2009
Donnerstag, 2009-12-31 | 15:17:57 CET
Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate heute fällt sehr schizophren aus. Für mich ganz persönlich war's ein sehr gutes Jahr; mit einer enorm glücklichen Beziehung zu einer wunderbaren Frau, beruflich (zu) viel spannender und meist sehr befriedigender Arbeit mit einem hohen Mass an Job-Sicherheit, dazu bin ich noch halbwegs gesund geblieben … was will man eigentlich mehr.
Auf der anderen Seite war 2009, vor allem was die Familie meiner Partnerin anbetrifft, ein wahres Schreckensjahr mit schlimmsten Schicksalsschlägen, die grösste psychische und teils auch körperliche Belastungen mit sich gebracht haben. Für mich nur indirekt, aber schlussendlich war auch ich sehr häufig gefordert als Ratgeber, Trostspender und ruhender Pol. Eine teils sehr intensive Zeit liegt da hinter uns, die Erfahrungen dieses Jahrs werden uns alle nicht mehr loslassen.
In diesem Sinne kann es 2010 nur noch aufwärts gehen. Dass Gesundheit mit am wichtigsten ist im Leben und man jeden glücklichen Moment bewusst geniessen soll, das wusste ich auch vorher schon, und doch wird man immer wieder einmal daran erinnert – 2009 war so ein Jahr.
Allen gelegentlichen Lesern, Freunden, Bekannten und Verwandten wünsche ich einen guten Rutsch und alles Gute für's neue Jahr.
Ich hasse ja Weihnachten, eigentlich …
Mittwoch, 2009-12-23 | 21:53:54 CET
… aber es wird auch dieses Jahr vorübergehen. Wie auch immer, ich wünsche allen, die ich bei der Emailerei vergessen oder aus Effizienzgründen ausgeklammert ;-) habe, ein frohes Fest und einen guten Rutsch in ein glückliches 2010.
Nachtrag, 2009-12-27: … und ein weiterer guter Grund, dieses Fest zu hassen, ist die Zumutung von TV-Programm. Weihnachten besteht bei allen Sendern durch die Bank nur aus Harry Potter, den zehn Geboten, den sieben Zwergen, dem Treffen mit Joe Black sowie lustigen Märchen- und Kostümfilmen. Einige der genannten Streifen sind dem Publikum wohl ein halbes dutzend Mal präsentiert worden, zu allen Tages- und Nachtzeiten. Das ganze Fest, eine einzige Wiederholung!
Sonntag, 2009-12-20 | 22:26:16 CET
Als passendes Gegenmittel zum allgegenwärtigen Weihnachtskitsch und Friede-Freude-Eierkuchen empfehle ich Dogville [1] von Lars von Trier, der überhaupt schon einige interessante Filme gedreht hat.

Die fabelhafte Nicole Kidman spielt Grace, die vor einer Gangsterbande auf der Flucht ist und in Dogville zunächst scheinbar freundlich aufgenommen wird. Über grausame zweieinhalb Stunden hinweg muss der Zuschauer mit ansehen, wie sie von den Dorfbewohnern immer mehr ausgenutzt, erniedrigt, schliesslich auch vergewaltigt wird – und ganz am Ende fürchterliche Rache nimmt.

Dogville zeichnet sich nicht nur durch grosse Schauspielkunst aus, sondern auch durch seinen mutigen Ansatz, dem Film den kargen Look eines minimalistischen Bühnenstücks zu geben, was eine Konzentration auf das Wesentliche erleichtert – einen schonungslosen Blick auf die Niedertracht der Menschen.
Ein Kommentar bei IMDB nennt den Film eine »exploration of the darkness of the human soul«, und das trifft es gut. Was für ein Meisterwerk.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0276919/
Und noch eine politische Katastrophe
Sonntag, 2009-11-29 | 18:28:02 CET
Es ist nicht nur peinlich, schäbig, diskriminierend und vermutlich ein Verstoss gegen die Verfassung, sondern dürfte auch noch zu aussenpolitischen Problemen ersten Ranges führen, vom allgemeinen Imageschaden ganz abgesehen: das frisch beschlossene, aberwitzige Minarettverbot [1]. Was ist nur in die Menschen gefahren? Ein Wahnsinn.
Update, 2009-12-01: Und die Reaktionen sind entsprechend. Wobei nichts so schlimm ist, dass man nicht noch einen draufsetzen könnte, die Damen und Herren bei der SVP machen genauso weiter. Die Menschenrechtskonvention kündigen, super Idee [2]. Und ja, alle straffälligen Ausländer raus [3]. Da sieht man, wes Geistes Kind diese Partei ist.
[1]
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Eine-grosse-Peinlic...
[2]
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/SVP-will-notfalls-M...
[3]
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/SVP-wittert-Morgenl...
Mittwoch, 2009-11-25 | 21:45:18 CET
Sonntag, 2009-11-22 | 17:37:42 CET
Mit 3-Iron (Bin-jip) [1], einem Werk des auch im Westen hinlänglich bekannten Regisseurs Kim Ki-duk, oute ich mich endgültig als Fan des koreanischen Kinos.

