The Hands of Fate
Dienstag, 2016-03-29 | 0:22:54 CET
Über Ostern hatte ich endlich einmal Zeit für die Dinge, die im Leben wirklich zählen, z.B. die Abarbeitung meines Stapels an Film-DVDs, die ich schon lange einmal anschauen wollte. In einem Fall war das Ergebnis eine echte Horizonterweiterung, und diesen Tipp will ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Manos: The Hands of Fate war angesagt, einer der (angeblich) schlechtesten Filme der Welt, bei IMDB aktuell mit einem Rating von 1.9 [1] – und was soll ich sagen, ein Drogentrip ist nichts dagegen.
Ein Vertreter für Düngemittel (!) dreht 1966 mit einem Budget wohl etwa in der Höhe eines durchschnittlichen Schüler-Taschengelds (die bei IMDB angegebenen USD 19'000 halte ich für einen Witz) einen Horrorfilm, wobei er selbst eine der Hauptrollen und die Regie übernimmt. Die Kamera wird dabei per Kurbel aufgezogen und zeichnet keinen Ton auf, es müssen also alle Dialoge im nachhinein aufgenommen werden. Alle Frauenrollen inkl. der sechsjährigen Tochter der Familie, um die es geht, werden von ein- und derselben (erwachsenen) Sprecherin gesprochen! Der Helfer des Bösewichts wird gespielt von einem Schauspieler unter Drogeneinfluss, welcher wenige Monate nach Fertigstellung des Streifens Selbstmord begeht. Kommerziell war »Manos« kein Erfolg beschieden, und blieb der erste und letzte Versuch des Regisseurs, einen Film auf die Beine zu stellen. Erst in den Neunzigern wurde der Streifen wiederentdeckt und zum Kult.
Eine wie ich finde sehr faire und ausgewogene Rezension von »Manos«, die absolut lesenswert ist (inkl. Youtube-Link mit einem Ausschnitt!) findet sich auf meiner bevorzugten Film-Website [2], insofern verzichte ich auf den Versuch, den Inhalt wiederzugeben … wer Google bemüht, findet auch jede Menge Infos, Kritiken, Hintergrundberichte, Veräppelungen, Fan-Clubs usw. dazu. Aber am Ende hilft nur eines: jeder ernsthafte Filmfan sollte sich dieser Grenzerfahrung stellen und den Film einmal komplett über sich ergehen lassen! Ich kann's nur empfehlen.
Es gibt eine liebevoll restaurierte Version auf DVD und BluRay (!) mit ein paar sehenswerten Extras [3], darunter einigem Stoff zum Lachen, die man via eBay & Co bekommen kann – in meinem Fall habe ich die DVD in Australien bestellt, glaube ich. Ist aber auch egal woher genau, die Scheibe muss es sein.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0060666/
[2]
http://366weirdmovies.com/223-manos-the-hands-of-fate-1966/
[3]
http://www.manosinhd.com/


