2008
Mittwoch, 2008-12-24 | 19:38:37 CET
Eine lange Sendepause, aber kein Anlass zur Sorge. Abgesehen von Arbeit, Arbeit, Arbeit und eventuell nochmal Arbeit, einer kurzen undefinierbaren Krankheit (mit ein paar Tagen leichtem Fieber, Schwindel und Übelkeit), zwei wunderbaren Wochenendausflügen Richtung Vierwaldstättersee nach Weggis und Luzern und dem üblichen Vorweihnachtstheater (alle Karten verschickt, Tannenzweige auf dem Couchtisch drapiert?) hat es keine bahnbrechenden Ereignisse gegeben, schon gar keine negativen. Gutes Jahr, das. Und diesen Blog-Eintrag schreibe ich auf meinem eigenen Weihnachtspräsent, einem Macbook Pro, das ich mir geschenkt habe.
Ich wünsche allen, denen ich das nicht schon auf anderem Weg gesagt habe, ein frohes Fest.
Update, 2008-12-25: Als Weihnachtsfilm empfehle ich Eastern Promises. Sehr gut.
Über den Klang von Netzwerkkabeln
Sonntag, 2008-11-16 | 21:18:03 CET
Dieses Amüsement gönne ich mir eher selten, aber neulich war's doch mal wieder so weit. STEREO [1] gekauft, das Hifi-Magazin für Esoteriker. An die immer wieder eingestreuten Berichte über Entmagnetisierungsgerätschaften (für Audio-CDs), Schallplattenwaschanlagen, die hörbaren (?) Unterschiede zwischen verschiedenen Stromsteckern und »audiophilen« Feinsicherungen, die mit grosser Ernsthaftigkeit tolle Klangverbesserungen preisen, habe ich mich längst gewöhnt. In Heft 12/2008 aber setzt die Redaktion dem Ganzen die Krone auf mit einem klanglichen Vergleich verschiedener Netzwerkkabel (Twisted Pair, Cat5 und 6). So erfahren wir: »Die Klangunterschiede fielen überraschend deutlich aus.« Klingt das Kabel von Hama »relativ hart und kühl, zudem ein wenig dünn und glasig«, glänzt hingegen das Cat6 von Monster mit einem »grossen, druckvollen, gelösten Klangbild mit farbenfrohen Mitten«. Selten so gelacht! Aber der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.
[1]
http://www.stereo.de/
Sonntag, 2008-11-09 | 16:25:26 CET
Verdammt lustiger Film. Ansehen.
Freitag, 2008-10-31 | 20:18:58 CET
Eben entdeckt: ein freundlicher Artikel bei Spiegel Online [1] über meine liebste Lektüre, mindestens unter den Zeitschriften. Mir war bis heute nicht bewusst, dass die c't ein Jubiläum begeht, auch wenn ich schon lange Stammleser bin. Gratulation auch von mir! Und ich empfehle dringend die Serie von Fotos in dem Artikel, einige davon sind gar zu amüsant. Ich wusste immer, dass das ein Haufen Nerds ist, oben in Hannover! ;-)
[1]
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,587219,00.html
Die Sache mit dem Verkehr (und den Steuern)
Donnerstag, 2008-10-30 | 21:18:11 CET
Vielleicht in gewisser Weise auch beruhigend: Zürich, wenngleich eine verflixt schöne Stadt, hat auch so seine Probleme und ist nicht die Insel der Glückseligen. Jedes Jahr kommt es zu Beginn der kalten Jahreszeit zum selben Verkehrschaos. Der erste Schneeregen oder etwas Schneematsch auf der Strasse reicht, den Verkehr und ganz besonders den ÖV praktisch völlig kollabieren zu lassen. Lange Zeit gar kein Bus, dann pressen sich ungefähr dreimal so viele Menschen wie gut ist in den ersten, der auftaucht (»Entschuldigung, könnten Sie Ihren Ellenbogen aus meiner Nase nehmen?«), und dann kommen plötzlich drei nacheinander, der dritte ist dann leer. Fast genauso mit der Strassenbahn; als ich mir heute morgen am Limmatplatz 25 Minuten lang alle möglichen Körperteile abfror, kamen nicht weniger als sieben (!) 4er vorbei, nicht aber das benötigte 13er. Dieses war dann um so voller (Nase, Ellenbogen usw.). Heute war's also wieder soweit, dieses Jahr eben etwas früher als sonst. Haus verlassen 7:25, Arbeitsort erreicht 9:05 (sonst brauche ich 40-45 Minuten).