Tae-suk, ein geheimnisvoller, schweigsamer junger Mann, verbringt sein Leben auf seinem Motorrad oder in Wohnungen Fremder, in die er einbricht und wo er Essen aus dem Kühlschrank nimmt und zum Ausgleich Wäsche wäscht oder Gegenstände repariert. In einer Luxusvilla trifft er die unglückliche Ehefrau Sun-hwa. Ohne Worte entsteht eine ungewöhnliche Liebe zwischen den beiden …

Ein ergreifender, stiller, in seiner Einfachheit bestechender Film mit magischen Momenten, dem man seine wenigen Längen und klischeehaften Nebencharaktere (der gehörnte Ehemann, der korrupte Polizist) gerne verzeiht. Märchenhaft, ein Film für's Herz. Anschauen!
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0423866/
Und jetzt noch etwas anderes »Leckeres« …
Montag, 2009-11-16 | 20:01:53 CET
Eleganter Themenwechsel, vom saftigen Steak zum PC-Horror: wenn das mal nicht zum Lachen ist [1]. Unbedingt bis zur letzten Seite durchstehen …!
[1]
http://www.theregister.co.uk/2009/11/13/ventblockers/
Es geht doch nichts über ein saftiges Steak
Sonntag, 2009-11-15 | 16:05:46 CET
Das Projekt, das mich die letzten Wochen und Monate extrem mit Beschlag belegt hat, ist seit einer Woche überstanden, und mittlerweile auch die ersten Folgeprobleme: mein Arbeitgeber ist live mit Avaloq Release 2.7.2, und lieber Himmel, war das wieder ein Kampf. Als Ausgleich habe ich nun ein wunderbares Wochenende in Basel verbracht, und das Tollste dabei war ein Besuch in der ersten Schweizer Filiale der Steak-Restaurantkette »Block House« [1], für die ich hier nur ausnahmsweise, aber gerne Werbung mache – dort versteht man wirklich etwas von der Zubereitung saftiger, zarter Steaks, wie ich schon einmal in Hamburg entdeckt hatte, und um so schöner ist es, dass man das nun auch in der Schweiz geniessen kann. Herzlich willkommen bei den Eidgenossen, und viel Erfolg! Gestern abend jedenfalls war das Essen verdammt lecker und der Service ausgezeichnet (in beiderlei Hinsicht kann die Konkurrenz in der Zürcher Glockengasse klar nicht mithalten), da sollte sich der wirtschaftliche Erfolg auch einstellen.
[1]
http://www.block-house.ch/
Filmtipp Oktober: Spider Forest
Sonntag, 2009-10-25 | 15:38:44 CET
Der Oktober ist schon beinahe um, höchste Zeit für den monatlichen Filmtipp. Heute: einmal mehr ein koreanischer Film, aber beim besten Willen kein lustiger. Spider Forest. [1]

Ein schwer zu beschreibender Streifen, ein Verwirrspiel in bester Lynch'scher Manier, Zeitschleife inklusive: in einer Hütte in einem düsteren und magischen Wald findet ein wahrlich grausames Verbrechen statt. Aber wer flüchtet da vom Tatort, und wer hat die Morde tatsächlich begangen?

Ein orangefarben beleuchteter Tunnel, der von der Realität in eine Parallelwelt zu führen scheint, ein Verdächtiger, der sich selbst beobachtet, ein schreckliches Kindheitsgeheimnis – und schliesslich ein blutiger Mord.
Was von diesem Film bleibt, ist Verwirrung, eine gewisse Kälte, eine schreckliche Faszination und die Gewissheit, Zeuge einer Tragödie geworden zu sein. Genauer muss man es gar nicht wissen …
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0407821/
Die Tigerente kommt zu neuen Ehren
Montag, 2009-09-28 | 19:05:20 CET
Jetzt ist es also passiert, und meine zwei Briefwahlstimmen aus der Schweiz konnten es nicht verhindern. Frei nach Maybrit Illner: die Tigerentenkoalition! Schwarz-gelb! (Oder war die Tigerente nicht gelb-braun gestreift …? Ein Schelm …) Langweiler-Angi und Spass-Guido. Oweia. Was das für den Atomausstieg bedeutet, kann man sich düster ausmalen. Aber tja … ist ja nicht so, dass ich diesbezüglich im (atomfreien) Paradies leben würde, alles andere als das. Welcher Reaktor zuerst in die Luft fliegt, wir sehen es dann.
Nachtrag, 2009-10-24: Da steht sie nun, die neue Koalition, und zeigt einen Auftakt nach Mass: schwarze Kassen, längere Laufzeiten für Atomkraftwerke, Guido spricht-nicht-gerne-Englisch-und-beherrscht-es-auch-nicht-sonderlich-gut Westerwelle als Aussenminister (ausgerechnet!) und Provinzfürst Oettinger geht nach Brüssel. Man hält's im Kopf nicht aus.
… und wenn wir schon bei Filmen sind …
Sonntag, 2009-09-27 | 15:39:37 CET
Cargo [1][2] mag nicht der beste SF-Film aller Zeiten sein und hat die eine oder andere Schwäche, aber bedenkt man das relativ gesehen verdammt kleine Budget, und dass das der erste SF-Film der Schweiz überhaupt ist, dann muss man doch den Hut ziehen. Visuell stark, und hinreichend unterhaltsam. Empfohlen.
[1]
http://www.cargoderfilm.ch/
[2]
http://www.imdb.com/title/tt0381940/
Sonntag, 2009-09-20 | 14:16:57 CET
Heute empfehle ich einen kleinen, fiesen Psychohorror-Streifen aus Norwegen, den man nicht nur via IMDB findet [1], sondern mit etwas Glück sogar im Fernsehen erhaschen kann. In diesem Fall gibt's auch eine deutsche DVD.

