2012
Windows 8: ein Koboldfurz [GEEK POST]
Freitag, 2012-12-21 | 10:17:35 CET
Schon länger nicht mehr so gelacht.
http://www.youtube.com/watch?v=WTYet-qf1jo
Wenn ein neues Betriebssystem in einem Video-Review schon nach wenigen Minuten verglichen wird mit einem »goblin ( …) that farts in your face«, dann kann es nicht extrem gut sein …
Mittwoch, 2012-12-19 | 11:20:20 CET
Hat mich doch am letzten Samstag schon das zweite Virus in Folge lahmgelegt, in dieser Saison – und diesmal ein böses. Schon lange hab' ich mich nicht mehr so elend gefühlt, und tagelang Fieber bis zu einem Maximum von 38.1°C, das gibt's bei mir auch nicht jedes Jahr. Ganz zu schweigen von einem ärztlichen Attest über volle fünf Arbeitstage. 1999 habe ich mal ähnliches erlebt, oder war's 1998? Seitdem nicht mehr. – Zum Glück zeigt die Kurve jetzt langsam doch wieder nach oben … die Chancen, dass ich noch rechtzeitig zum Weltuntergang am 21.12. wieder halbwegs gesund werde, stehen nicht so schlecht. Apropos, guter Termin, den sich die Mayas da ausgesucht haben; habe ich doch Heiligabend schon immer einen nervigen Anlass gefunden. Obwohl, ich hab' da auch noch einen Friseurtermin am 22.12., vielleicht sollte ich den absagen … wo war noch die Telefonnummer?
Manche Geschichten kann man sich nicht ausdenken
Donnerstag, 2012-11-29 | 21:41:25 CET
… das Leben schreibt sie.
http://www.theregister.co.uk/2012/11/29/prisoner_anal_phone_char...
Die Sache mit der Wahl des richtigen Taschenrechners [GEEK POST]
Dienstag, 2012-11-06 | 23:28:11 CET
Das Leben besteht aus Kompromissen und (oft genug negativen) Überraschungen – und überhaupt, wieso muss das alles so kompliziert sein. Die vermeintlich einfache Aufgabe: die Anschaffung eines Finanztaschenrechners (u.a. für einen lustigen Kurs, den ich gerade besuche [1]). Jaja, Taschenrechner sind ja sooo letztes Jahrhundert, heute haben die Leute mindestens eine Tabellenkalkulation auf dem Laptop oder Dingsbums-Pad, oder gleich auch R oder Mathematica dabei … was will man da mit einem in China gefertigten Teil mit Knöpfen. Aber erstens haben klassische Taschenrechner auch so ihre Vorzüge (keine Abstürze zur Unzeit …) und zweitens sind sie zugelassen zu Prüfungen, wenn man den richtigen hat.
Also los.
TI ging schonmal gar nicht – ich kann die Marke nicht leiden, die Geräte sind einfach nicht schön, der BA II Plus ist ein billiges Leichtplastik-Gelump und der Professional tut nur so vornehm. Also HP. Aber da wurde die Sache auch nicht einfacher. Der erste Kauf war der 20b; wirkte auf den ersten Blick edel, hat ein zweizeiliges Display und viele Funktionen, dazu einen gewissen Exotenbonus. Dumm nur, dass er eine recht gewöhnungsbedürftige Menüstruktur und vor allem extrem schwammige Tasten hat. Gerade letzteres hat mich in den Wahnsinn getrieben, und so bekam meine noch junge Beziehung zum 20b schnell einen empfindlichen Knacks.
