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2015
 

 

Und noch ein Abschied

Dienstag, 2015-12-29 | 22:02:35 CET

Das Jahr 2015 ist noch nicht ganz am Ende, da tritt ein weiterer meiner Helden ab. So plötzlich kann es gehen!

Lemmy war für mich immer die coolste Sau im Rockzirkus. Ein Urgestein, und in seiner Kompromisslosigkeit vielleicht einer der letzten seiner Art. Ich hätte geschworen, dass man den mal von der Bühne tragen muss, noch immer die Gitarre in der Hand. Aber dazu hat seine Kraft wohl doch nicht mehr ganz gereicht.

Und so laut und dreckig wie Motörhead musste eine echte Rockband klingen. Die Jungs habe ich immer super gefunden, und ein paar ihrer Platten im zarten Alter von, ich weiss gar nicht mehr, 14 oder 15 Jahren rauf und runter gehört.

Mach's gut, Lemmy. Ihr wart eigentlich immer mein Favorit für den Titel »beste Band der Welt«, und mindestens die authentischste wart Ihr ganz sicher! Auch ich lege heute Euch zu Ehren nochmal eines Eurer Alben auf.

 

Das Erwachen der Macht – oder: ein herrlich altmodisches Kinoerlebnis

Montag, 2015-12-21 | 0:23:02 CET

Auch ich konnte mich dem Hype nicht entziehen, war am Samstag im »Erwachen der Macht« – und was soll ich sagen, es war herrlich.

Man merkt dem Streifen an, dass er nicht nur mit grossem finanziellem und sonstigem Aufwand, sondern auch viel Liebe gemacht ist. Da waren Fans am Werk, die sich Mühe gegeben haben, das Kinoerlebnis des Originals in die heutige Zeit zu übertragen. Die Schnitte sind schneller, die Effekte (natürlich) besser, vielleicht die eine oder andere Explosion grösser – die Faszination ist dieselbe geblieben.

Eine nicht wahnsinnig tiefgründige, aber doch sehr unterhaltsame und vor allem universelle Geschichte, mit der jeder etwas anfangen kann; ein bunter Blumenstrauss an exotischen Schauplätzen und tollen Bildern, fantasievoll ausgedachten Kreaturen und netten kleinen Gags (darunter viele Anspielungen auf die alten Filme), eine stimmige Atmosphäre und krachende Action. Realismus hingegen wird eher nicht so gross geschrieben (da gibt es eine deutliche Parallele zu einem anderen Evergreen des westlichen Kinos, James Bond), aber das spielt schlicht keine Rolle. Sollen ruhig auch im Jahr 2015 noch Raumschiffe mit deutlich hörbarem Geräusch durch's All sausen …

Lobend zu erwähnen sind die gelungenen neuen Charaktere: der sympathische Überläufer Finn (gut gespielt von John Boyega) und die toughe Schrottsammlerin Rey (exzellent: Daisy Ridley), die im einen Moment zart und verletzlich wirken kann und im nächsten ebenso rotzig und stahlhart. Es ist eine Freude ihr zuzusehen, wie sie die Schurken reihenweise erledigt, und eine weibliche Heldin tut dem Film sehr gut (sorry, dagegen wirkte Leia damals reichlich blass). – Am gelungensten vielleicht der neue Droide namens BB-8, dem von der ersten Sekunde an alle Herzen zufliegen, und darin liegt auch eine grosse Kunst: einer Maschine so viel Seele zu geben.

Aber hat mich der Film berührt? So unterhaltsam und gut gemacht er sein mag – wirklich berührt hat mich vor allem, ein paar der stark gealterten Helden der Original-Trilogie wieder auf der Leinwand zu sehen. Es macht einem schmerzlich bewusst, wie viel Zeit vergangen ist, und dass der Zahn dieser Zeit eben auch an Helden nagt. Nur fair, ich bin auch nicht mehr so frisch wie 1983.

Ein paar Macken sollen auch nicht unerwähnt bleiben: die Handlung wirkt doch für einen grösseren Teil der Zeit wie eine Kopie der alten Filme (ich will hier nicht in's Detail gehen), die Tentakelmonster sind ein wenig albern, die Ansprache von General Hux vor seinen Stormtroopers ist mir zu deutlich auf »drittes Reich« gebürstet, und der Bösewicht mit der Maske hätte selbige besser nicht abgesetzt, ein Milchbubi mit langen Haaren will da niemand sehen. Aber geschenkt. Der Film hat mir trotzdem gefallen.