Der frisch von seiner Freundin Ingrid verlassene John wird von einer Nachbarin angesprochen und in deren Wohnung entführt, die sie sich mit einer zweiten geheimnisvollen Frau teilt, und auch sonst eher seltsam ist – riesig, düster und verwinkelt. Aber auch die Bewohnerinnen sind nicht ganz normal und bringen John schnell in Verlegenheit …

Werden die Frauen in ihrer alptraumhaften Wohnung zunächst als rätselhafte, manipulative Wesen mit bedrohlicher Sexualität inszeniert, kippen die Verhältnisse dann doch recht nachhaltig. Schlussendlich wird John nur von seinen eigenen Dämonen verfolgt und wird vom Opfer – zum Täter.
Atmosphärisch gelungen, gut gespielt und durchaus auch zum Nachdenken anregend – was will man mehr von so einem Film. Ausser einem wirklich überraschenden Ende hat Next Door alles zu bieten, der Twist ist leider recht absehbar. Trotzdem absolut sehenswert!
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0453383/
Donnerstag, 2009-09-03 | 20:51:24 CET
Wie schnell doch eine Woche um sein kann. Schön war's!

Filmtipp August: Happy Funeral Director
Donnerstag, 2009-08-20 | 21:02:11 CET
Ab sofort gibt es in meinem Blog eine neue kleine Serie: monatlich stelle ich an dieser Stelle verborgene Filmperlen vor, die einen Blick wert sind.
Im August ist das der koreanische Film Happy Funeral Director (hat es auch in die IMDB geschafft: [1]).

Ein alternder Bestatter, der schon seit zehn Jahren keine Gelegenheit mehr hatte, seine Kunst auszuüben (verflixtes neues Krankenhaus!) und gerne mal dem Alkohol zuspricht, findet drei junge Lehrlinge, die seine Nachfolge antreten sollen: den notorisch erfolglosen Chul-Gu, dem zu Beginn auch der Suizid misslungen war, den von Schulden geplagten Jae-Hyun und den Sohn des Supermarktbesitzers, Dae-Shik.

Das alles könnte der Stoff für eine Haudrauf-Komödie mit eher grobschlächtigem Humor sein, ist aber ein überwiegend leiser Film mit Zwischentönen, wunderbaren Bildern und einem Schuss makabrem Witz. Menschlich, warm, liebenswert – ein Kleinod. Und lustig dazu. Würde nicht gegen Ende sinnloserweise die Blumenverkäuferin sterben, man würde sich bis zum Abspann pudelwohl fühlen … »Irony of deaths and laughs – everyday life … is nothing but a beauty itself« holpert der Slogan auf der DVD-Box, und trifft die Grundstimmung doch nicht schlecht. Wahrscheinlich schwer zu bekommen, aber vielleicht hat ja jemand Glück. Ich leihe ihn auch aus.
[1]
http://www.imdb.com/title/tt0263412/
Mittwoch, 2009-08-19 | 9:13:49 CET
Ein kurzes Lebenszeichen – mittlerweile bin ich nicht nur älter geworden (19.07., schon wieder) sondern habe auch meinen Urlaub angetreten (17.08., endlich) und mich zum Kauf eines neuen Autos entschieden (nach vier glücklichen Jahren mit meinem Micra). Morgen wird der Keller entrümpelt. Morgen! Und demnächst geht's noch eine Woche nach Gran Canaria. Diesmal eher keine Bildungsreise, aber es wird mir gut tun.
Geschichte einer Paketzustellung: ein Drama in fünf Akten
Donnerstag, 2009-07-02 | 23:10:49 CET
Prolog. Ich vermeide Lieferungen via UPS, und ich weiss, wieso. Schon in den letzten Jahren hatte es stets mit schöner Zuverlässigkeit gröbste Komplikationen gegeben, wann immer mir ein Paket durch UPS zuzustellen gewesen wäre. Nur der erprobte Kämpfer mit guten Nerven gelangt in den Besitz der Ware.
Erster Akt. Exposition. Am Montagabend finde ich eine unerwartete »UPS InfoNotice« in meinem Briefkasten vor. Man habe versucht, mir ein Päckchen zuzustellen. Angekreuzt: »1. Versuch«. Varianten: a) Selbstabholung, b) Zustellung an anderem Tag, c) Zustellung an Alternativadresse, d) einmalige Vollmacht. »Falls Sie keine der o.g. Alternativen wählen und wir keine Nachricht von Ihnen erhalten, planen wir unseren nächsten Zustellversuch am: Dienstag«. Nach dem letzten Versuch geht die Sendung bekanntlich an den Absender zurück, in dem Fall bedeutet das einen weiten Rückweg bis nach Thailand. Die gewählte Option lässt sich bekanntgeben telefonisch und kostenpflichtig, aber nur zu Bürozeiten, oder bevorzugt via www.ups.com. Die klassische Methode: Druck aufsetzen. Geld verlangen. Den Kunden recht viel selbst erledigen lassen. Und sich am besten ganz abschotten.
Zweiter Akt. Steigerung. Klar: rufe ich erst am nächsten Tag an, findet in derselben Zeit garantiert schon der zweite Zustellversuch statt – es wird knapp. Also wählen wir doch den kostenlosen Weg via Internet, und das noch am Montagabend. Leider erweist sich die Website als ausgesprochen kompliziert: auf der Seite, auf der man sich nach der Suche nach der »InfoNotice-Nummer« wiederfindet, gibt es alles, aber keine Möglichkeit, eine der obigen Optionen zu wählen. Es ist die Rede von diversen Applikationen, auf die man Zugriff erhalten könne; man findet ausgefeilteste Wege, regelmässige Abholungen für kommerzielle Kunden zu administrieren etc. Auch das Paket-Tracking ist eindrucksvoll in seinem Detaillierungsgrad, löst das Problem aber nicht. Nach langem Suchen entscheide ich mich, mich der mühsamen Registrierungsprozedur zu unterziehen. Einige Formulare und 20 Minuten später bin ich eingeloggt, finde aber zunächst noch immer die Option »Alternativadresse« nicht. Erst nach langem Herumklicken entdecke ich in der optionalen besonders detaillierten Version der Paketverfolgung einen im Fliesstext versteckten Link. Flink die Alternativadresse (meinen Arbeitgeber) erfasst, und schon – erhalte ich einen nichtssagenden Fehler (»Zur Zeit können wir diese Änderung nicht vornehmen«). Wutentbrannt den Link für die direkte Kontaktaufnahme gewählt, woraufhin man noch einmal durch ein mittelgrosses Formular gezwungen wird. Allerdings, oh Wunder, lässt sich an dieser unerwarteten Stelle ebenfalls eine Alternativadresse erfassen, nicht nur Betreff und Text. Meine wütende Tirade im Textfeld (ein Exkurs zum Thema Kundenservice und Kernkompetenz eines Paketzustellers) wird nach 500 Zeichen abgebrochen. Ob die Adressänderung wirklich ernstgenommen wird, ist unklar, weshalb dennoch ein kostenpflichtiger Anruf auf mich zukommt.
Dritter Akt. Höhepunkt. Dienstag, Anruf bei UPS. Nach Wahl der Sprache muss man sich zunächst einen Vortrag mittlerer Länge anhören, bevor man mit einem Menschen sprechen darf. Die Dame, die sich danach meldet, ist im Ton eher frostig, teilt mir mit, meine Alternativadresse sei nicht bei ihr angekommen, lässt sich diese aber nochmals mitteilen. (Abends erhalte ich per Email auch eine entsprechende Bestätigung.) Natürlich war derweil der Zusteller ein zweites Mal erfolglos bei meiner Privatadresse vorstellig geworden, aber no worries, das war ja zu erwarten und die Lieferung für Mittwoch an meinen Arbeitsort zugesagt. Schade nur, dass diese am Mittwoch nicht erfolgte, ich hingegen abends einen dritten Beleg »Letzter Versuch« in meinem Briefkasten vorfand. Hält sich UPS an die eigenen Aussagen zum Thema, ist mein Päckchen schon wieder auf dem Weg nach Thailand. Ein wutentbrannter Anruf bei der Hotline kommt zu spät, diese ist schon nicht mehr besetzt. Dafür gibt es eine giftige Antwort meinerseits auf die Email von UPS mit der Bestätigung des Liefertermins Mittwoch an die Alternativadresse.

