götterspeise mit Waldmeister-Aroma und demonstrativ weggeräumten Lehrbüchern.

Heute habe ich den Titel in der Tasche, schwelge aber schon wieder in Herbst- und Midlife Crisis-bedingter Schwermut … der ideale Zeitpunkt, mir die viel gescholtene zweite Staffel von True Detective zu Gemüte zu führen.

Vielleicht ist die Enttäuschung der Fans der Serie über die zweite Staffel nachvollziehbar. Eine gänzlich anders geartete Story, neue Hauptdarsteller, die es nicht ganz leicht haben, gegen die Crew der ersten Staffel anzustinken, eine andere Landschaft (das urbane Kalifornien) und eine gänzlich andere Stimmung. Insbesondere versteht die zweite Season falsch, wer eine weitere Serienkiller-Geschichte, mithin: einen normalen (?) Krimi erwartet.

Die zweite Staffel ist vielmehr ein böse funkelndes, wahrhaft dunkles Sittengemälde. Der Tote vom Beginn und die Aufklärung des Mords treten schnell in den Hintergrund – stattdessen lernen wir vier Haupt- und zahlreiche Nebenfiguren kennen, die – jeder auf andere Art – allesamt einen Schaden davongetragen haben und sich durch eine hoffnungslose Existenz in einer ebenso beschädigten Welt quälen. So viel Korruption, Prostitution und Sexsucht, Alkoholismus und Gewalt waren selten. Man könnte verzweifeln angesichts dieses menschlichen Infernos vor dem Hintergrund von Industrieruinen, Betonwüsten, dekadenten Luxusvillen und versifften Kneipen. Die Landschaft ist so kaputt wie die Menschen in ihr.

Aufheiternd ist das alles eigentlich nicht. Aber grandios gemacht! Wie schon bei der ersten Staffel sind die Schauspieler erstklassig, die Bilder grossartig aufgenommen, die Musik und der Vorspann elend cool. Vince Vaughn als Schurke Semyon lässt einem den Atem stocken und gibt der Figur zugleich etwas zutiefst Menschliches. Colin Farrell ist kaum weniger überzeugend als völlig kaputter Detective Velcoro, und auch Rachel McAdams kann begeistern. Den tiefsten Eindruck bei mir hinterlassen hat aber der wunderbar rätselhaft-düstere Taylor Kitsch als Detective Woodrugh. Unvergesslich!

Das alles ist grosses Kino, und wer daran Freude hat, der wird auch mit der zweiten Staffel von True Detective glücklich. Ausserdem kommen einem die eigenen Sorgen und Problemchen gleich wieder viel kleiner vor, wenn man obigen Damen und Herren beim Leiden zusieht.

[1] => /cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=01b7de

September 2016
 

Ein Land auf Achse

Sonntag, 2016-09-25 | 22:17:03 CET

Nach der Rückkehr von einer ausgedehnten Kalifornien-Rundreise ist mir ein bunter Strauss an ganz unterschiedlichen Eindrücken und Erinnerungen geblieben – Erinnerungen an unverschämt schöne Landschaften, aber auch eine chaotische halb-urbane Ödnis aus Supermärkten, Baracken, Werbung, Parkplätzen, Drive-through-Cafés und Werkstätten bis zum Horizont. An ausufernde Städte wie kleine Bilderbuch-Ortschaften, in denen die Zeit vor fünzig Jahren stehengeblieben zu sein scheint. Nächte in der Yoga-inspirierten Motor Lodge, im Art Deco-Hotel und in der Zelthütte (Yosemite Valley). Vielfältig war es, bunt, die Menschen, auch wildfremde, fast unnatürlich freundlich. Wer in Zürich würde schon zwei Touristen mit dem Stadtplan in der Hand nicht nur spontan helfen, den rechten Weg zu finden, sondern auch noch gleich ein Uber-Taxi organisieren – und für die Fremden bezahlen? Uns ist das in San Francisco passiert.