In der Folge begann ich mich nach einem neuen Partner umzusehen, wobei der 30b mit noch etwas edlerer Hülle und (angeblich) besseren Tasten leider wegen Nichtzulassung zur FRM-Prüfung aus dem Rennen war. So konnte ich mich als nächstes dem nerdigen Oldschool-Charme des 12C Platinum nicht entziehen und versuchte mit diesem mein Glück (der klassische 12C kam als UPN-only-Gerät wiederum nicht in Frage). Echte Fans des originalen 12C sehen auf den Platinum mit einer gewissen Verachtung herab, und die mechanische Fertigungsqualität desselben ist heutzutage sicher auch nicht mehr die des 12C vor vielen Jahren. Dennoch wirkte er wertig, die Tasten zeichneten sich durch ein sanftes Knacken aus, und eben, der Charme … aber der verblasst schnell, wenn man lange genug die Vorzeichentaste (heisst bei dem Gerät CHS!) gesucht oder sich über die nur via Shift-Taste erreichbaren Klammern geärgert hat. Die permanente Doppelbedienung der CLX-Taste (Löschen), die man sich schnell angewöhnen muss, dürfte zu vorzeitigem Verschleiss führen, und bei der TVM-Rechnung vermisste ich die Möglichkeit, mit P/YR zu arbeiten. Am schlimmsten jedoch: der sogenannte „Algebraic Mode“ ist beim 12C Platinum gar kein solcher, sondern eigentlich nur ein „Chain Mode“ („Punkt vor Strich gibt es nich“), womit 12+2x2 leider 28 gibt. No-go!
Was bleibt übrig? Der 17bII+, der aber wiederum nicht FRM-tauglich ist – und der 10bII+, der auf den ersten Blick sehr „basic“ wirkte. Zum Glück ein Irrtum! Mechanisch ist das Ding zwar nicht sensationell stabil gebaut, aber auch der 10bII+ hat Tasten mit präzisem Druckpunkt, dazu ein reduziertes, aber sehr klares Display, einen nüchternen, professionellen Look und mindestens mal die Funktionen, die ich tatsächlich brauche. Die Vorzeichentaste heisst +/-, P/YR habe ich wieder und der algebraische Modus verdient den Namen (daher braucht man die Klammern, die leider auch hier nur mit Shift erreichbar sind, wenigstens nicht so oft). Wäre er noch etwas übersichtlicher und das Gehäuse etwas hochwertiger, dann wäre er perfekt. Aber das Leben besteht aus Kompromissen und in einer Partnerschaft akzeptiert man die kleinen Macken des anderen. Und pfeift auf das Prestige teurer Modelle.
Es nimmt die längere Suche nun also ein gutes Ende. Nur die Jungs bei dem Versand, wo man die Rechner alle bestellen kann, die halten mich vermutlich inzwischen für einen Irren.
[1]
http://www.cf-studies.ch/quantitative-methods-course-zurich.html
Die Sache mit der Wahl des richtigen Präsidenten
Montag, 2012-11-05 | 18:53:06 CET
Aus aktuellem Anlass: die ist eigentlich ganz einfach, diese Sache – es darf nur auf keinen Fall der Falsche werden. Köstlicher Text dazu:
http://www.ritholtz.com/blog/2012/11/the-wrong-side-absolutely-m...
Lektüre empfohlen.
Update, 2012-11-06: Und während wir auf die Ergebnisse warten, hab' ich da noch was – sehr lustig, danke an Stammleserin AC!
http://www.youtube.com/watch?v=eUdp_1WNyqo
Endlich! Ein Kalender für mich [GEEK POST]
Dienstag, 2012-09-25 | 20:00:28 CET
Überfällig war's ja – aber endlich hatte jemand den richtigen Einfall. Pfeif auf Pirelli … wer schenkt mir das Ding?
http://nerd-dreams.com/?language=de
Freitag, 2012-08-31 | 12:43:06 CET
Wer – anders als ich, bis vor kurzem – schon in Amsterdam war, weiss sehr gut, dass die Stadt viel mehr zu bieten hat als ein berüchtigtes Rotlichtviertel und »Coffee Shops« mit dem typischen Geruch und ziemlich ungewaschenem Publikum. Was für eine bunte, quicklebendige und vielfältige Stadt! Toll, und sie endlich kennenzulernen, das war lange überfällig. Jetzt habe ich sie selbst erleben können, und nicht schlecht gestaunt über das vielfältige Angebot an Cafés und Restaurants, die hübschen Gassen und coolen Shops, die freundliche Bevölkerung, die zu gefühlten 95% auf dem Fahrrad unterwegs ist (jung und alt, Mütter mit Kindern und Väter mit Hundekorb, Geschäftsleute und Handwerker mit Werkzeug …), und natürlich – die sensationellen Museen mit gewaltigen Kunstschätzen. Schade nur, dass das Rijksmuseum gerade einer grossen Renovation unterzogen wird und nur ein winziger Bruchteil der Sammlung zu sehen ist.