Vierter Akt. Wandlung. Donnerstag. Der dritte Anruf bei der Hotline. Diesmal habe ich Glück und gerate an eine den Umständen entsprechend geradezu charmante Mitarbeiterin, die mir mit klaren und direkten Eingeständnissen allen Wind aus den Segeln nimmt: Ja, ich sei nicht der erste, der mit der Website überfordert war. Nein, die Übermittlung einer Alternativadresse via Kontaktformular funktioniere »grundsätzlich nicht«. Und ja, über einen Systemwechsel sollte man allenfalls nachdenken. Und nein, sie wisse zwar nicht, was schiefgegangen sei, könne mir aber versichern, dass ich mit meinem Schicksal alles andere als alleine wäre. Auch meine Bemerkung, das sei nun die vierte oder fünfte Lieferung von UPS in etwa 12 Jahren, und jedes einzelne Mal sei es so ein Theater gewesen, die Erfolgsquote sei mithin 0% und damit über einen erstaunlich langen Zeitraum erstaunlich konsistent erstaunlich schlecht, kann sie nur bejahend zur Kenntnis nehmen. Sie verspricht aber, dass das Päckchen nicht zurückgeht und am Freitag noch einmal an die Adresse meines Arbeitgebers zugestellt wird. Bzw. man das »ernsthaft versuchen wird«. So weit, so schön. Als ich abends nachhause komme und die vierte »InfoNotice« vorfinde, zum zweiten Mal »Letzter Versuch«, kann ich nur noch lachen. Und staune auch nicht mehr über den Rückruf auf meinem Anrufbeantworter, wo mich wiederum eine andere Mitarbeiterin (sie klang wie die Frostige) ohne viel Zeit mit Entschuldigungen zu verschwenden wissen lässt, sie könne zwar nicht sagen, warum die Lieferung am Mittwoch fehlgeschlagen sei (das weiss offenbar niemand), aber man versuche es am Freitag noch einmal. Danke, das wusste ich schon. Von der Netten.

Fünfter Akt. Katastrophe. Lösung. In der Tat – Freitagnachmittag, viertel vor vier, überreicht mir ein Mitarbeiter der Hauspost das am Empfang abgegebene Paket. Sweet victory, und am Ende doch eine Komödie, keine Tragödie.
Die Kreditkrise erreicht meinen Arbeitgeber …
Sonntag, 2009-06-21 | 15:32:59 CET
… jedenfalls den Süssigkeiten-Automaten in der Cafeteria im ersten Stock.