Zugleich waren wir mit einem Land konfrontiert, in dem die Schere zwischen Arm und Reich vielfach weiter auseinanderklafft, als wir uns das hier in Europa vorstellen können – wobei die Grenzen zwischen besseren und schlechteren »neighbourhoods« ausgesprochen fliessend sind. Im einen Moment noch in einem Villenviertel, ist man nur einen Block weiter mit brutalster Armut konfrontiert. Menschen, die offenkundig auf der Strasse leben und buchstäblich im Dreck sitzen, gibt es fast überall. (So stark ist uns das vor allem, aber nicht nur in LA aufgefallen.) Bitter.

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Was mir auch bleibt, ist die Erkenntnis, dass irgendwie alles zusammenhängt: die enorme Weite, die grossen Flächen. Damit fällt jeglicher Zwang zum Platzsparen weg – und es ist gar kein Problem, wenn eine Stadt sich wie LA über rund 1'300 Quadratkilometer erstreckt und zu guten Teilen ein- oder zweistöckig gebaut ist. Verdichtung? Nicht hier. Genauso wenig ist es ein Problem, vor jedem mittleren Supermarkt mehrere hundert Parkplätze anzubieten. Die man dann auch braucht, weil die Distanzen ohne Auto gar nicht zu bewältigen sind, ergo jeder Auto fährt, und das immer und überall. Das Analogon zu den Parkplätzen sind die endlosen Höfe der Autohändler, bei denen man zwischen einigen hundert Fahrzeugen wählen und sie direkt ab Platz kaufen kann. Fläche ist günstig! – In Ballungsräumen fallen die Autobahnen entsprechend aus (fünf oder sechs Spuren je Fahrtrichtung – aber sicher!), und auch sonst ist alles mit dem Auto und für das Auto und um das Auto herum geplant. Eine ganze Nation auf Rädern … was würde der durchschnittliche Angeleno sagen, hörte er von Zürichs restriktiver Parkplatzpolitik? Er würde verständnislos mit dem Kopf schütteln, in seinen Pick-up von der Grösse eines Einfamilienhauses steigen und mit röhrendem V8 losdonnern.

Juli 2016
 

Adelboden

Sonntag, 2016-07-24 | 23:15:55 CET

Verdammt schön da, sofern man etwas für fantastische Bergpanoramen übrig hat.

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Ah, und die Cholerenschlucht ist übrigens auch sehenswert. Ich war einfach zu faul, noch ein Bild mit anzuhängen.

 

A Real Computer Scientist … [GEEK POST]

Donnerstag, 2016-07-07 | 18:28:54 CET

Vollkommen fantastisch – da sieht die ARM1-Simulation vom letzten Jahr [1] reichlich blass aus. Sehr sehenswert auch die YouTube-Videos! [2]

=> http://www.megaprocessor.com/index.html

Definitiv kein Quiche Eater!

[1] => http://blog.dgbrt.ch/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=03b7df
[2] => https://www.youtube.com/channel/UCB_Zl-VNSH5DLAtG40riCCg/videos

Juni 2016
 

Zwei Enttäuschungen mit »X«

Donnerstag, 2016-06-30 | 0:21:47 CET

Unter diesem (zugegeben etwas gesuchten) Titel berichte ich von zwei grossen Enttäuschungen.

1. Brexit

Ja, darüber ist tatsächlich schon zuviel geschrieben worden – für ein beispielloses Debakel halte ich die Entscheidung der Briten dennoch. Der erste grosse Schock an den Börsen mag erst einmal bewältigt sein (ich bin aber skeptisch, ob sich die Kurse auf dem aktuellen Niveau werden halten können), und ja: die Erde dreht sich trotzdem weiter. Klar kann ein Land im Prinzip auch ausserhalb der EU überleben, und eine demokratische Entscheidung ist eine demokratische Entscheidung. Aber zunächst einmal sieht es so aus, als ob doch einige der Prognosen zutreffen würden, die es schon lange gegeben hatte: Firmen überlegen sich den Wegzug, das Pfund fällt in den Keller (womit für die Briten einiges teurer wird), die Banken werden gebeutelt und werden, wenn es dumm geht, staatliche Hilfe brauchen (wenn sie nicht sowieso am Tropf des Staats hängen wie etwa die RBS), das Kredit-Rating des Landes verschlechtert sich, es ist bereits von Entlassungen und drohenden Steuererhöhungen die Rede … alles nicht wahnsinnig überraschend, ausser offenbar für die Wähler, die jetzt schon kalte Füsse bekommen angesichts des Entscheids, den sie da im Übermut getroffen haben. Am lautesten jammern die Jungen, die aber am wenigsten gewählt haben! Und als bittere Pointe revidieren die grössten Verfechter des Brexit schon wieder ihre Standpunkte (Farage: das Geld statt es an die EU zu zahlen für den NHS verwenden? »Ein Fehler! Nicht meine Aussage«, Johnson: »Austritt nicht so eilig«) Man weiss nicht recht, ob man lachen oder weinen soll. Bitter ist es allemal.

