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Die ersten 100 Tweets

Sonntag, 2016-04-17 | 23:24:01 CET

Twitter ist ein ulkiges Biest. Die ersten 100 Tweets sind abgesetzt (ich nutze das Medium doch einen Tick mehr aktiv, nicht nur lesend, als gedacht), die ersten 14 Follower gefunden (nicht, dass es mir darauf ankäme; die meisten wollen einem eh nur was verkaufen), und inzwischen würde ich mich doch nicht mehr trennen wollen davon.

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Insofern wär's schön, die Buben bei Twitter würden sich nicht irritieren lassen von all den Negativmeldungen und -kommentaren, die es kürzlich zu Twitter gegeben hat, und würden vor allem nicht Pleite gehen. Ob die Nutzerzahlen immer weiter steigen, oder eher »nur« stabil bleiben? I couldn't care less. Und warum soll Twitter unbedingt so gross werden wie Facebook? Wer denkt sich solche Forderungen aus? – Aber das sind halt die Konsequenzen, wenn man erst mal an der Börse ist. Der Erfinder des Diensts dürfte ja auch genügend Schmerzensgeld abgestaubt haben, da muss man kein grosses Mitleid haben angesichts der schlechten Presse. Und bitte kein Aktionismus, das Längenlimit für Tweets muss man wegen all dem noch lange nicht aufheben. Der Zwang zur Kürze macht einen Teil des Reizes aus.

Aber was ist Twitter eigentlich? Mit der Beantwortung dieser vermeintlich einfachen Frage haben die meisten Leute Probleme, seien es User, Analysten, oder eben die Betreiber des Diensts selbst. Ich denke, Twitter ist nach wie vor nur eine sehr einfache, aber clevere Idee; nicht mehr, nicht weniger. Ist es ein Nachrichtendienst? Im Sinne von News? Ein Nachrichtendienst wie SMS, nur mit der ganzen Welt als Empfänger? Ist es ein soziales Netzwerk? Letzteres fast noch am wenigsten, das ist die Ironie. Twitter tickt so anders als Facebook und Co., da verbietet sich der Vergleich fast.

Ich sehe Twitter als Realtime-Kommunikationsnetzwerk. Hängt man sich an die richtigen Organisationen oder Personen, ist man stets gut informiert über Themen der Wahl, News – oder bekommt den einen oder anderen Link zu spannenden Artikeln, alles frei Haus und sehr zeitnah. Auch ist mir aufgefallen, wie direkt man auf dem Weg mit Firmen und Vereinen in Kontakt treten kann. Hätte ich eine Email an GARP geschrieben, um sie wissen zu lassen, dass ich ihre Online-Präsentation zu Bitcoin gut fand? Sicher nicht, und wenn, hätte ich keine Antwort erwartet – und sicher auch keine erhalten. Ähnliches mit meinem Lieblings-Kaffeelieferanten, oder der Firma in England, die dieses coole Poster zum Thema elektronische Musik gemacht hat, oder … aber die haben sich alle über meine Tweets gefreut, direkt geantwortet und die Welt teilhaben lassen an dem Austausch. Marketing, aber trotzdem schön.

Man kann den Dienst schon sehr nützlich finden, ohne auch nur einen einzigen Tweet abgesetzt zu haben. Anderen Benutzern geht es mehr um die Selbstdarstellung, oder den Vertrieb ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung, oder um das Direct Messaging mit Freunden – so setzt jeder seine Schwerpunkte, und alle sind auf die eine oder andere Weise glücklich mit Twitter, ohne dass der Dienst eine grosse, übergeifende Vision hätte, was er zu sein versucht. Twitter ist vieles, das ist gerade der Clou. Man könnte die eine oder andere Macke ausräumen, und es gibt sicher immer noch Feinheiten, die mir als relativem Anfänger bislang entgangen sind – aber auch schon so finde ich Twitter cool.

Grosse konzeptionelle Veränderungen? Nicht nötig. Und wegen mir hätte es auch ein Sternchen statt des »I like«-Herzchens bleiben dürfen. Jeder Schritt in Richtung Facebook ist einer zuviel.

 

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