Update, 2009-07-01: Endlich hat sich jemand erbarmt und den Service kommen lassen. Endlich wieder Schokoriegel. Ah, und ein Hinweis am Automaten besagt, das Problem trete auf, wenn jemand mit einem Badge Süssigkeiten kauft, der mit mehr als CHF 100 aufgeladen ist …
Mittwoch, 2009-06-17 | 20:42:23 CET
Manchmal muss man in die Ferne, um die eigentliche Heimat wieder neu zu entdecken. Köstlich: der sprechende Bayerische Sprachatlas [1]. Ich empfehle für den Start »Schluckauf« und »Sommersprossen«.
Update, 2009-08-04: Fast genauso lustig ist der sprechende Sprachatlas des Alpenraums. Schade, dass da die Schweiz nur sozusagen »am Rande« vertreten ist. [2]
[1]
http://sprachatlas.bayerische-landesbibliothek-online.de/
[2]
http://www.argealp.org/fileadmin/www.argealp.org/atlas/data/atla...
Sonntag, 2009-06-14 | 20:54:27 CET
Wenn Cola dank radioaktiver Zusätze blau leuchtet (bei ersten Testreihen zwar leider einige der Verkoster tragisch verstarben, das aber mit einem Geschenkkorb an die Hinterbliebenen schnell wieder ausgebügelt wurde), die bieder-amerikanische Familie in Andale sich als eine Horde von Menschenfressern entpuppt, die Bevölkerung der Siedlung »Megaton« eine nicht gezündete A-Bombe anbetet, die im Dorfzentrum in einer Pfütze liegt, ausgerechnet das halb eingestürzte Kapitol als zentraler Stützpunkt einer Horde von Mutanten dient, und sich letztlich der »amerikanische Präsident«, dessen Stimme aus allen Radios dringt, als durchgeknallter Computer erweist – dann sind wir in der wundersamen, garstigen Welt von Fallout 3 [1] gelandet.
Wer mich kennt, weiss, dass ich normalerweise eher wenig spiele, vor allem schon aus Zeitmangel, aber auch, weil es nur wenige Spiele gibt, die mich wirklich zu fesseln vermögen (prominente Ausnahme: die MGS -Serie). Die Entwickler von Fallout aber haben es geschafft, mich über die letzten Monate insgesamt mehr als einhundert (!) Stunden vor den Bildschirm zu bannen, und das, obwohl das Spiel durchaus auch seine Macken hat, von gelegentlichen Abstürzen über die bestenfalls »gute« Grafik bis hin zu manchmal eben doch repetitiven Missionen. Warum?
Neben der einzigartigen Atmosphäre, der ungeheuer riesigen, abwechslungsreichen und liebevoll gestalteten Landschaft, die es zu erforschen gilt, den schrägen, aber glaubhaften Charakteren, den vielen bizarren Einfällen, dem guten, alten und suchterzeugenden »Gegenstände sammeln, handeln und den Charakter aufleveln«-Prinzip muss es der Subtext des Spiels sein, der mich so fasziniert hat. Der manchmal fast bösartige Humor, die zahlreichen giftigen Seitenhiebe auf unser aller modernen Lebensstil und den »American Way of Life« im speziellen, das hat das Spiel aus dem üblichen Einerlei herausgehoben, mir nicht nur Spielspass, sondern auch intellektuelles Futter verschafft, und in meinen Augen einmal mehr bewiesen, dass moderne Spiele mindestens so viel zu bieten haben wie ein guter Film. Kein Kinderspiel allerdings, wirklich nicht, und zu recht ab 18 Jahren. Und wenn ich es mit einem Film vergleichen müsste – Brazil [2] wäre der erste Streifen, der mir einfällt.
[1]
http://fallout.bethsoft.com/index.html
[2]
http://www.imdb.com/title/tt0088846/
Aus der Reihe: »Unglaubliche Geschichten«
Freitag, 2009-06-12 | 19:18:31 CET
Mich sollten die mal mit einem Promille dieses Vermögens erwischen … [1]. Nein, kein Tippfehler. Nicht Millionen, Milliarden!
[1]
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Finanzpolizei-e...
Geduldet, aber nicht willkommen?
Montag, 2009-06-01 | 13:47:12 CET
In der Schweizer Ausgabe der ZEIT ist vor zwei Wochen ein nicht uninteressanter Artikel erschienen, den man auch online nachlesen kann [1]. Der Autor, Deutscher, hat sich nach einem Jahr Aufenthalt in der Schweiz entschieden, das Land wieder zu verlassen und heimzukehren. »Du bist geduldet, aber nicht willkommen«, beschreibt er zusammenfassend seine Erfahrungen, und schildert auch einige Beispiele der alltäglichen Ab- und Ausgrenzung. »Nirgends in Europa bin ich so Ausländer wie hier« – hat er Recht?