Denn das Schönste am »Erwachen der Macht« ist wohl, dass ich mich im Kino wieder gefühlt habe wie der kleine Knopf der ich war, als ich die Original-Trilogie gesehen habe, und ich war damals ganz bestimmt noch nicht die zwölf Jahre alt, die ich offiziell hätte sein müssen. So soll Kino sein: man vergisst für ein, zwei Stunden alles, und staunt, und macht grosse Augen, und wird wieder zu einem kleinen Bub. Und das dürfte neben mir noch fast allen Männern in dem Saal so ergangen sein. Und vielleicht auch den Frauen.

Nachtrag, 2015-12-21:  … und apropos Rey – blutjung, die Frau, und wie ich lese war das ihre erste grosse Rolle [1]. Erstaunlich, und eine tolle Leistung! Hoffentlich steigt ihr der Erfolg nicht in den Kopf.

[1] => http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/kino/eine-galaktische-karrier...

November 2015
 

ARM1 Gate-level Simulation … im Browser [GEEK POST]

Samstag, 2015-11-28 | 17:19:56 CET

Das ist in der Tat erstaunlich – und weckt wohlig-warme Erinnerungen an meinen Acorn A3000 (der allerdings einen ARM2-Prozessor hatte). Wer hätte damals geahnt, dass ARM-Prozessoren in der Zukunft mal in einem Grossteil aller Handys und Tablet Computer sitzen würden … und wir eine Zeit erleben werden, in der Feld-, Wald- und Wiesen-PCs so viel Memory haben wie damalige Supercomputer, und durchschnittliche Smartphones so viel Rechenpower wie ein ganzes Data Center. Naja, ich werde alt.

=> http://visual6502.org/sim/varm/armgl.html

 

Ein kurzer Nachruf aus der Feder eines Unberufenen

Dienstag, 2015-11-10 | 23:37:01 CET

Helmut Schmidt ist tot, gestorben im stolzen Alter von 96 Jahren, nach einem Leben, wie es erfüllter kaum hätte sein können.

Da ist ein ganz Grosser gegangen, und entsprechend gibt es an jedem Eck im Web, morgen dann sicher auch auf Papier, kenntnisreiche und elegant geschriebene Nachrufe zu lesen von grösseren Leuchten als mir. Wieso sollte gerade ich mich also auch noch zu seinem Ableben äussern?

Weil mich Helmut Schmidts Tod sehr traurig gemacht hat. Mit ihm verbinde ich Erinnerungen an meine Kindheit: sein Name war sicher der erste eines Politikers, der mir schon als vielleicht sechs-, siebenjährigem Knirps ein Begriff war. Bundeskanzler, der mächtigste Mann im Staat, und seine Wiederwahl schien für mich als Kind einem Naturgesetz zu gehorchen (und dann kam Kohl).

Mir ging es später, im Rückblick, wie vielen anderen Deutschen: inhaltlich war ich oft ganz und gar nicht mit seinen Entscheidungen (NATO-Doppelbeschluss!) oder Überzeugungen (Atomkraft, zuletzt: Russland!) einverstanden, und mochte ihn mit seiner authentischen, geradlinigen, klugen und humorvollen Art trotzdem. Man konnte anderer Meinung sein und ihn trotzdem schätzen.

Erst viel später, deutlich nach seiner Kanzlerschaft, und gerade in den letzten Jahren, haben viele erkannt, was sie wirklich an ihm hatten. Mir schien er ein Relikt aus besseren (?) Tagen zu sein, als Politiker noch Männer mit Überzeugungen und nicht verlegen um klare Ansagen waren, aus hartem Holz geschnitzt, echte Typen eben, Charakterköpfe, wie man sie heute kaum mehr zu finden scheint. Es tut mir leid: neben ihm wirkte die heutige Generation von Politikern auf mich wie eine Bande von weichgespülten Clowns (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) – und das scheint nicht nur mir so gegangen zu sein.

Seine kenntnisreichen, immer lesenswerten Texte in der ZEIT habe ich stets mit grossem Interesse gelesen. Der Mann hatte etwas zu sagen, und seine Meinung zählte etwas.

Er hat viel geleistet für Deutschland und Europa. Jetzt hat er sich die Ruhe verdient.