Und dann, was für ein Kontrast nach dem quirligen Amsterdam – Texel. Wer diese gemütliche, landschaftlich traumhafte Insel nicht kennt, kann ja schnell Wikipedia bemühen [1]. Fast ein Schock … die wunderbare Natur, die endlosen Fahrradwege, die Abgeschiedenheit, die man vorwiegend mit Schafen teilt … die Zeit in den kleinen Dörfern scheint förmlich stehengeblieben zu sein (Ausnahme: De Koog, um die dortige, ziemlich schreckliche Dorpsstraat kann man ja einen Bogen machen). Wer wirklich mal ein paar Tage weg will vom »urbanen« Leben, dem sei die Insel an's Herz gelegt.

[1]
http://de.wikipedia.org/wiki/Texel_%28Insel%29
Prometheus: Fünf Gründe für meinen Mangel an echter Begeisterung
Montag, 2012-08-20 | 0:17:52 CET
Ich wollte ihn ja unbedingt super finden, Prometheus [1] – Altmeister Ridley Scott setzt 130 Millionen Dollar ein, um eine spannende, im Alien-Universum angesiedelte Geschichte zu erzählen, die philosophischen Tiefang und coolen Grusel verspricht, und in sensationellen Bildern präsentiert wird (gesehen habe ich ihn dann gestern, und das sogar noch in 3D: Premiere für mich). Pflichtprogramm! Und was soll ich sagen … je grösser die Erwartung, desto grösser auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht erfüllt werden kann. Ein sehenswerter Film, gewiss, und alles andere als langweilig. Und doch war ich ein wenig enttäuscht von dem Streifen. Wieso?
Weil er es nicht wagt, aus altbekannten Mustern auszubrechen, und damit frei von Überraschungen bleibt. Der grosse Konzern ist immer noch böse und geht über Leichen, um seine Ziele zu erreichen. Ein Android ist Mannschaftsmitglied und exekutiert einen geheimen Plan. Zwei in der Höhle zurückbleibende, verzichtbare Figuren werden die ersten Opfer schauriger Kreaturen. Die vermeintlich »guten«, wohlmeinenden Schöpfer der Menschheit erweisen sich als Gefahr (wer hätte DAS erwartet?). Dazu: die Charaktere bleiben blass und klischeehaft (die ultra-toughe, eisige, blonde Schönheit; die idealistische Forscherin; der nerdige Wissenschaftler), und die Handlung reiht Zitate der Vorgängerfilme aneinander, dass es schon nicht mehr schön ist. Man will solche finden müssen (und dann den Stolz erleben, sie erkannt zu haben). Prometheus schlägt sie einem im Minutentakt in's Gesicht.
Weil er sich nicht die nötige Zeit für seine Handlung nimmt und seine Geschichte gar zu glatt und routiniert abspult. Ohne auf die Uhr geschaut zu haben – gefühlt vergehen gerade mal fünfzehn Minuten, und schon ist die weite Reise in's All organisiert, das gewaltige Budget erworben, das Raumschiff gebaut und der zweijährige Flug zurückgelegt. All das weitestgehend im Verborgenen, nur die Selbstbeschäftigung des Androiden während des Flugs und die buchstäblich letzten Minuten darf man ansatzweise mitverfolgen, um dann noch im Schnellgang (nachträglich) zu erfahren, worum es bei dem Abenteuer überhaupt geht. Und natürlich findet die Crew sofort den richtigen Landeplatz, und die Landung ist eine aus dem Bilderbuch, und der Eingang in die hügelartige Formation schnellstens gefunden, und David imstande, die Zeichen zu lesen und Türen zu öffnen, und so weiter … so läuft Prometheus wie auf Schienen.
Weil er nicht halb so clever ist, wie er tut – und Tiefgang vor allem vortäuscht. Man hätte ja einiges herausholen können aus dem Stoff: geht es doch um nichts weniger als die Suche der Menschheit nach dem Schöpfer, dessen Natur und das Verhältnis des Erschaffers zum Erschaffenen, sowie – wie man später erfährt – die Überwindung des Todes. Die eindimensionalen Figuren zeigen sich aber wenig dialogfreudig (nur in einem kurzen, gut gespielten Schlagabtausch zwischen dem Androiden David und Charlie blitzt durch, was aus Prometheus auch hätte werden können). So reduziert sich der Film auf den üblichen Budenzauber aus unterschätzten Gefahren, Wettläufen gegen die Zeit und einer schnell dezimierten Mannschaft.