Ah, und noch ein Nachtrag: Auch die Schweiz als Ganzes taugt nicht hundertprozentig zum Paradies, auch nicht zum Steuerparadies (anders als ein gewisser Herr Steinbrück argwöhnt). Gestern die Zahlungsaufforderung für die direkte Bundessteuer bekommen, zu überweisen: rund CHF 5'200 innerhalb drei Wochen (!), allerdings basierend auf einem falschen Einkommen. Naja, der Irrtum wird sich korrigieren lassen. Seufz.
Montag, 2008-09-29 | 22:51:42 CET
Schlimme, ja: schlimmste Nachrichten neulich in 20 Minuten, einem nicht wahnsinnig anspruchsvollen, dafür um so mehr gelesenen Blatt. »Fachleute besorgt«, heisst es da: »Mundart wird zunehmend teutonisiert«. Und weiter: »Deutsche gefährden unsere Mundart«. Skandal! Wobei, zugetraut habe ich diesen Deutschen ja schon immer fast jede Schandtat. Nehmen sie doch (wie ich) guten Schweizern die Arbeitsplätze und ein noch bedeutend knapperes Gut, Wohnraum nämlich, weg (wie ich), und gehen ihrer Umwelt mit arrogantem Auftreten und vor allem – am schlimmsten! – Sprachgewandtheit auf den Geist. So jedenfalls die gängigen Vorwürfe.
Aber ja, es kommt noch dicker. Nun fällt ihnen (also mir) auch die schöne Schweizer Mundart zum Opfer. »Geschliffenes Deutsch« brächten die Einwanderer in die Schweiz mit (ich kenne nicht gar zu viele Deutsche, die wirklich geschliffenes Hochdeutsch aus dem Lehrbuch sprechen, aber tja … schlechter Umgang auf meiner Seite vielleicht). »Und auch ihre Sprache macht sich hier breit« (Anm.: ganz wie die Deutschen) »- auf der Strasse beim Plaudern ebenso wie in Zeitungen und Zeitschriften«. Dass in der deutschsprachigen Schweiz die meisten gedruckten Publikationen grundsätzlich nicht im SMS-Stil, also nach Gutdünken geschriebenem Dialekt, sondern Hochdeutsch erscheinen, und das schon eine ziemlich lange Zeit, ist den Schreibern bei 20 Minuten offenbar noch gar nicht aufgefallen. Pardon, Andy Fischer. So heisst der Verfasser.
»Grillen« statt »grillieren«, »Urlaub« statt »Ferien« – das kann einem tatsächlich nur Schauer den Rücken hinunterjagen. Entsprechend besorgt zeigen sich eben jene Experten, die sich nicht zu schade sind, sich namentlich zitieren zu lassen. Es sei eine schleichende Umwandlung zu erkennen, so etwa ein gewisser Peter Heisch vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache [1]. Er halte diesen Trend für bedenklich. Dass Sprache schon immer etwas Lebendiges, sich Veränderndes war, dass Sprache nicht definiert und festgezurrt werden kann, sondern sich mit dem Gebrauch entwickelt, je nach Zeitumständen mal in diese, mal in jene Richtung, und dass z.B. auch in das Hochdeutsche viele französische Wörter schon vor langer Zeit Eingang gefunden haben (jüngst natürlich viele englische), ohne dass die deutsche Kultur gleich daran zugrunde gegangen wäre, all das ficht ihn nicht an. Auch nicht der schöne Satz auf der Homepage, Verzeihung, Startseite, seines Vereins – »Die erklärten Ziele (des Vereins, Anm.d.Verf.) waren schon damals die Pflege der Muttersprache in ihren beiden Formen Hochdeutsch und Mundarten sowie die Wahrung des Sprachfriedens in der Schweiz«. Sympathisch. Da möchte man gleich beitreten.