 

Herbst

Sonntag, 2015-11-01 | 18:01:26 CET

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/herbst.jpg

Oktober 2015
 

Ein Nachzügler zum ENC mit Maniokwurzel und Meeresalgen

Sonntag, 2015-10-25 | 19:59:09 CET

Wer sich wie ich notgedrungen für glutenfreie Pasta interessieren muss, dem kann ich neben anderen Kandidaten (besprochen bei meinem grossen Vergleichstest in [1]) auch noch ein Produkt mit besonders ulkigen Inhaltsstoffen an's Herz legen. Anyat-Nudeln [2] ähneln den Produkten von Rizopia, enthalten neben Reis aber auch noch Tapiokastärke und einen Stoff aus Meeresalgen. Die Nudeln verhalten sich im Wasser halbwegs unauffällig, riechen nicht so komisch, haben eine hellbeige Färbung und eine sehr gute Konsistenz. Dumm einfach, dass die Nudeln in ausgesprochen unpraktischen 150g-Packungen verkauft werden und ziemlich teuer sind, ansonsten wäre Anyat eine Empfehlung. Und nein, ich bekomme keine Provision.

[1] => /cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0157de
[2] => http://www.anyat.ch/anyat-premium-rice-pasta/

 

Nicht beruhigend

Montag, 2015-10-19 | 23:08:51 CET

Wenn uns da mal nichts auf den Kopf fällt:

=> http://www.engadget.com/2015/10/19/asteroid-earth-flyby-hallowee...

 

#LateAdopter

Montag, 2015-10-05 | 21:25:35 CET

So, bei mir wär's dann also auch soweit. Twitter gibt es nun schon eine Weile, ist gross genug um nicht sehr kurzfristig unterzugehen, und erscheint mir konzeptionell von den diversen sozialen Netzwerken am einleuchtendsten. Also: los geht's! @dgbrtch

Eine bessere Integration mit meinem Blog kommt dann irgendwann auch noch. Knöpfe inklusive, und so. Der ganze neumodische Kram, halt … :-)

Was haben wir alle eigentlich vor der Erfindung von Internet und Smartphones den ganzen Tag getrieben? Jump'n'runs auf dem 64er gespielt?

September 2015
 

Back from Helsinki

Mittwoch, 2015-09-02 | 22:12:17 CET

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/reise.jpg


Zwar rund 1800 km entfernt, aber dank Einführungstarif der wohl relativ neuen Flugverbindung günstig erreichbar: Helsinki. Wunderbare Stadt handhabbarer Grösse, gut navigier- und weitenteils zu Fuss erkundbar, mit einem hübschen Dom und einem überschätzten Senatsplatz, zum Glück bei weitem nicht so depressiv (aber doch fleissig dem Alkohol zugetan) wie in den Kaurismäki-Filmen, zumindest bei mildem Spätsommerwetter (wie das dann bei minus zwanzig Grad und Dunkelheit ab nachmittag um drei aussieht, steht auf einem anderen Blatt), bevölkert von manchmal etwas verschroben wirkenden, aber sehr freundlichen, sympathisch entspannten Menschen, die eine ulkige, eher schwer erlernbare Sprache sprechen, mit frei zugänglichem (und gratis) WLAN selbst in der hinterletzten Spunte, und einem sensationellen Angebot an feinem Filterkaffee an 1001 Orten; wo es eine Selbstverständlichkeit ist, Speisen auch glutenfrei anzubieten, so zum Beispiel die superleckeren Burger bei »Friends & Brgrs« [1] oder Nudelgerichte beim normalen Italiener – kurz: so könnte das Paradies aussehen. Wenn nicht alles ein bisschen fremdartig wäre.

Und was das Foto soll? Tolle Bilder von Helsinki gibt es genügend, im Web. Sucht mit Google :-)

[1] => http://friendsandbrgrs.fi/

August 2015
 

Happy Birthday, Singapore!

Sonntag, 2015-08-09 | 12:13:39 CET

Das Land kann wirklich stolz sein auf die Errungenschaften der letzten 50 Jahre, mag der Preis für den Aufschwung auch hoch gewesen sein (strengste Gesetze, die teils aus dem Mittelalter stammen könnten, ein eigenwilliges politisches System, das einer wohlmeinenden Diktatur ähnelt usw. – ich habe mich an anderer Stelle über die Eigenheiten Singapurs ausgelassen).

Was da geleistet wurde, das kann man sich kaum vorstellen: aus einem malariaverseuchten Nest ohne Rohstoffe ist ein moderner Stadtstaat mit hervorragender Infrastruktur, einer weitgehend funktionierenden multikulturellen Gesellschaft, einer brummenden Wirtschaft und auch einigen touristischen Attraktionen entstanden.

