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Bayerische Küche, rund um den Globus

Sonntag, 2012-01-22 | 20:51:58 CET

Inspiriert durch einen verhalten positiven Bericht im Tagi [1], gelesen am letzten Donnerstag, habe ich natürlich den besagten Bayerischen Hof [2] noch am Abend desselben Tages aufsuchen müssen, in Begleitung meiner inzwischen ebenfalls zur Kennerin bayerischer und fränkischer Spezialitäten avancierten Partnerin. Wenn's schon Speisen aus meiner Heimat in Zürich gibt!

Leider war's dann aber doch eine Enttäuschung. Die Brotsuppe mit Zwiebeln war lecker, die Kartoffelsuppe aber fade und säuerlich. Weder die Nürnberger Bratwürstchen (zu grob, zu wenig würzig, etwas trocken) mit Sauerkraut (sehr streng, wenig aromatisch) noch der – ich geb's zu, das ist auch ein echter Test – Sauerbraten (trocken, aber leider nicht auch nur im Ansatz sauer) mit Semmelknödel (vollkommen geschmacklose Pappmaché) und Rotkraut wusste zu begeistern. Das Ambiente ist schön, der Service war tadellos, und die Musik war zwar in der Mischung etwas wild (so ist das mit dem Shuffle-Modus), aber dezent genug, um nicht störend aufzufallen. All das jedoch konnte den durchwachsenen Eindruck nicht wettmachen. Das wichtigste in einem Restaurant sind halt eben doch die Speisen … und da besteht Nachholbedarf. Die grösste Katastrophe und für mich vollkommen unbegreiflich: man bietet nur »Steinfels«-Bier aus eigener (?) Produktion, eine fade Plörre, deren Schaum sich innert Minuten verflüchtigte. Wäre es jetzt so schwer gewesen, zumindest alternativ noch ein paar gängige Sorten aus Bayern anzubieten, und sei es aus der Flasche? Andere Restaurants, die sich nicht »bayerisch« nennen, schaffen das ja auch. Hätte nichts Verrücktes sein müssen, ein »Paulaner«, »Spaten«, »Erdinger« o.ä. hätte es bereits getan und die Authentizität unterstrichen

Apropos »Paulaner«, das so benannte Restaurant in Singapur, siehe [3], habe ich als dem Bayerischen Hof klar überlegen in Erinnerung. Dafür sortiert sich dieser wiederum noch vor dem deutschen Restaurant in San Diego in's Ranking ein, das zu besuchen ich 2002 mal das Glück hatte. Eine sehr bizarre Erfahrung, volkstümliche Musik, Palmen vor dem Fenster und eine knackige Mexikanerin als Bedienung im Dirndl – aber das Essen war mehr oder weniger ungeniessbar. Insofern also Zürich im Mittelfeld … vielleicht muss man dem Bayerischen Hof noch eine zweite Chance geben.

[1] => http://www.zueritipp.ch/zueritipp/gastro/Jetzt-wirds-deftig/stor...
[2] => http://www.bayerischerhof.ch/
[3] => http://www.dgbrt.ch/lfs/lfs4.html

 

Kommentare
 

Bääärisch essn

von AnneCatherine - Freitag, 2012-03-02 | 12:22:44 CET

Und ich hab den Paulaner in München in bester Erinnerung, auch wenn mein armer Freund nachher fast nicht mehr gehen konnte – Gott, was für Portionen, nix für halbe Portionen!