Ich würde kein Fragezeichen hinter den Titel meines Blog-Postings setzen, wäre ich mit dem Text restlos einverstanden. Marusczyks Verrenkungen beim Bestellen in Cafés und Geschäften sind mir fremd, mit normaler Höflichkeit bin ich noch fast immer zum Ziel gekommen (das nicht nur in Schweizer, sondern auch meinen Ohren eher barsche »Ich bekomme ein …« war mir schon in Deutschland unsympathisch und nie mein Stil). »Die Verkäuferinnen knipsen ihr Lächeln aus …«, da mag auch ein wenig Paranoia dabei sein; dass Arbeitskollegen in der Schweiz in der Regel mehr Distanz halten (und das auch zu Schweizern), das ist Teil der Mentalität hier im Lande und sollte man wohl besser nicht zu persönlich nehmen. Und schliesslich: Nach nur einem Jahr in einem fremden Land schon über eine Fülle von Sozialkontakten und einen nennenswerten Freundeskreis zu verfügen, das gelingt einem vielleicht in Amerika, wo man in Bars keine Viertelstunde unangesprochen bleibt (die schnellen Kontakte dann allerdings auch meist oberflächlich bleiben), aber ganz sicher in keinem europäischen Land, der Schweiz auch (oder erst recht) nicht. Vielleicht hat der Autor da die Flinte einfach zu früh in's Korn geworfen, bei mir hat das auch mehrere Jahre gedauert, bis die gröbste Einsamkeit überstanden war.
Leider aber steckt auch viel Wahres in Marusczyks Text. Es stimmt: die Stimmung ist sehr deutlich gekippt. Der besagten Radiomoderatorin wurde nicht nur der Wagen beschädigt, sie bekam (so konnte man der Presse entnehmen) auch üble Schmähbriefe bis hin zu Drohungen mit der Gaskammer. Waren »die Deutschen« früher lediglich nicht sonders geschätzt ob ihrer (vermeintlichen) sprachlichen Überlegenheit, ihres manchmal eher als laut und arrogant empfundenen Auftretens (dem war leicht entgegenzuwirken), so sind sie jetzt eine »Masse« von Einwanderern, die Schweizern die zumal in der Krise knappen Jobs, am Ende gar noch die Frauen wegnehmen oder, so war das durchaus auch schon nachzulesen, die »Sozialkassen plündern«. Da kann einem wirklich nicht mehr wohl sein, und es braucht ein gewisses Selbstbewusstsein, sich noch als Deutscher klar zu erkennen zu geben. Im Grunde eine lehrreiche Erfahrung; so müssen sich Türken in Deutschland gefühlt haben, vielleicht in der Generation nach der Ankunft der ersten Gastarbeiter. Hier bin ich der Gast und nicht immer nur geschätzt und beliebt.
So muss ich mittlerweile sagen: es ist eine ambivalente Sache. Wäre ich nicht schon viele Jahre hier und hätte inzwischen deutlich Wurzeln geschlagen (Schweizer Partnerin inklusive), mir wäre es auch nicht mehr immer ganz wohl – mein Glück ist wohl, zu einer Zeit in die Schweiz gekommen zu sein, als die Eingewöhnung auch schon nicht einfach, aber absolut möglich war und meine ersten Kontaktpersonen, die Vermieterin, der Hauswart, die Nachbarn mich noch ausgesprochen freundlich und vorurteilsfrei empfingen. Wäre das heute auch noch so? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Was mir damals geholfen hat, sollte aber auch heute noch helfen: sich wie ein Gast benehmen, der die Mentalität, Sitten und Gebräuche der Gastgeber respektiert. Eine gesunde Bescheidenheit und Offenheit mitbringen. Den schmalen Mittelweg finden zwischen Anbiederung oder gar Selbstverleugnung (darunter fällt bei mir der sinnlose Schwyzerdüütsch-Kurs) und deutscher »Hoppla, jetzt komm ich«-Attitüde. Eine realistische Erwartungshaltung. Humor.
Und wenn bei einer Fussball-EM oder WM mal wieder das ganze Land den Gegner der Deutschen anfeuert – zuhause bleiben, die deutsche Fahne (so vorhanden) einrollen, die Jalousie herunterlassen und den Fussball Fussball sein lassen.
[1]
http://www.zeit.de/2009/21/CH-Marusczyk?page=1
Mittwoch, 2009-05-13 | 21:13:16 CET
Gestern habe ich's dann endlich geschafft. »Stalker« gesehen, gestaunt, nachgelesen. Was für ein Film! Aber die echten Fans, die wussten das natürlich schon lange. Lesenswert dazu: [1].
[1]
http://www.filmzentrale.com/rezis/stalkerkk.htm
Donnerstag, 2009-04-30 | 19:59:11 CET
An Beinahe- und tatsächlichen Katastrophen mangelt es derzeit nicht. Heute früh sorgten die Radionachrichten bei mir für ein schlagartiges Wachwerden: dass in Zürich der komplette Bahnhofvorplatz gesperrt ist wegen akuter Einsturzgefahr (!), das hört man nun wirklich nicht alle Tage [1]. Für Nichtzürcher: dort gehen derart viele Strassenbahnlinien durch und der Platz ist ein so neuralgischer Punkt im Strassennetz, da ist der fast völlige Kollaps des ÖV und auch sonstigen Verkehrs nahezu vorprogrammiert.