Einen guten Eindruck vom Fortschritt in Singapur vermittelt der STERN in einer interessanten Fotostrecke mit Vorher/Nachher-Bildern:

=> http://www.stern.de/reise/fernreisen/50-jahre-singapur--die-turb...

Juli 2015
 

Schöner Text

Mittwoch, 2015-07-29 | 22:36:09 CET

Das hätte ich nicht halb so treffend und lesenswert beschreiben können, das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern, die Eigenheiten meines Herkunftslands und meiner neuen Heimat.

=> http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ansichten-eines-ang...

Die Eindrücke des Autors decken sich weitgehend mit meinen, nur merkt man eben, dass er sein Lohn und Brot mit Schreiben verdient :-)

 

Melody Gardot im KKL Luzern

Sonntag, 2015-07-19 | 22:15:30 CET

Gestern ist mir ein besonderes Erlebnis vergönnt gewesen, das ich nicht so schnell vergessen werde – Melody Gardot, im Rahmen des Blue Balls Festival live im KKL Luzern.

Die Frau ist für mich ein Wunder, und so war's dann auch ein wunderbarer Abend. Eine fantastische Stimme, und Gardot weiss mit ihr umzugehen. Oder kürzer gesagt: Gott, kann die Frau singen! Und deckt dabei eine enorme Bandbreite ab.

Das Konzert begann mit neuen Stücken ihres vierten Albums »The Currency of Man«, und vermutlich für den einen oder anderen Gardot-Fan düsterer, funkiger und rockiger als erwartet – aber auch leise Passagen gab es dann, und so oder so: sie schlug das Publikum schnell in ihren Bann. Spätestens ab dem dritten Stück war das Eis gebrochen, und am Ende tobte der Saal, spendierte stehende Ovationen und wollte sie am liebsten nicht mehr von der Bühne lassen. Die grossartige Band tat ein übriges, und so war's dann ein sehr gelungenes Konzert.

Wer jemals die Chance hat, Melody Gardot live zu sehen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Die Ruhe vor dem Sturm:

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/kkl.jpg

Juni 2015
 

Unverschämt schön

Sonntag, 2015-06-28 | 22:51:13 CET

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/panorama.jpg

 

1x Singapur

Montag, 2015-06-22 | 20:48:49 CET

Lesenswerter Artikel im Tagi, neulich, über die Stadt, die mir – trotz aller Macken – nach Nürnberg und Zürich am meisten an's Herz gewachsen ist:

=> http://www.tagesanzeiger.ch/leben/reisen/Das-kapitalistische-Par...

 

Das Zipfelfoto

Sonntag, 2015-06-14 | 16:44:55 CET

 … und nein, dabei geht es nicht um Schweinkram. Obwohl, in gewisser Weise doch (Würstchen). Ich dachte mir nur, langweilige Gipfelfotos von Viertausendern oder einem Zusammentreffen zwischen Mutti und Herrn Tsipras, die gibt es genug – Zeit für ein Zipfelfoto!

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/zipfel.jpg


Ich habe nämlich gestern erstmals in meinem Leben versucht, eine fränkische Spezialität namens »Saure Zipfel« (auch: »Blaue Zipfel«) selbst herzustellen. Ulkigerweise hat mein Leben in der Fremde, sprich: meiner neuen Heimat dazu geführt, dass meine Wertschätzung und mein Interesse für Errungenschaften meiner alten Heimat gestiegen ist. Wäre ich in Nürnberg auf die Idee gekommen, saure Zipfel zu kochen? Wohl eher nicht.

Jedenfalls handelt es sich um Nünberger Würstchen in einem leckeren, süss-sauren Sud aus Brühe, Weisswein, Essig, Zucker, Lorbeer und Wacholderbeeren (ach ja, und es kommen einige Zwiebeln mit dazu). Das Gericht war ausgesprochen einfach herzustellen, der Erstversuch gleich ein voller Erfolg und das resultierende Abendessen eines der besten der letzten Monate. Oh Wonne!

Mai 2015
 

Blog-Archiv geht wieder …

Freitag, 2015-05-15 | 11:57:53 CET

Irgendwann in den letzten 12-18 Monaten muss die Archiv-Anzeige mal kaputt gegangen sein – vermisst hat sie ja scheinbar niemand. Trotzdem habe ich den alten Perl-Code heute notdürftig geflickt, und der Rückblick auf vergangene Jahre sollte wieder klappen. Wohl bekomm's.

 

Wusste ich's doch!

Mittwoch, 2015-05-13 | 18:00:03 CET

Kaffee ist gesund!