2. X Files

Noch bitterer war für mich persönlich etwas anderes, und damit wenden wir uns der »leichten« Unterhaltung zu. Mittlerweile habe ich mich durch alle Folgen der neuen Staffel der »X Files« gequält, und eine Qual – die war es in der Tat. Fast so schmerzhaft wie ein Blick auf die Börsen am letzten Freitag! Anderson mag immer noch eine attraktive Frau und die deutlich bessere Schauspielerin sein, wenn sie auch verdächtig gestrafft wirkte – aber selbst sie konnte die Staffel 10 nicht vor dem totalen Absturz, den schlechten Drehbüchern sowie ihrem aufgedunsenen, dreitagebärtigen Kollegen Duchovny retten. Was ist aus dem schneidigen Burschen von damals geworden! Und trotz aller Bemühungen, die Serie in die Gegenwart zu hieven (z.B. durch Anspielungen auf Snowden), war es doch ein Kasperletheater aus der Vergangenheit, schlecht gealtert wie einige der Darsteller, und letztlich eine intellektuelle Zumutung, oder anders gesagt: ein aus der Zeit gefallener geistiger Tiefflug, der hilflose Versuch, den Kult der Neunziger wiederzubeleben. Auch damals war die Serie Trash, aber passte hervorragend zum Zeitgeist der Paranoia (und hat bei allem Ausschuss auch ein paar wenige geniale Episoden produziert). Heute wissen wir, dass alles, was wir damals nur vermutet haben, wahr ist, und sich der Staat bei der Überwachung und Steuerung der Bürger noch mehr herausnimmt, als wir es je für möglich gehalten haben. Wie auch immer, haken wir's ab – trotz aller Anstrengungen, mit viel Originalpersonal und vermutlich ordentlichem Budget die X Files in die Neuzeit zu beamen, ist nur ein lauwarmer Furz dabei entstanden, der auch den fanatischsten Fan nicht glücklich gemacht haben wird. In meinem Fall hat Season 10 jedenfalls kräftig an sehr schönen Jugenderinnerungen gekratzt. Der Schaden war durch Ansehen einiger alter Highlights (ich sage nur: »Clyde Bruckman's Final Repose«, oder »Bad Blood«, oder …) leider nur teilweise zu reparieren.

 

Was für ein Sommer soll DAS eigentlich sein?

Sonntag, 2016-06-19 | 21:38:51 CET

Nein, Sonne und Regen sind kein Widerspruch.

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Mai 2016
 

Zwei von fünf

Sonntag, 2016-05-01 | 23:39:29 CET

Zurück aus Spanien, gut erholt – eine entscheidende Erkenntnis war, dass Wandern etwas Wunderbares sein kann. Und halbwegs fit bleibt man so auch (zugegeben, abgenommen habe ich leider nicht …)

Nur zwei von fünf Routen, mit GPS-Track und je einem Foto als Beweis … weitere Details auf Anfrage, sollte jemand denselben Weg beschreiten wollen.

Bei Tormos, mit cooler Bergdurchquerung per Fussgänger-Tunnel:

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Und Nummer 2, am Montgó bei Dénia, mit spektakulären Ausblicken und einem kühnen Weg entlang einer steil aufragenden Felswand:

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April 2016
 

Die ersten 100 Tweets

Sonntag, 2016-04-17 | 23:24:01 CET

Twitter ist ein ulkiges Biest. Die ersten 100 Tweets sind abgesetzt (ich nutze das Medium doch einen Tick mehr aktiv, nicht nur lesend, als gedacht), die ersten 14 Follower gefunden (nicht, dass es mir darauf ankäme; die meisten wollen einem eh nur was verkaufen), und inzwischen würde ich mich doch nicht mehr trennen wollen davon.