Ich für meinen Teil mag die Schweizer und ihr schönes Land immer noch, trotz manchen Misstons im Verhältnis zwischen den Einheimischen und den »Düütschen«, der sich in letzter Zeit eingeschlichen hat. Und von Beginn weg habe ich den wunderbaren Schweizer Dialekt geschätzt, neugierig erkundet und respektiert – wobei sich der Respekt auch darin ausgedrückt hat, dieser Sprache keine Gewalt anzutun, indem ich sie wie eine Fremdprache zu erlernen und sprechen versuche. Stattdessen habe ich mich selbst auf die »schleichende Umwandlung« eingelassen und bin inzwischen mit einem gesunden Sprach-Mischmasch unterwegs.
Schade, liest man dann einen solchen Artikel, und das noch kurz nach dem Frühstück.
20 Minuten freilich ist in Sachen Deutschenhatz noch eher harmlos im Vergleich zum Blick, der mit schöner Regelmässigkeit mit fast schon ausländerfeindlich zu nennenden Schlagzeilen auf Leserfang geht. Insofern alles in Ordnung und kaum der Aufregung wert. Bis dann der nächste selbsternannte Landesverteidiger mit dem Messer Reifen (Entschuldigung, »Pneus«) von Fahrzeugen mit deutschen Kennzeichen zersticht, wie unlängst in Zürich mehrfach geschehen.
[1]
http://www.sprachverein.ch/
Montag, 2008-08-25 | 19:56:53 CET
Neulich in der Print-Ausgabe der ZEIT gefunden, aber zum Glück ist der Text auch online zu finden [1]. Einige Wahrheiten über Singapur – aus der Perspektive eines Spaniers. Komisch, wahr, lesenswert.
[1]
http://www.zeit.de/2008/34/Interview-Singapur
Sonntag, 2008-08-24 | 19:53:59 CET
Einer spontanen Eingebung folgend habe ich mich neulich auf die Suche gemacht nach dem Lieblingsspielzeug meiner Kindheit, und siehe da: fischertechnik mag (mindestens hier in der Schweiz) den Kampf gegen das eigentlich technisch schwächere Lego Technic verloren haben und aus den Läden verschwunden sein, geben tut's das aber sehr wohl noch, z.B. über die entsprechende Website [1]. Mit Online-Bestellmöglichkeit, wobei die Partnerfirma, die den Versand übernimmt, auch problemlos in die Schweiz liefert. Da war die Verlockung trotz der horrenden Preise doch zu gross, mir mit einer kleinen Verspätung von gut 20-25 Jahren einige Weihnachtswünsche aus meiner Kindheit zu erfüllen.

Gedacht, getan, und nur wenige Tage später war ich glücklicher Besitzer von gegen 1'600 Teilen aus diversen Kästen. Und war kaum mehr zu bremsen in meinem Konstruktionsdrang. Das Schöne ist: Das sensationell flexible Verbindungssystem und beinahe alle Elemente sind geblieben, die Teile sehen aus wie damals und würden mit denen aus meiner Kindheit wohl problemlos zusammenpassen. Die Qualität ist hoch, einige wenige Kleinteile sind seit damals dazuerfunden worden, nur wenig wurde verändert (so sind die Grundbausteine z.B. schwarz statt grau). Nur an ganz wenigen Stellen sind Verschlimmbesserungen zu vermelden; so ist zwar der aktuelle »grosse« Motor sicher etwas zupackender, aber durch seine Gehäuseform und fehlende Befestigungsmöglichkeiten hinten schwerer zu verbauen. Spass macht es aber mindestens wie früher, trainiert Geduld und räumliches Vorstellungsvermögen, Koordination und Verständnis technischer Abläufe. Und lenkt ab vom Alltagsstress! Super. Verdammt schade, dass man in allen Läden nur noch Playmobil und Lego, nichts anderes mehr findet. Auch heutige Kinder sollten mit fischertechnik spielen! – Oben jedenfalls ein Bild meines ersten Schwerlastkrans, voll motorisiert und mit diversen Lämpchen und technischen Gadgets ausgestattet. Stolz! Man muss es ja nicht gleich so übertreiben wie mancher andere (erwachsene) Bastler, siehe [2].