Weil er bei aller Cleverness der Drehbuchautoren auch ärgerliche Ungereimtheiten enthält und unnötig unglaubwürdig wird. Eine lumpige Handvoll von Punkten in einer bestimmten Anordnung verweist genau auf einen einzigen Ort unter Milliarden Sternen? Aha. Ernstzunehmende Wissenschaftler stürzen sich sofort nach der Landung und kurz vor Sonnenuntergang in's Abenteuer, und es fällt ihnen nichts besseres ein, als alles mögliche zu betatschen und ihre Helme abzusetzen? Soso. Und Meredith Vickers hat nichts anderes zu tun, als es mit dem kauzigen Piloten zu treiben? Und niemanden kümmert es gross, wenn es auf einer weit von der Erde entfernten Welt ausserirdisches Leben zu geben scheint und die Detektoren anschlagen? Und die verzeifelten Funkrufe und vermutlich auch Videoaufzeichnungen des scheusslichen Tods der ersten zwei Alien-Opfer fallen niemanden auf, auch nachträglich nicht, woraufhin man wieder in die Höhlen stolpert und sucht? Und auf der Flucht vor dem rollenden Raumschiffwrack kommt niemand auf die Idee, zur Seite zu flüchten? Diese Reihe könnte man noch eine Weile fortsetzen.
Weil er liebgewonnene Rätsel des Alien-Universums auflöst, die man als ewig offene Fragen eigentlich lieber hatte. Wollte ich wirklich wissen, dass der geheimnisvolle »Space Jockey« [2] aus dem Ur-Alien-Film einfach nur ein in einen gruseligen Raumanzug verpacktes, menschenähnliches Wesen ist? Und nebenbei (siehe vorheriger Absatz) – der originale »Space Jockey« war bedeutend grösser als Menschen, Anzug hin oder her. – Wollte ich wirklich wissen, wozu die ringförmigen Raumschiffe gut sind, oder wie die Alien-Rasse entstanden ist? Irgendwie … nicht so richtig.
Aber genug kritisiert. Sehenswert ist Prometheus trotz alledem (wenn auch kein Meisterwerk für die Ewigkeit), und wenn es nur wegen der glänzenden Optik und dem herausragenden Spiel von Michael Fassbender ist, der dem künstlichen Menschen David einen ganz besonderen Touch verleiht. Ach, und gruseln und ekeln kann man sich an der einen oder anderen Stelle auch ganz ordentlich. So soll's ja sein.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt1446714/
[2]
http://en.wikipedia.org/wiki/Alien_%28film%29#Set_design_and_fil...
Ein kleiner Rundgang durch die moderne Finanzwelt [FINANCE POST]
Sonntag, 2012-08-05 | 23:35:26 CET
Über einen Mann namens Kerviel (SocGen, 4.9 Mrd Euro) und einen namens Adoboli (UBS, 2 Mrd Dollar) hat man noch gestaunt, in den letzten Jahren. Mag auch der Verdacht (oder die Behauptungen) im Raum gestanden haben, diese »rogue traders« hätten eben nicht als Einzelpersonen, sondern mit stillschweigendem Einverständnis ihrer Vorgesetzten gehandelt, so konnte man diese unappetitlichen Geschichten noch leicht ignorieren und in den Fällen bedauerliche Pannen sehen. Wo so viele Menschen arbeiten, da gibt es halt auch schwarze Schafe …
Inzwischen sind wir aber schon viel weiter. Ein grosser Broker mit sowieso nicht ganz einwandfreier Vergangenheit verspekuliert sich und stopft die Löcher mit etwa 1.2 Mrd Dollar aus Kundenkonten (MF Global, [1]). Eine Investment-Firma geht ähnlich vor und bedient sich ebenfalls an Kundengeldern (wobei nur 200 Mio Dollar verschwunden sind, aber dafür der Betrug schon seit zwanzig Jahren läuft – PFGBest, [2]). Die relevanten Aufsichtsbehörden merkten lange genug nichts. Von Maddoff und seinen vielen Nachahmern reden wir erst gar nicht.