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Insofern wär's schön, die Buben bei Twitter würden sich nicht irritieren lassen von all den Negativmeldungen und -kommentaren, die es kürzlich zu Twitter gegeben hat, und würden vor allem nicht Pleite gehen. Ob die Nutzerzahlen immer weiter steigen, oder eher »nur« stabil bleiben? I couldn't care less. Und warum soll Twitter unbedingt so gross werden wie Facebook? Wer denkt sich solche Forderungen aus? – Aber das sind halt die Konsequenzen, wenn man erst mal an der Börse ist. Der Erfinder des Diensts dürfte ja auch genügend Schmerzensgeld abgestaubt haben, da muss man kein grosses Mitleid haben angesichts der schlechten Presse. Und bitte kein Aktionismus, das Längenlimit für Tweets muss man wegen all dem noch lange nicht aufheben. Der Zwang zur Kürze macht einen Teil des Reizes aus.

Aber was ist Twitter eigentlich? Mit der Beantwortung dieser vermeintlich einfachen Frage haben die meisten Leute Probleme, seien es User, Analysten, oder eben die Betreiber des Diensts selbst. Ich denke, Twitter ist nach wie vor nur eine sehr einfache, aber clevere Idee; nicht mehr, nicht weniger. Ist es ein Nachrichtendienst? Im Sinne von News? Ein Nachrichtendienst wie SMS, nur mit der ganzen Welt als Empfänger? Ist es ein soziales Netzwerk? Letzteres fast noch am wenigsten, das ist die Ironie. Twitter tickt so anders als Facebook und Co., da verbietet sich der Vergleich fast.

Ich sehe Twitter als Realtime-Kommunikationsnetzwerk. Hängt man sich an die richtigen Organisationen oder Personen, ist man stets gut informiert über Themen der Wahl, News – oder bekommt den einen oder anderen Link zu spannenden Artikeln, alles frei Haus und sehr zeitnah. Auch ist mir aufgefallen, wie direkt man auf dem Weg mit Firmen und Vereinen in Kontakt treten kann. Hätte ich eine Email an GARP geschrieben, um sie wissen zu lassen, dass ich ihre Online-Präsentation zu Bitcoin gut fand? Sicher nicht, und wenn, hätte ich keine Antwort erwartet – und sicher auch keine erhalten. Ähnliches mit meinem Lieblings-Kaffeelieferanten, oder der Firma in England, die dieses coole Poster zum Thema elektronische Musik gemacht hat, oder … aber die haben sich alle über meine Tweets gefreut, direkt geantwortet und die Welt teilhaben lassen an dem Austausch. Marketing, aber trotzdem schön.

Man kann den Dienst schon sehr nützlich finden, ohne auch nur einen einzigen Tweet abgesetzt zu haben. Anderen Benutzern geht es mehr um die Selbstdarstellung, oder den Vertrieb ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung, oder um das Direct Messaging mit Freunden – so setzt jeder seine Schwerpunkte, und alle sind auf die eine oder andere Weise glücklich mit Twitter, ohne dass der Dienst eine grosse, übergeifende Vision hätte, was er zu sein versucht. Twitter ist vieles, das ist gerade der Clou. Man könnte die eine oder andere Macke ausräumen, und es gibt sicher immer noch Feinheiten, die mir als relativem Anfänger bislang entgangen sind – aber auch schon so finde ich Twitter cool.

Grosse konzeptionelle Veränderungen? Nicht nötig. Und wegen mir hätte es auch ein Sternchen statt des »I like«-Herzchens bleiben dürfen. Jeder Schritt in Richtung Facebook ist einer zuviel.

 

Der Zahn der Zeit

Freitag, 2016-04-01 | 20:56:10 CET

Neulich zähneknirschend einen »weichen« Futon durch eine bedeutend komfortablere »harte« Matratze ersetzt. Als Niederlage empfunden.