[1]
http://www.fischertechnik.de/
[2]
http://www.ftcommunity.de/details.php?image_id=2244
Dienstag, 2008-08-12 | 18:46:31 CET
Besser nur ein Link als gar kein Lebenszeichen. Aber das ist dann doch zu witzig [1] … wir lernen daraus: abgesehen von ein paar anderen Kleinigkeiten (inzwischen ist ja bekannt geworden, dass ein Teil des Feuerwerks am Computer zusammengeschummelt worden war, und ebenso, dass die süsse Kleine mit dem ergreifenden Lied nur Playback sang, weil die echte Sängerin den Organisatoren nicht hübsch genug war) war bei der Olympia-Eröffnung auch die Technik nicht ganz sattelfest.
[1]
http://gizmodo.com/5035456/blue-screen-of-death-strikes-birds-ne...
Donnerstag, 2008-07-31 | 19:46:37 CET
Manche Klischees müssen einfach wahr sein. In welchem anderen Land der Welt hätte die Wahl eines Armeemessers derartigen Nachrichtenwert?? [1]
[1]
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/soldatenmesser_...
Samstag, 2008-07-12 | 15:52:08 CET
So lange Ruhe auf meinem Blog, das kann ja kein gutes Zeichen sein? Wie man's nimmt. Passiert ist in der Zwischenzeit einiges; die Euro 2008 ist gekommen und gegangen (selbst verfolgt habe ich als bekennender Fussballhasser nur zweieinhalb Spiele), der Sommer ist gekommen und – wenn ich mir den heutigen Regen ansehe – gegangen, Nürnberger Bratwürstchen von der Migros (siehe unten) sind gekommen und gegangen … und, ach ja, meine Kaffeemaschine ist nicht gekommen, aber um so mehr gegangen, mal wieder hat mich eine gläserne Kaffeekanne nicht überlebt und war nicht zu ersetzen (also gab's eine neue Maschine). Nur eines ist, trotz mit Müh und Not überstandenem Halbjahresende, geblieben: im Job sehr viel zu tun, sehr viel Hektik, viele Systemprobleme bei meinem jetzigen Arbeitgeber, die mich voll und ganz gefordert haben, und es zeichnet sich ab, dass auch die nächsten Wochen anstrengend werden, bevorstehender Geburtstag hin oder her. – Apropos, wie die Zeit vergeht … Wahnsinn. Ich meine, mein Singapur-Aufenthalt und mein letzter Geburtstag in Bangkok seien erst gestern gewesen.
Sonntag, 2008-06-08 | 16:20:22 CET
Gestern ist dann das passiert, was ich mir vielleicht manches Mal gewünscht, aber nie ernsthaft zu hoffen gewagt hatte. Was sehe ich beim Wochenendeinkauf in der Migros? Nürnberger Rostbratwürste! Echte! Aus Deutschland! Gebrüht, im 14er-Pack und DLG-prämiert. Ist es zu fassen. Gleich zwei Packungen in den Einkaufswagen gelegt, und heute abend werden die ersten Würstchen gegrillt. Ein Stück Heimat … und das im Land der Kalbsbratwurst und Cervelat. Vielleicht ein Nebeneffekt der Fussball-EM? Will man etwa deutschen Gästen eine Freude machen? Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Hoffen wir, dass das Angebot die Grillsaison übersteht und man künftig rund um's Jahr Nürnberger kaufen kann …
Sonntag, 2008-05-18 | 20:30:37 CET
Bevor der Sonntagabend zu Ende geht, werde ich an dieser Stelle noch schnell zwei CD-Tipps los. November Növelet: Magic. Minimalelektronischer Sound, dazu eine coole Frauenstimme, das alles clever komponiert und mindestens so eingängig wie schräg. Portishead: 3. Für mich immer noch eine sensationelle Band mit einem ganz eigenen Sound; manches Mal kopiert, nie erreicht. Das lange, lange Warten auf ihr gerade mal drittes Album hat sich mehr als gelohnt, ein Meisterwerk mit Gänsehautgarantie. Beide Male gilt: kaufen!