Neben all den Betrugsfällen vermag man sich über einfache Dummheit fast nicht mehr aufzuregen. Eine namhafte, für ihr vermeintlich erstklassiges Risk Management bekannte Investment Bank verliert mit Absicherungsgeschäften (?) 5.8 Mrd Dollar (JPMorgan), wobei allerdings auch hier inzwischen der Verdacht böswilliger Absicht besteht [3]. – Einen Geschwindigkeitsrekord verdankten wir jüngst dem technischen Fortschritt: 440 Mio Dollar in einer Dreiviertelstunde in den Sand gesetzt und die amerikanische Börse einen Tag massiv in Aufruhr versetzt, all das war problemlos möglich dank modernem, vollautomatischem high-frequency trading (Knight Capital, [4]).
Über »gelungene« IPOs (Facebook, federführend: Morgan Stanley), die dann auch bei anderen grossen Playern zu massiven Verlusten führen (UBS, Schaden: 350 Mio Dollar [5]) und massive Vorwürfe der Geldwäscherei (HSBC, [6]) schlagen wir den Bogen zum grössten Skandal, den die Bankenwelt vermutlich jemals gesehen hat – die systematische Manipulation wichtiger Referenzzinssätze (momentan v.a. LIBOR, aber auch vom EURIBOR war schon die Rede) zum eigenen Vorteil, im Fall des LIBOR möglicherweise sogar unter Mitwisser- oder gar Mittäterschaft der Bank of England. Barclays und RBS waren auf jeden Fall mit von der Partie, Deutsche Bank und UBS werden ebenfalls genannt und werden damit nicht die letzten gewesen sein. Schaden wegen der grossen Bedeutung des LIBOR für die halbe Welt: kaum zu schätzen. Es werden zwei- bis dreistellige Milliardenbeträge herumgereicht, aber wirklich wissen kann das niemand. Dieser Fisch hat gerade erst begonnen zu stinken, und das richtig.
Nun weiss jeder, der mich kennt, dass ich seit rund zwölf Jahren mein Geld ebenfalls indirekt oder direkt in der hiesigen Finanzindustrie verdiene (wenn auch nach wie vor auf der IT-Seite der Dinge), und bei aller Sympathie für manche Ideen der Occupy-Bewegung bin ich weder Fan noch Mitglied derselben. Dass Aktien und Derivate des Teufels sind und Banken ersatzlos abgeschafft gehören, das können nur schlichte Gemüter glauben, oder tapfer mit der Klampfe gegen die Ungerechtigkeit der Welt anspielende Hippies.
Aber meine Güte, muss man sich derzeit für die Zunft schämen. Die Finanzindustrie macht es ihren Gegnern wirklich zu einfach und liefert seit geraumer Zeit gratis argumentative Munition, en gros. Dass »Vertrauen verspielt« worden wäre und »wiedergewonnen werden müsse« (so die gängigen Floskeln), das ist sicherlich die Untertreibung des Jahres. Es wäre höchste Zeit für die Rückkehr zu klassischen Tugenden.
[1]
http://www.fool.com/investing/general/2011/12/16/the-astonishing...
[2]
http://dealbook.nytimes.com/2012/07/12/at-peregrine-financial-si...
[3]
http://www.forbes.com/sites/nathanvardi/2012/07/16/did-rogue-tra...
[4]
http://www.guardian.co.uk/world/2012/aug/03/knigh-capital-group-...
[5]
http://www.reuters.com/article/2012/07/31/us-ubs-nasdaq-facebook...
[6]
http://www.forbes.com/sites/nathanielparishflannery/2012/07/25/h...
Donnerstag, 2012-08-02 | 21:58:32 CET

Die Midlife Crisis rückt näher …
Donnerstag, 2012-07-19 | 22:33:09 CET
… aber noch hat sie mich nicht. Ebenso wenig wie die »führende Vier«. Uff.