März 2016
 

The Hands of Fate

Dienstag, 2016-03-29 | 0:22:54 CET

Über Ostern hatte ich endlich einmal Zeit für die Dinge, die im Leben wirklich zählen, z.B. die Abarbeitung meines Stapels an Film-DVDs, die ich schon lange einmal anschauen wollte. In einem Fall war das Ergebnis eine echte Horizonterweiterung, und diesen Tipp will ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Manos: The Hands of Fate war angesagt, einer der (angeblich) schlechtesten Filme der Welt, bei IMDB aktuell mit einem Rating von 1.9 [1] – und was soll ich sagen, ein Drogentrip ist nichts dagegen.

Ein Vertreter für Düngemittel (!) dreht 1966 mit einem Budget wohl etwa in der Höhe eines durchschnittlichen Schüler-Taschengelds (die bei IMDB angegebenen USD 19'000 halte ich für einen Witz) einen Horrorfilm, wobei er selbst eine der Hauptrollen und die Regie übernimmt. Die Kamera wird dabei per Kurbel aufgezogen und zeichnet keinen Ton auf, es müssen also alle Dialoge im nachhinein aufgenommen werden. Alle Frauenrollen inkl. der sechsjährigen Tochter der Familie, um die es geht, werden von ein- und derselben (erwachsenen) Sprecherin gesprochen! Der Helfer des Bösewichts wird gespielt von einem Schauspieler unter Drogeneinfluss, welcher wenige Monate nach Fertigstellung des Streifens Selbstmord begeht. Kommerziell war »Manos« kein Erfolg beschieden, und blieb der erste und letzte Versuch des Regisseurs, einen Film auf die Beine zu stellen. Erst in den Neunzigern wurde der Streifen wiederentdeckt und zum Kult.

Eine wie ich finde sehr faire und ausgewogene Rezension von »Manos«, die absolut lesenswert ist (inkl. Youtube-Link mit einem Ausschnitt!) findet sich auf meiner bevorzugten Film-Website [2], insofern verzichte ich auf den Versuch, den Inhalt wiederzugeben … wer Google bemüht, findet auch jede Menge Infos, Kritiken, Hintergrundberichte, Veräppelungen, Fan-Clubs usw. dazu. Aber am Ende hilft nur eines: jeder ernsthafte Filmfan sollte sich dieser Grenzerfahrung stellen und den Film einmal komplett über sich ergehen lassen! Ich kann's nur empfehlen.

Es gibt eine liebevoll restaurierte Version auf DVD und BluRay (!) mit ein paar sehenswerten Extras [3], darunter einigem Stoff zum Lachen, die man via eBay & Co bekommen kann – in meinem Fall habe ich die DVD in Australien bestellt, glaube ich. Ist aber auch egal woher genau, die Scheibe muss es sein.

[1] => http://www.imdb.com/title/tt0060666/
[2] => http://366weirdmovies.com/223-manos-the-hands-of-fate-1966/
[3] => http://www.manosinhd.com/

Februar 2016
 

Ein Tag der Erleichterung

Montag, 2016-02-29 | 1:09:08 CET

Heute ist ein Tag grosser Erleichterung für mich.

Die SVP mit ihrem hohen Wähleranteil, ihren scharfzüngigen Verfechtern und vielen stillen Anhängern, dem stets schier endlos grossen Budget und dem geschickten Marketing hat diesmal keinen Erfolg davongetragen. Der kernige, aber den Kern der Initiative bewusst verfehlende Name derselben, die Wiederkehr des schon einmal erfolgreichen, mit herzigen Schäfchen garnierten Werbemotivs, die Flyer »Mehr Schutz für unsere Frauen und Töchter!« in jedem Briefkasten, alles das hat nichts genützt.

Es war ein Aufstand der Anständigen, der »Mutbürger«, die in letzter Minute das Steuer herumgerissen, die mutwillige Beschädigung der Gewaltenteilung und eine Zweiklassenjustiz verhindert haben. Das freut mich sehr, und es gibt mir viel Vertrauen in das Land zurück, in dem ich als Gast lebe. Bedrückend bleibt für mich, dass solche wahnwitzigen Initiativen überhaupt möglich sind, und es eines solchen Kraftakts zahlreicher gesellschaftlicher Kräfte bedurfte, um die DSI abzuschmettern. Dass immer noch, je nach Region, jeder zweite oder dritte der DSI zugestimmt hat, darüber mag ich nicht nachdenken.