Zum Glück kam's dann doch nicht ganz so schlimm (und für meinen Arbeitsweg gibt es eine Alternativroute). Nebenbemerkung: aufgetreten war das »kleine Problem« schon gestern abend. Nur eine halbe Stunde vor dem Ereignis bin ich noch schön im 13er über die betroffene Stelle gefahren. Das wär' ja was geworden, wenn da der Boden nachgegeben hätte … was er inzwischen meiner Meinung nach getan hat. Heute abend hat das für mich auch ohne Präzisionsmessinstrumente so ausgesehen, als gäbe es da eine leichte »Delle«, und diverse Risse im Boden waren auch zu sehen. Aber tja, vielleicht war das schon immer so. Die Experten werden schon recht haben.
[1]
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/kanton/Der-Zuercher-Bahnhofp...
Dienstag, 2009-04-21 | 21:13:47 CET
Wer in der IT-Branche unterwegs ist (oder auch nur den Wirtschaftsteil der Zeitung liest) und nicht vollkommen hinter dem Mond lebt, weiss es inzwischen schon lange: Oracle schluckt SUN Microsystems [1]. Und viel ist schon zu diesem Deal geschrieben worden; zu den Vor- und Nachteilen, den Chancen und Risiken, und ob das eine bessere Idee war als die, sich IBM an den Hals zu werfen … schliesslich auch dazu, was das für diverse Soft- oder Hardware-Produkte von SUN bedeuten mag (OpenOffice, MySQL, Solaris, die Storage-Systeme, die SPARC-Prozessoren …).
Da kann ich nur eine ganz persönliche Note anfügen: SUN wie wir die Firma kennen wird aufhören zu existieren, und damit ein Unternehmen, als dessen Fan ich mich lange Zeit betrachtet habe, insbesondere der Hardware … freilich war das noch eine Zeit, als dieselbe noch praktisch unkaputtbar war (von windigen Beinahe-PCs wie der Ultra 5 oder gar Maschinen auf Intel- bzw. AMD-Basis spreche ich hier nicht, die kamen später). Auf SUN-Hardware habe ich meine ersten Schritte mit UNIX unternommen (SunOS und Solaris), was mich zu meinem ersten Job als UNIX-Admin geführt hat – und damals hatte noch nicht jeder Möchtegern Linux im Wohnzimmer (oder auf dem Handy).
Schliesslich und endlich hat SUN die für mich seinerzeit und auch bis heute fast unangefochtene »sexiest machine alive« gebaut, die SparcStation 20 [2] (schöneres Bild: [3]). Dies zumindest in der Kategorie »normaler« Hardware, die in Stückzahlen verkauft und mit der weltweit tatsächlich gearbeitet wird. Von Beinahe-Einzelstücken für Schöngeister (NeXT) sehen wir hier ab.
Mein grosses Glück ist, schon vor Jahren eine gut erhaltene SS20 ergattert zu haben, und dieses Sammlerstück bleibt bei mir – anders als meine Ultra 60, die ist nach wie vor zu haben. (Nachtrag, 2009-04-27: nicht mehr.)
Adieu SUN Microsystems.
[1]
http://news.google.com/news?pz=1&ned=us&hl=en&q=sun+...
[2]
http://en.wikipedia.org/wiki/SPARCstation_20
[3]
http://sunstuff.org/hardware/systems/sun4/sun4m/SPARCstation20/s...
Autonomes FT-Fahrzeug mit Arduino-Steuerung [GEEK POST]
Dienstag, 2009-03-31 | 21:27:49 CET
Als kleines Lebenszeichen kurz vor Ende meines lang ersehnten, wohlverdienten und gut gefüllten Urlaubs noch ein Beitrag aus der Abteilung »Geek Post« (leider anders als bei Kollege Mirko nicht mit einem schönen Icon dazu …). Ich habe mich nämlich nicht nur tapfer durch meinen riesigen Bücherstapel neben dem Bett gearbeitet und die 2008er Steuererklärung gemacht, sondern konnte auch noch ein wenig meiner fischertechnik[1]-Leidenschaft (plus neu erwachtem Elektronik-Interesse) frönen, von der in meinem Blog schon einmal die Rede war [2].
Ausgangspunkt ist der Kasten »ROBO Explorer« aus der Computing-Serie, der leider nicht nur schon für sich relativ teuer ist, sondern dem auch das Herzstück, die von FT vorgesehene Steuerung, fehlt – das »ROBO Interface«, das noch einmal gleich viel Geld verschlingt (nebenbei bemerkt: dieses läuft jetzt aus und wird von FT durch ein leistungsfähigeres Modul ersetzt, wobei nicht klar ist, ob das dann auch mit dem »Explorer« zusammenpasst).
Statt mich finanziell vollkommen zu ruinieren, habe ich es vorgezogen, das Vehikel (das in den Grundzügen dem Basismodell des Explorer-Kastens ähnelt, die schönen Aluprofile gibt es bei Knobloch [3]) versuchsweise per Mikrocontroller anzusteuern und auf den Kauf des FT-Interfaces zu verzichten.
Inspiriert hat mich dazu das MAKE[4]-Magazin (danke, Andreas!), über welches ich auf das sympathische Open-Source- und Open-Hardware-Projekt »Arduino« [5] gestossen bin, dessen »Duemilanove« ein günstiges, gut erhältliches und leicht zu programmierendes Board ist auf Basis Atmel ATmega 168 (neuerdings ATmega 328) [6]. Eine provisorische FT-Halterung für den Arduino war schnell gebastelt, zum Einsatz kommt darüber hinaus das »Motor Shield« von Adafruit Industries [7] – nicht selbst designed, also, aber mindestens selbst gelötet ;-)