Kleine Tiefpunkte und Höhenflüge
Montag, 2012-06-25 | 20:15:27 CET
Letzter Montag, heute vor einer Woche: erste Erfahrung mit Dentalhygiene nach Schweizer Art. Ort: eine in Ehren angegammelte Praxis an sehr guter Adresse (nahe meinem Arbeitsort). Die Frau Doktor erwies sich als ebenso ein wenig in Ehren gealtert und relativ resolut, traf bei mir aber nicht den richtigen Ton. Ich solle mich nicht wundern, DH in der Schweiz sei »etwas invasiver« als in Deutschland, eine »Sache der Ausbildung« (es klang wie: »Sorry, die Kollegen im Norden haben keinen Plan und machen das nicht richtig«, war aber sicher nur eine Täuschung). Die so fortgeschrittene Vorsorge beschränkte sich dann allerdings auf brutales Gestocher mit einer Stahlnadel, schön manuell, und etwas elektrisch unterstütztes Polieren. Spülen mit Mundwasser? Nö, Wasser muss es tun. Versiegeln der heiklen Stellen? Nicht vorgesehen. Vor dreissig Jahren hätte man das auch schon genau so erleben können … von meiner angestammten Praxis in Nürnberg bin ich mehr Komfort und Gründlichkeit gewohnt. Dafür versuchte die Dame mir noch andere kostspielige Angebote schmackhaft zu machen, zwecklos allerdings. Kassiert wird bei Ausländern beim ersten Besuch sofort (CHF 170 für den Spass). Auf die Frage, ob ich gleich einen Folgetermin haben wolle, antwortete ich mit einem spontanen »Danke, nicht nötig«.
Dafür dann der Höhenflug, am Samstag:

Kurz aber eindrucksvoll, ein Helikopterrundflug rund um den Vierwaldstättersee – bei traumhaftem Wetter, die Landschaft wunderschön, und eine Prise Abenteuer ist bei so etwas auch dabei. Dieses tolle Geschenk (zu meinem letztjährigen Geburtstag) dürfte einen Tick teurer gewesen sein als die Tortur vom Montag zuvor, aber schöner, das war's dann auch allemal … und versöhnt mich sofort wieder mit meinem Gastgeberland.
Montag, 2012-06-18 | 21:11:52 CET
Samstagabend im Schiffbau [1], Dernière von »Solaris« (Wikipedia weiss wie immer alles zum zugrunde liegenden Roman [2]). Interessanter Stoff ganz nach meinem Geschmack, und dann noch die letzte Chance … also hin. War dann aber doch komisch – man kann die Tarkowski-Verfilmung als zu anstrengend und die von Soderbergh als zu glatt und gar zu weit vom Buch (und seiner philosophischen Dimension) entfernt empfinden, aber als Dreimannstück auf einer spartanisch ausgestatteten Bühne, das nicht weiss, ob es Komödie oder Beziehungsdrama sein will und – leider! – nach zwei guten Dritteln in eine überlange Suff-Szene mit Geschrei und Getorkel übergeht … das ist schon zwiespältig. Ausstattungsideen, kleine Tricks (die Schwerelosigkeit, die Dusche!) und Schauspieler waren sehr gut, und trotzdem war ich dann froh, als es 'rum war. Der Schlussapplaus war freundlich, aber nicht stürmisch, und der Rest des Publikums schien die gemischten Gefühle zu teilen. … Wird im Roman auch getrunken, krakeelt und gekotzt? Ich glaub's ja nicht – aber das herauszufinden ist ein guter Anlass, ihn nach gut zwanzig Jahren wieder einmal zu lesen :-)
[1]
http://www.schauspielhaus.ch/haus-service/spielstaetten/schiffba...
[2]
http://de.wikipedia.org/wiki/Solaris_%28Roman%29
Mittwoch, 2012-06-06 | 21:03:09 CET
--- mein Arbeitgeber hat den Wechsel auf das Core Banking System Avaloq geschafft und ist noch am Leben; Gehaltszahlungen vorerst weiter gesichert --- Fringe Staffel 3 ist noch doofer als die zwei davor – schluss damit, jetzt gibt es das seichtere, aber auch sympathischere Eureka am Serienmontag --- Nürnberg-Trip neulich heil überstanden, Zahnarztbesuch inklusive – Biervorrat ist wieder aufgefüllt --- Kofferraum des 370Z ist nach wie vor zu klein für Bierkastentransport, wenn die Beifahrerin alles Equipment zum Strecken und Föhnen der Haare mit einpackt --- Euro crisis sucks --- neuer Staubsauger saugt auch wie verrückt, und man kann dem Dreck beim Karrussell-Fahren zusehen: sexy --- Chinesen kopieren alles; neuerdings auch ganze Städte [1] ---
Das als neueste News nach längerer Pause.