=> http://www.nytimes.com/2015/05/12/upshot/more-consensus-on-coffe...

 

Alternative Wege, das Bruttosozialprodukt aufzublähen

Dienstag, 2015-05-05 | 22:08:13 CET

Aha: Statistik und die korrekte Ermittlung volkswirtschaftlicher Kennzahlen, das können also auch halbwegs amüsante Themen sein! Unerwartet.

=> http://www.nytimes.com/2014/07/10/business/international/eu-nati...

April 2015
 

2x Nürnberg

Donnerstag, 2015-04-23 | 22:48:49 CET

Bei SPIEGEL ONLINE habe ich heute einen kurzen, multimedialen Beitrag entdeckt, der an das düsterste Kapitel in der langen Geschichte meiner geliebten Heimatstadt Nürnberg erinnert [1] – er ist kurz und kratzt nur an der Oberfläche, ist er doch vor allem ein Teaser für eine grössere TV-Reihe … aber dennoch wert, durchgesehen zu werden. Die Bilder der zerstörten Stadt, aber natürlich auch der irrsinnigen Hitler-Auftritte während der Zeit des sogenannten »dritten Reichs« sind mir selbstredend nicht neu, und trotzdem schmerzt es mich immer wieder, sie zu sehen. Diese unvorstellbare, sinnlose Zerstörung! Der schreckliche Preis, der für die Hitler-Verbrechen zu zahlen war! Deprimierend.

Auf der anderen Seite gibt es auch Herzwärmendes: die Nürnberger Lorenzkirche ist für mich noch immer die eindrucksvollste, prächtigste und ehrwürdigste gothische Kirche, die ich kenne, und obendrein für mich mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden. Mit Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass es einen prächtigen Band über die Lorenzkirche gibt [2], der die Bau- und Restaurierungsgeschichte der Kirche über Jahrhunderte äusserst detailliert beleuchtet und reich ausgestattet ist mit alten und aktuellen Fotos, Restaurierungsplänen, Detailzeichnungen usw. usf. – Eigentlich gedacht für den Fachmann, mit grossem Fussnotenapparat, und mehr Text als ich über die Lorenzkirche je werde lesen wollen oder können (gut, wer weiss – wenn ich mal pensioniert bin vielleicht). Aber ich habe mir diesen Brocken dennoch geleistet und heute zum ersten Mal darin geblättert: herrlich. Man kann sich darin verlieren … ein wunderbares Buch. Das, natürlich, auch die Zerstörung während des zweiten Weltkriegs, aber ebenso die geglückte Restaurierung danach ausführlich darstellt. Da sind wir wieder bei jenem schrecklichen Kapitel, das für die Lorenzkirche zum Glück gut geendet hat. Ich bin froh, dass dieser Bau und seine reichen Kunstschätze doch zu einem grossen Teil bewahrt oder wiederhergestellt werden konnten. Jedem Nürnberg-Besucher lege ich einen Besuch der Lorenzkirche ans Herz, und auch für mich selbst ist ein Nürnberg-Aufenthalt unvollständig, wenn ich nicht einen Rundgang darin gemacht habe.

[1] => http://www.spiegel.de/einestages/nuernberg-nach-kriegsende-nicht...
[2] => http://www.schnell-und-steiner.de/artikel_8277.ahtml

 

Passend zur Jahreszeit: glutenfreier Biergenuss

Dienstag, 2015-04-21 | 22:18:42 CET

Die Verkostung unten gezeigter Biere ist in Tat und Wahrheit schon ein paar Monate her, aber passend zum ziemlich plötzlich ausgebrochenen Frühling poste ich heute Mini-Reviews diverser amerikanischer »craft beers«, allesamt weit weg vom deutschen Reinheitsgebot, aber dafür glutenfrei. Für die Bereitstellung der Probeflaschen sei an dieser Stelle meinem Freund M.R., wohnhaft in N.Y.C. gedankt! Und nein, so schlimm wie der Rotwein aus der Tüte (Stammleser wissen, was ich meine …) war keines davon. Nachfolgend also meine Degustationsnotizen, nur minimal redigiert.

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/bier.jpg


Steadfast Golden Blonde Ale
»brewed with sorghum, honey and spices«
5.5 Vol%

Geruch mit einem Hauch Almdudler, Geschmack blass-süss-säuerlich mit spürbarem Touch von Kräutern. Nur mit Fantasie eine bierähnliche Substanz, aber Hauptsache glutenfrei. Der Alkohol hilft auch.