Es zeigte sich, dass der Nachbau der Funktionen aus der FT-Dokumentation mit dem Arduino und dessen C-artiger Sprache nicht allzu schwierig ist, wenn's auch natürlich weit mehr Hirnschmalz kostet als die Struktogramme in der FT-Entwicklungsumgebung des originalen ROBO-Interface zusammenzuklicken.
Die Sache funktioniert jedenfalls schon recht gut; die Ansteuerung der zwei Motoren für die Raupen klappt hervorragend. In einem zweiten Schritt habe ich auch die Kettensensoren (Microschalter, die beim Rollen des Fahrzeugs regelmässig ausgelöst werden) angebunden und zähle deren Pulse via Interrupt-Service-Routine.
Als nächstes werde ich noch ein paar der von FT mit dem Explorer gelieferten Sensoren anschliessen, dazu noch den einen oder anderen, den ich aus anderen Quellen besorge, so etwa einen elektronischen Kompass oder einen Infrarot-Abstandsmesser. Ein paar Pins am Arduino sind schliesslich noch frei, v.a. die analogen! Mit so wenig Zeit, wie ich sie wieder haben werde für meine Hobbies, die nächsten Monate, wird das aber wohl leider noch etwas dauern.
Sollte jemand an näheren Infos zu Hardware-Aufbau oder Software interessiert sein – ich stehe zur Verfügung. Spass gemacht hat's einen riesigen, jedenfalls.
[1]
http://www.fischertechnik.de/
[2]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0287d8
[3]
http://www.knobloch-gmbh.de/
[4]
http://makezine.com/
[5]
http://www.arduino.cc/
[6]
http://www.atmel.com/dyn/products/datasheets.asp?family_id=607
[7]
http://www.adafruit.com/index.php?main_page=product_info&cPa...
Sonntag, 2009-02-22 | 22:04:19 CET
Auch schmale Bücher [1] können Gewicht haben: nach langer Zeit wieder einmal ein Roman von Paul Auster, der mich ohne Einschränkungen begeistert. Selten ist mit »schweren« Themen wie Leben, Liebe, Alter, Krieg, Tod so spielerisch leicht und elegant umgegangen worden. Unterhaltsam, aber auch rätselhaft, dazu eine packende Lektüre. Empfehlung.
[1]
http://www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/typhoonartikel/ID15...
News für Würstchen(-Liebhaber)
Sonntag, 2009-02-01 | 22:24:16 CET
Mag das Angebot von Nürnberger Bratwürstchen bei der Migros eine Sommeraktion gewesen sein (siehe [1]), so gibt es Nürnberger inzwischen permanent nicht nur im Aldi, sondern auch im Coop, wie ich beim Wochenendeinkauf gelernt habe. Prima! Ein Würstchen-Shootout mit Aldi und Coop im direkten Vergleich, das steht dann spätestens im Frühjahr an. Stay tuned.
[1]
/cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0167d8
Dienstag, 2009-01-20 | 20:57:48 CET
Während sich anderswo die Welt um Unwichtiges wie neue Präsidenten und kollabierende Banken dreht, werden im bewährten 20 Minuten Dinge von ganz anderem Kaliber verhandelt: sorgt doch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Reichtum des Mannes zu mehr Orgasmen bei der Frau! [1] – Sensationell. Wenn das kein guter Grund für eine Gehaltserhöhung oder eben Auszahlung von Boni trotz Finanzkrise ist. Schade nur, dass eben wegen dieser Krise bei den meisten, die ihr Geld nicht nur sicher unter dem Kopfkissen haben, das Vermögen eher abnimmt.
P.S.: So sicher, dass das alles stimmt, sollte man sich aber eh nicht sein. Formuliert doch der Spiegel [2] deutlich vorsichtiger (wenn auch romantischer): »Das Erreichen des Höhepunkts ist demnach für Frauen ein Indiz dafür, einen guten Partner gefunden zu haben.« – Auch schön. Nicht?
[1]
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/14646925
[2]
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,602087,00.html
Sun Ultra 60 und DEC Alpha Personal Workstation 500au [GEEK POST]
Sonntag, 2009-01-18 | 13:57:14 CET
Obige zwei Hardware-Schätzchen in sehr gutem Zustand, beide mit relativ neuen Festplatten und liebevoll wieder hergerichtet, suchen ein neues Herrchen. Die Sun (1xUltraSparc II 450 MHz, 512 MB RAM, HD 36 GB) ist installiert mit Solaris 10, die Alpha (1xAlpha 500 MHz, 256 MB RAM, HD 38 GB) mit FreeBSD 4.7.
Versucht habe ich's schon mit einer Spende an die FreeBSD-Organisation, diese zeigte sich aber nicht interessiert. Ich habe noch ein paar mehr Ideen, wo ich die Maschinen (die zum Verschrotten definitiv noch zu gut sind) loswerden könnte, aber Vorschläge sind dennoch willkommen. Wer Interesse hat, soll sich melden.
Update, 2009-04-05: Die Alpha ist vergeben. Wer sich noch für die Ultra interessiert – einfach melden.
Update, 2009-04-27: Für die Ultra hat sich auch noch jemand gefunden.
Sonntag, 2009-01-04 | 21:32:59 CET
Mit einem (freilich leicht verspäteten) Rückblick auf 2008 und einem Ausblick auf 2009 beginne ich den Reigen der hoffentlich etwas zahlreicheren Blog-Einträge für 2009. Ach ja, und wünsche noch allen Lesern ein »frohes Neues«.
Im Vergleich zu den teils ausgesprochen turbulenten, fast abenteuerlichen Vorjahren – man denke z.B. nur an die sechs Monate in Singapur Juni bis Dezember 2007 – war 2008 für mich ein Jahr der einkehrenden Ruhe (mindestens: Konstanz), Stress im neuen Job hin oder her. Ah ja, natürlich: im April 2008 habe ich meine neue Tätigkeit bei RBS Coutts angetreten. Aber das war ein sanfter, anfänglich fast unmerklicher Übergang, war ich doch schon vorher bei genau derselben Bank im Einsatz. Die Arbeitsbelastung war deutlich höher als erwartet, und das bis weit in den Herbst und Winter hinein. Auch könnte man sich fragen, ob es angesichts der grossen Finanzmarktkrise der ideale Zeitpunkt war, zu einer Bank zu wechseln, aber meine Bilanz ist positiv: Der Job füllt mich aus, fordert mich, macht Spass, lehrt mich immer wieder Neues (und ist noch immer hinreichend sicher, Krise hin oder her). Ich habe den Wechsel nie ernsthaft bereut, auch in schwierigeren Momenten, die es durchaus gegeben hat, nicht.
Das andere grosse Ereignis im vergangenen Jahr ist, dass ich ganz unerwartet und auf etwas kuriose Weise meine Frau für's Leben gefunden habe. Nur etwa ein Jahr nach der grossen privaten Krise Anfang 2007 kam das grosse Glück, so nahe beieinander können die Tiefen und Höhen im Leben liegen. Ich hoffe sehr und will alles dafür tun, dass dieses Glück Bestand hat.
Und 2009? Das neue Jahr wird für mich wohl beruflich leider kaum weniger anstrengend werden als das vorherige, und auch sonst gilt vermutlich das Motto »mehr vom selben«. Mehr Krieg, mehr Umweltsorgen (Klima), mehr Wirtschaftskrise; aber im privaten hoffentlich auch anhaltende Konstanz und dauerhaftes Beziehungsglück. Und Glück, das wünsche ich auch allen meinen Freunden, Verwandten und Bekannten.