[1]
http://www.news24.com/Travel/Chinese-secretly-copy-Austrian-town...
Mittwoch, 2012-04-18 | 21:33:28 CET
Und wenn ich schon beim Posten bin … hier noch höchst amüsante Nachtlektüre für Nerds, die bei mir für grosse Heiterkeit gesorgt hat – nach einem langen, stressigen Tag. Das heisst etwas. (Vermutlich können nur ausgewachsene Informatiker darüber lachen, die nicht dummerweise PHP-Fans sind, aber andererseits: welcher ausgewachsene Informatiker ist PHP-Fan?)
http://me.veekun.com/blog/2012/04/09/php-a-fractal-of-bad-design...
Köstlich.
Mittwoch, 2012-04-18 | 21:03:30 CET
… hab eigentlich ich nicht etwas wirklich SINNVOLLES gelernt? So wie z.B. dieser junge Mann hier.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_HvYp...
Läuft ab 1:40 zu grösster Form auf!
Montag, 2012-02-20 | 19:29:13 CET
Es war an der Zeit: nachdem nun wirklich die gesamte deutsche Bevölkerung plus der halbe Rest der Welt begriffen hat, dass die im Juni 2010 mit ach und krach herbeigeführte (und von mir schon damals skeptisch betrachtete) Wahl von Wulff ein Fehler und derselbe ein präsidiales Leichtgewicht war, dazu jemand der offenbar Zeit seines Politikerlebens keine Gelegenheit ausgelassen hat, zu Vergünstigungen, Gelegenheiten und Geschenken zu kommen (und diese allenfalls auch selbst zu gewähren, die eine Hand wäscht ja bekanntlich, so sagt das Sprichwort, die andere), ist es nun endlich vorbei. Mit einem unbequemen Präsidenten Gauck, der sicher auch immer wieder andere Meinungen und Ansichten als die meinen vertritt, kann ich hervorragend leben. Mit Wulff konnte ich's – nicht.
Mittwoch, 2012-02-15 | 20:26:26 CET
Schon immer geahnt, jetzt ist es offiziell. Hurra!
http://www.finews.ch/service/high-end/7721-zuerich-schlaegt-toki...
Sonntag, 2012-02-12 | 15:20:37 CET
Schöne Überschrift über einer Meldung in 20 Minuten: »Studie: Dumme Kinder wählen später eher rechts«. So hab ich mir das gedacht.
Dazu am Freitag ein Brief von Cablecom, meinem Internet-Provider: »upc cablecom optimiert Ihr Internet weiter«. Nach einigen verschwurbelten Äusserungen des Selbstlobs mündet der Brief dann in dem Satz »Damit das Netzwerk von upc cablecom auch in Zukunft ( … bla), erhöhen wir Ihren Internet-Abopreis ab dem 01.03.2012 um monatlich CHF 2.-« (Es genügt offenbar nicht, dass die Internet-Zugangskosten in der Schweiz bereits jetzt zu den höchsten weltweit gehören.)
Dazu kann ich nur sagen: Studie – Dumme Kunden bleiben später länger bei der Cablecom.
Die anderen gehen.
Donnerstag, 2012-01-26 | 21:01:02 CET
… inzwischen mag sie nicht mehr ganz so schlimm sein wie ihr Ruf, und auch wenn sie nach wie vor als die wildeste Ecke der Schweiz gelten mag, ist sie doch ziemlich harmlos im Vergleich zu dem, was andere Länder so zu bieten haben: die Zürcher Langstrasse. Wie bunt die Gegend ist, und wer da so alles lebt, liebt und trinkt, das hat das Schweizer Fernsehen in einer mitelprächtigen TV-Doku, aber offenbar auch auf einer ziemlich cool gemachten Website festgehalten [1] – schöner Tipp für Leute, die es noch nicht nach Zürich geschafft haben, oder aber doch, es aber beim üblichen Touristenbummel haben bewenden lassen. Anschauen!
Update, 2012-02-12: Dass die Langstrasse nach wie vor nicht immer ein sicherer oder angenehmer Ort ist, haben wir erst vor ein paar Tagen gesehen [2]. Nicht cool, wenn man auf dem Weg zur Arbeit mit dem Bus an Blutlachen vorbeifährt!