Montag, 2008-05-12 | 20:46:34 CET
Nach langen Jahren mit der Röhre und einigem Zögern habe auch ich jetzt auf einen »Flachen« gewechselt und bin inzwischen rundum glücklich, da endlich alles geliefert, richtig aufgebaut, verdrahtet und eingestellt ist. Gestaunt allerdings habe ich über ein neben vielen anderen Dokumenten von Sony mitgeliefertes Heftchen: die GNU Public License (GPL). Irgendwo tief drinnen im Gerät stecken wohl Busybox und noch ein paar weitere FOSS-Komponenten. Die Zeit, als ein Fernseher aus ein paar diskret und weitgehend analog aufgebaute Platinen und einer grossen Vakuumröhre nebst Elektronenkanone bestand, sind endgültig vorbei. Ich würde nicht staunen, wenn man sich bei der modernen Höllenmaschine via Wartungs-Anschluss remote einloggen könnte …
Das reisende Synthesizer-Museum
Dienstag, 2008-05-06 | 23:57:49 CET
Nachtrag zu einem Konzert, das ich am letzten Samstag habe miterleben können: Jean Michel Jarre [1], inzwischen gealterter Haudegen der elektronischen Klangsynthese, gastierte im Zürcher Hallenstadion mit einer Kollektion historischer Synthesizer (sowie einem Theremin!), die eher an ein reisendes Museum denn an den Aufbau einer Band erinnerte.
Hohepriester der Maschinen. Ich wusste nicht recht, was mich erwarten würde; der Name war mir natürlich ein Begriff, gesehen oder gehört hatte ich Jarre aber bislang nie, mindestens nicht bewusst. Ich war dann nicht wenig erstaunt, als ein nicht mehr ganz junger, aber ausgesprochen dynamisch wirkender Musiker in die Halle stürmte, den man vom Look her eher für einen Schlagersänger als einen Pionier der elektronischen Musik hätte halten können. An Elan fehlte es ihm und seinen drei Mitstreitern nicht, und so zelebrierte Jarre seine Kunst mit Hingabe und Körpereinsatz, nicht ohne sich immer wieder feiern zu lassen von den Zuhörern.
Klang der Vergangenheit. Zwar scheint sich der Meister von den ganz grossen Lightshows verabschiedet zu haben (es gab nur eine wechselnd bunte Beleuchtung, einen von der Decke herabgelassenen Spiegel und zwei eingespielte Videos), aber die lenken eigentlich auch nur ab. Musikalisch war die Darbietung interessant, aber für mich nicht wahnsinnig mitreissend. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Klangbastler gehört, die sich weiter ab vom Mainstream tummeln (dafür aber keine Hallen füllen, sondern bestenfalls den Walcheturm) und kreativ mehr wagen als jemand wie er.
Die Avantgarde der Siebziger wirkt heute eben doch ein wenig altmodisch – die Zeiten haben sich verändert, Jarre hingegen erschien in Zürich als stehen Gebliebener. Was nicht seinen Status als Held der elektronischen Musik in Zweifel ziehen soll (und für seine zahlreich angereisten Fans, die voll und ganz hinter ihm stehen, ist er sowieso der Allergrösste). – Eine faire Kritik? Vielleicht nicht. War doch das Konzert in Zürich zugegebenermassen mit der fast ausschliesslichen Darbietung seines grossen Hit-Albums von 1977 (!), Oxygène, ganz bestimmt nicht repräsentativ für sein gesamtes Schaffen. Interessant war's unter dem Strich allemal, und für mich als Fan elektronischer Klangerzeugung ein Erlebnis, wenn auch ein eher kurzes.
[1]
http://www.jeanmicheljarre.com/
Freitag, 2008-04-25 | 19:56:29 CET
»Faul macht dumm«. Super-Leistung, SPIEGEL! [1]
[1]
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,548638,00.html
Mittwoch, 2008-04-09 | 21:00:57 CET
Und das hier ist speziell für Lorenz: Planet Terror ist, tja, ungefähr so wie ich mir das gedacht habe. Zum Glück haben wir keinen schlechten Geschmack.
Mittwoch, 2008-04-09 | 20:59:38 CET
Kurz und bündig: erste Woche im neuen Job gut überstanden. Alles i.O.