New Planet
Raspberry Ale »made from sorgum and corn extract« (!)
5 Vol%

Geruch von vergorenem Beerensaft, geschmacklich wie ein Radler aus fadem Bier und Fruchtlimo. Nicht süss, aber auch nicht wie Bier … bizarr. Ungesüsstes Rivella?

Dogfish Head »Tweason'ale«
»sorghum-based ale brewed with strawberries and buckwheat honey«
6 Vol%

Riecht dezent fruchtig, schmeckt aber recht hohl & herb (erinnert an mein eigenes Gebräu, vor Jahren). Vom Honig merkt man wenig bis nichts, die Erdbeeren suche ich auch fast vergeblich. Irgendwo zwischen gechlortem Schwimmbadwasser, feucht gewordenem Holz, vergorenen Birnen und mit Wasser aufgegossenem Aldi-Büchsenbier. Aber sechs Prozent! Donnerwetter.

Lakefront Brewery »New Grist«
»Pilsener Style«
5.1 Vol%

Zarter, blumiger Duft – leider auch recht blass und leicht süsslich auf der Zunge. Sicher süffig und geeignet für einen heissen Sommer, aber von der herben Frische eines guten Pils weit entfernt … sehr weit. Trinkbar.

Redbridge Sorghum Beer
Anheuser Busch
4 Vol%

Bringt einen nicht um, aber hat mit Bier im herkömmlichen Sinn wenig gemein. Fad, blass und freudlos – erinnert an Ginger Ale, aber mit weniger Aroma und ohne Zucker (enthält zwar Sirup, aber tja …). Hier also nicht nur ohne Fruchtaroma, sondern nahezu gänzlich ohne. Zumindest kratzt es nicht.

Omission
»handcrafted lager« (o. jegliche Zutatenangabe …)
4.6 Vol%

Ob glutenfrei oder nicht (das Etikett macht auch hierzu keine Aussage) – ein kräftiges Getränk mit nussigem, kernigem Aroma, wenn auch etwas holzig und nicht zu elegant. Aber finally, ein Bier! Nicht schlecht.

März 2015
 

Aktion und Reaktion

Freitag, 2015-03-06 | 18:59:01 CET

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/frm.png


Endlich am Ziel! Die Freude über die Nachricht, die mich mitten beim Essen bei einem günstigen Chinesen errreicht hat, war mir deutlich anzusehen … :-)

 

Grüsse aus Hamburg … und eine Restaurant-Empfehlung

Sonntag, 2015-03-01 | 23:09:57 CET

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/hamburg.jpg


Nach dem hektischen Jahresbeginn haben ein paar ruhige Tage in Hamburg sehr, sehr gut getan, und in dem Fall war der Euro-Kurs wenigstens mal ein (kleiner) Vorteil. Mein persönliches Highlight dort war aber etwas ganz anderes – ein angenehmer Restaurantbesuch bei einem Italiener, der ganz selbstverständlich alle Pizza- und Pastagerichte auch in einer glutenfreien Version anbietet [1], und dazu sogar noch glutenfreies Bier führt. Und das in einem ganz und gar nicht »alternativen« Öko-Ambiente oder mit Reformhaus-Touch. Man rühmt sich dort, die beste Pizza der Stadt zu führen (das finde ich mutig), und lecker war sie allemal, auch die glutenfreie Variante. Das Gefühl, in einem Restaurant mal einfach wieder eine Pizza und ein Bier bestellen zu können – frei nach der Kreditkartenwerbung: »unbezahlbar«. Lange nicht mehr so breit gegrinst nach einem Essen. Könnten die Jungs nicht eine Filiale in Zürich eröffnen …?

[1] => http://rudolphs-hamburg.de/

Januar 2015
 

Ein turbulenter Start [FINANCE POST]

Sonntag, 2015-01-18 | 13:38:14 CET

Das neue Jahr hat mit einem grossen Knall begonnen – insbesondere für alle, die sich zu sehr auf den SNB-garantierten Mindestkurs von 1.20 verlassen hatten (wie zu meinem Leidwesen mein Arbeitgeber).

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/eurchf.png


So deftige Bewegungen erlebt man selten … und bei der Episode kann man mehr in der Praxis über Market Risk lernen, als die FRM-Bücher hergeben. Apropos, die Prüfung habe ich wider Erwarten doch bestanden. Juppiii. So hat wenigstens mein persönliches 2015 gut angefangen. Allen Lesern nachträglich ein »gutes Neues«!