[1]
http://www.360langstrasse.sf.tv/page/
[2]
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Unfall-oder-Amokfahrt-...
Bayerische Küche, rund um den Globus
Sonntag, 2012-01-22 | 20:51:58 CET
Inspiriert durch einen verhalten positiven Bericht im Tagi [1], gelesen am letzten Donnerstag, habe ich natürlich den besagten Bayerischen Hof [2] noch am Abend desselben Tages aufsuchen müssen, in Begleitung meiner inzwischen ebenfalls zur Kennerin bayerischer und fränkischer Spezialitäten avancierten Partnerin. Wenn's schon Speisen aus meiner Heimat in Zürich gibt!
Leider war's dann aber doch eine Enttäuschung. Die Brotsuppe mit Zwiebeln war lecker, die Kartoffelsuppe aber fade und säuerlich. Weder die Nürnberger Bratwürstchen (zu grob, zu wenig würzig, etwas trocken) mit Sauerkraut (sehr streng, wenig aromatisch) noch der – ich geb's zu, das ist auch ein echter Test – Sauerbraten (trocken, aber leider nicht auch nur im Ansatz sauer) mit Semmelknödel (vollkommen geschmacklose Pappmaché) und Rotkraut wusste zu begeistern. Das Ambiente ist schön, der Service war tadellos, und die Musik war zwar in der Mischung etwas wild (so ist das mit dem Shuffle-Modus), aber dezent genug, um nicht störend aufzufallen. All das jedoch konnte den durchwachsenen Eindruck nicht wettmachen. Das wichtigste in einem Restaurant sind halt eben doch die Speisen … und da besteht Nachholbedarf. Die grösste Katastrophe und für mich vollkommen unbegreiflich: man bietet nur »Steinfels«-Bier aus eigener (?) Produktion, eine fade Plörre, deren Schaum sich innert Minuten verflüchtigte. Wäre es jetzt so schwer gewesen, zumindest alternativ noch ein paar gängige Sorten aus Bayern anzubieten, und sei es aus der Flasche? Andere Restaurants, die sich nicht »bayerisch« nennen, schaffen das ja auch. Hätte nichts Verrücktes sein müssen, ein »Paulaner«, »Spaten«, »Erdinger« o.ä. hätte es bereits getan und die Authentizität unterstrichen
Apropos »Paulaner«, das so benannte Restaurant in Singapur, siehe [3], habe ich als dem Bayerischen Hof klar überlegen in Erinnerung. Dafür sortiert sich dieser wiederum noch vor dem deutschen Restaurant in San Diego in's Ranking ein, das zu besuchen ich 2002 mal das Glück hatte. Eine sehr bizarre Erfahrung, volkstümliche Musik, Palmen vor dem Fenster und eine knackige Mexikanerin als Bedienung im Dirndl – aber das Essen war mehr oder weniger ungeniessbar. Insofern also Zürich im Mittelfeld … vielleicht muss man dem Bayerischen Hof noch eine zweite Chance geben.
[1]
http://www.zueritipp.ch/zueritipp/gastro/Jetzt-wirds-deftig/stor...
[2]
http://www.bayerischerhof.ch/
[3]
http://www.dgbrt.ch/lfs/lfs4.html
Über Aktienanlagen [FINANCE POST]
Dienstag, 2012-01-10 | 20:32:10 CET
Nach dem für Kleinanleger wie mich (und nicht nur die) eher turbulenten Jahr 2011 bin ich dieser Tage zufällig über ein paar sympathische Sätze von einem Experten gestolpert, mitten in einem deftigen Fachbuch.
»Investors use many techniques to value equities, but most of these include a large amount of intuition and ›art‹. The best way to learn about market risk for equities is to open an Internet brokerage account, invest $1000, and watch it disappear. From a risk-measurement perspective, equities are so complex as to be simple. There are so many factors that affect equity values that they are generally considered simply to be instruments whose future value is random.« (C. Marrison, The Fundamentals of Risk Measurement)
Wenn so einer das schon sagt … dann muss man sich für keinen Verlust mehr genieren. Möge allen Lesern, die ihr Glück mit Kapitalanlage versuchen, 2012 mehr Erfolg bringen, und auch sonst hoffe ich alle sind gut gerutscht und erleben dieses Jahr ein gutes Jahr. In diesem Sinne …