Mittwoch, 2008-03-26 | 15:48:28 CET
Dieses Jahr habe ich Ostern im kalten Hamburg statt im ebenso kalten Zürich verbracht und mich richtig verwöhnen lassen. Ein edles Hotel [1], gutes Essen, gutes Bier, stundenlange Spaziergänge, Shopping, Kunstgenuss, Vollbäder (in einer grossen Wanne statt in diesem winzigen Sitz-Dingsbums in meiner Wohnung), das ganze Programm. Herrlich! Wenn ich nur nicht gleich ein paar Kilo zugelegt hätte dabei, aber tja …

Noch schnell ein paar kulinarische Notizen. Gut gefallen hat mir die Bar »Frau Hedwig und Herr Paul« [2], und auch das »Schönes Leben« [3] war ein prima Unterschlupf und hat mir bei der wirklich unangenehmen Kälte am Ostermontag praktisch das Leben gerettet. Wer ein gediegenes Essen in einem tollen Rahmen geniessen will, ist im Keller unter dem Rathaus, dem »Parlament« [4] richtig – wenn auch der Sauerbraten dort nur beinahe so gut wie der halb so teure im Kulturforum in Fürth [5] war. Aber der Raum! Klasse. Im »Brauhaus Joh. Albrecht« [6] war's dann gleich so lecker, dass ich zweimal dort gelandet bin. Und am glücklichsten war ich fast im »Block House« in der Gänsemarkt-Passage [7], das Steak dort war derart lecker … Zeit, dass diese Kette eine Filiale in der Schweiz öffnet! Bis dahin habe ich zumindest mal ein Gläschen vom Block'schen Steakgewürz als Souvenir mitgenommen. – Verhungert bin ich also nicht, leider. Aber wieder etwas abspecken, das kann ich ja jetzt im Frühjahr …
[1]
http://www.sofitel.com/sofitel/fichehotel/de/sof/5395/fiche_hote...
[2] gibt es nicht mehr:
http://www.hedwigundpaul.de/
[3]
http://www.schoenes-leben-hamburg.de/
[4]
http://www.parlament-hamburg.de/pages/frameset.html
[5]
http://www.kulturforum.fuerth.de/
[6]
http://www.brauhaus-joh-albrecht.de/data/ham.php
[7]
http://www.block-house.de/
Sonntag, 2008-03-09 | 22:05:37 CET
Gleich zweimal hat mich Tommy Lee Jones in letzter Zeit mit wortkargen, aber um so stärker gespielten Rollen begeistern können. Einmal im Oscar-gekrönten No Country for Old Men der Coen-Brüder (ein starkes Stück Film, geboten wird dabei noch einer der fiesesten Killer der Filmgeschichte), heute zum zweiten Mal in dem bitteren, wahrhaftigen In the Valley of Elah von Paul Haggis, der drastisch vorführt, wie der Einsatz im Irak junge Menschen verrohen lässt und letztlich zerstört. Jones muss nichts sagen, sein zerklüftetes Gesicht, seine Blicke sagen schon alles. Sensationell. Ansehen!
Dienstag, 2008-03-04 | 10:55:58 CET
Der erbitterte Konkurrenzkampf der zwei in der Schweiz führenden Provider Cablecom (Technik: Kabelmodem) und Bluewin (DSL) in Verbindung mit leicht chaotischem CRM der Cablecom treibt Blüten … man reibt sich die Augen. Als ich vor Jahren Kunde wurde, hatte ich zunächst klein angefangen (128 kbit/s), dann aber später auf eigenen Wunsch auf 512 kbps aufgerüstet. Noch während der Auftrag unterwegs war, wurde ich bereits für denselben Preis auf 600 kbps gesetzt, getreu der Vertriebsregel: never reduce prices, always add value. Im Laufe der Jahre wurde es dann zur schönen Gewohnheit, immer wieder Upgrades zu bekommen bei unverändertem Preis, bis ich 2007 schliesslich bei stolzen (und eigentlich schon zu schnellen, für meine Bedürfnisse) 5 Mbit/s angelangt war. Ein Downgrade (für Cablecom sicher nicht mehr als ein Mausklick!) kostet skandalöse hundert Franken, weswegen ich das Spiel stets mitspielte. Bis ich dann im Januar doch die Nase voll hatte: Die nächste Runde stand an, ein Brief der Cablecom unterrichtete mich, dass man gedenke, aus meinen 5 volle 25 Mbit/s zu machen. Zu viel ist zu viel, also zähneknirschend mein Downgrade auf 3.5 Mbit/s bestellt. Trotz der taggenauen Rückerstattung der gesparten Differenz für's erste Quartal resultierte »dank« der Kosten für den Downgrade absurderweise eine weitere Rechnung über CHF 29.40 – korrekt gerechnet und dennoch ärgerlich. Noch während die entsprechende Abrechnung zur näheren Prüfung bei mir auf Halde lag, gab's schon das nächste Jubelschreiben: »Aus hispeed 3500 wird hispeed 5000 – über 40% mehr Leistung ohne Mehrkosten!« – Hurra! Das Ende vom Lied ist also, dass ich wieder bei meinen 5 Mbit/s liegen werde, nur für dreissig Franken weniger je Monat, aber die einmalige Strafzahlung. Die Pointe: »Und wenn Sie noch mehr Geschwindigkeit möchten: für CHF 20.- mehr pro Monat können Sie ab März auf das neue hispeed 15000 wechseln.« – mit 15 Mbit/s. Super! Trotzdem kein Interesse, dankeschön.