 

Mein persönliches »X Files«-Revival – und ein wenig Nostalgie

Mittwoch, 2016-02-10 | 23:18:01 CET

Die Welt und was so alles in ihr vorgeht, zur Zeit, kann einen buchstäblich in tiefe Depressionen stürzen. Ich muss die Themen gar nicht alle aufzählen, die das Potential haben, einem massiv auf den Magen zu schlagen! Da erlaube auch ich mir (in medizinischen Dosen) gelegentlich die kleine Realitätsflucht, zum Beispiel mit guten Filmen, oder einem Rückfall in die paranoiden Neunziger: Die anstehenden neuen Folgen der »zehnten« Staffel von »Akte X« (ich zeichne sie auf, habe noch keine davon gesehen) weckt Erinnerungen an scheinbar glücklichere Zeiten (war ich damals tatsächlich glücklicher, das Leben einfacher …? Absolut nicht!)

Wie gut es den Schöpfern der neuen Folgen gelungen sein mag, das »X Files«-Feeling in die Gegenwart zu übertragen, steht dahin. Die damaligen lustvollen Angstfantasien über Konspiration und Überwachung sind unangenehmen Gewissheiten, die Sorgen von damals anderen gewichen, und über die eher billigen Effekte lacht man heute. – Ich hoffe, der Charme der Hauptdarsteller ist geblieben, die Chemie zwischen Mulder und Scully, die Atmosphäre und die schrägen Ideen. Das wäre auch schon was.

Zur Einstimmung habe ich begonnen, mir die wenigen echten Highlights der alten Staffeln wieder anzusehen, viele Jahre nach dem letzten Durchgang.

»Clyde Bruckman's Final Repose« [1], zum Beispiel. Auch heute noch verdammt gut, und zu Recht eine der bestbewerteten Folgen der ganzen Serie. Apropos Bewertungen, eine faszinierende Visualisierung aller Episoden mit Rating und Link zu IMDB habe ich auch noch gefunden [2] (Darstellung im Browser klappt leider nicht immer), und Mr. Bruckman macht auch dort eine mehr als gute Figur. Wer nur eine einzige Folge »Akte X« sehen wollte, eine – der wäre mit dieser gut bedient.

Wie auch immer das Experiment mit »Season 10« ausgehen mag, der Ausflug in die alten Staffeln (säuberlich abgelegt in staubigen DVD-Boxen) beschert mir den einen oder anderen schönen, manchmal auch wehmütigen Moment. Ist das lange her! Sieht Scully da noch jung aus! War das lustig, als ich noch studiert habe! Und bin ich alt geworden.

Seufz.

[1] => http://www.imdb.com/title/tt0751092/
[2] => http://graphtv.kevinformatics.com/tt0106179

Januar 2016
 

Welcome, 2016

Sonntag, 2016-01-03 | 23:54:54 CET

Adieu, 2015 – willkommen, 2016. Ich hoffe, Du wirst ein erfreulicheres Jahr als Dein Brüderchen 2015 … mag letzteres für mich privat (von einer Delle im Heck meines Nissan und der einen oder anderen Wurzelbehandlung abgesehen) eher ruhig und meist sehr angenehm gewesen sein, waren es ausserhalb meiner eigenen kleinen Welt schwierige, turbulente und verstörende zwölf Monate. Griechenland-Krise, Flüchtlingskrise, Terrorismus hier, Krieg, Mord und Folter dort. Man traut sich die Nachrichten gar nicht mehr einzuschalten! Und so gesehen kann es ja auch fast nur noch aufwärts gehen, oder? Hoffe ich.

Ach ja, und wer das neue Jahr mit einem guten Film beginnen will, und wem Star Wars dabei aber zu seicht ist, dem sei The Big Short warm empfohlen. Hervorragend gespielt, oft genug witzig, wenn auch unter dem Strich eher bitter … und so weit ich das beurteilen kann, leider auch recht authentisch.