Montag, 2008-03-03 | 21:20:16 CET
Zurück unter den Lebenden, nach viel überstandenem Stress geniesse ich meinen Urlaub – und bin heute endlich dazu gekommen, meine Letters from Singapore, sprich: meine Erfahrungsberichte von meinem sechsmonatigen geschäftlichen Singapur-Aufenthalt (ursprünglich veröffentlicht in meinem Blog) separat auf der Homepage zu verewigen, in einer eigenen Kategorie »LFS«. Damit hat jeder die Möglichkeit, die Serie nochmal am Stück nachzulesen, ohne meine bescheidene Blogging-Lösung (und damit den Server) unnötig zu belasten oder sich durch x andere eher uninteressante private Posts zu wühlen. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch ein paar kosmetische Details verbessert und nochmal alle Links überprüft und, wo nötig, aktualisiert. Ich wünsche allen Singapur-Interessierten eine unterhaltsame Lektüre.
Donnerstag, 2008-01-24 | 21:19:48 CET
Schnell noch ein Nachtrag zu einem Konzert, das ich am Dienstag besucht habe. Bei meinem eher ungewöhnlichen Musikgeschmack bin ich Veranstaltungen mit eher »übersichtlichem« Publikum gewöhnt. Aber man kann alles steigern. Angekündigt war »Ritatell« mit Joke Lanz und Christian Wolfarth, Geräusche und Percussion, in der Werkstatt für improvisierte Musik [1]. Zwei Vollblutmusiker und ein interessanter Abend, mit, tja, eben viel Improvisation. Schade, dass nur acht (!) Zuhörer da waren.
[1]
http://www.wimmusic.ch/
Ein neues Projekt und vergleichende Speiseeisstudien
Montag, 2008-01-21 | 21:07:00 CET
Der Januar ist schon wieder fast um, allerhöchste Zeit, ein kurzes Lebenszeichen von mir zu geben. Eigentlich muss mich niemand fragen, was ich die letzten Wochen getrieben habe, die Antwort ist ausgesprochen langweilig: gearbeitet (viel), geschlafen (wenig), vor allem ersteres auch zu den absurdesten Zeiten. Das neue Jahr hat also ausgesprochen anstrengend angefangen. Aber immerhin habe ich jetzt ein neues Projekt beginnen können: Langjährige Leser meines Blogs mögen sich vielleicht erinnern an mein Vorhaben, alle Folgen der »X Files« zu sehen (nicht weniger als neun Staffeln), so geschehen 2005-2006. Die neue Aufgabe heisst »Twin Peaks«, alle Folgen, eine pro Woche; ein Hoch auf schöne DVD-Boxen für Sammler und Liebhaber. Ich sehe noch einem dritten Projekt im selben Geiste entgegen, aber da braucht es noch etwas Geduld (»Lost«). Und nach den Folgen jeweils gerne etwas Speiseeis. Seit Singapur weiss ich, dass »Macadamia Nut Brittle« mindestens so gut ist wie »Pralines and Cream«. Oder sagen wir: anders. Um's genau zu ergründen stehen derzeit zwei Becher in meinem Gefrierfach.


