dgbrt.ch

Selbstversuch 2: Trinken wie … ein Selbstmörder

Mittwoch, 2013-04-24 | 22:36:45 CET

Dank einer meiner zwei (*räusper*) treuen Stammleserinnen, die das Testmuster zur Verfügung gestellt hat (danke AC!), gibt es heute – als Fortsetzung zu meinem anderen Artikel neulich [1] – den zweiten Selbstversuch. Statt um Bergsteigermampf geht es dabei um »Getränkepulver Typ Rotwein«, und nein, ich wusste auch nicht, dass es das gibt. Fehlt nur noch Instant-Bier! Unfassbar.

Es gab nur zwei kleine Problemchen mit dem leckeren Tropfen; zum einen – gut erkennbar auf dem Bild – hatte es offenbar auf dem Postweg einen Feuchtigkeitseinbruch gegeben, was dem Tütchen einen appetitlichen Touch von ausgelaufener Batterie verlieh, zum anderen war das Mindesthaltbarkeitsdatum (Dezember 2007) leicht überschritten. Aber was soll's, der Forscher schreitet mutig voran, was tut man nicht für die Wissenschaft! – Zutaten sind: Rotweinextrakt, Alkohol (!), diverse E-Stoffe (Antioxidationsmittel, Säuerungsmittel, Farbstoff), sowie Rote-Bete-Pulver. Im Endergebnis sollte der Wein über neun Volumenprozent Alkohol haben.

http://blog.dgbrt.ch/img/2013/rotwein1.jpg


»Pulver gut«, sagt der Skifahrer, aber das galt hier nicht. Ohne weiteren Kommentar.

http://blog.dgbrt.ch/img/2013/rotwein2.jpg


Normalerweise würde man die Substanz mit 200ml Wasser anrühren und hätte wohl keine Probleme damit. Ich in dem Fall schon, wie das folgende Bild zeigt.

http://blog.dgbrt.ch/img/2013/rotwein3.jpg


Auch zwei Stunden nach diesem Foto hatte sich dann nicht mehr sehr viel verändert; ein Teil der Knetmasse hatte sich zwar gelöst und die Brühe war derweil ziemlich braun, aber das Ganze sah nach wie vor übel aus – und roch ausgesprochen streng. Irgendwas zwischen Abbeizmittel und Rattengift … mit einer Note Klebstoff. Absolut furchterregend. Ja, ich habe ein paar Tropfen probiert. Nein, es war nicht lecker. – Fairerweise müsste man aber wohl dem Produkt noch eine Chance geben, und zwar ohne Feuchtigkeit in der Packung und nicht sechs Jahre nach Haltbarkeitsdatum. Interessant war's trotzdem, und ich hab' mal wieder was gelernt!

Nachtrag, 2013-04-29: Zufallsfund im Web, YouTube ist ja schon eine coole Erfindung. Die Profis [2] sehen das bei ihrem ziemlich lustigen Test desselben Produkts ganz ähnlich wie ich. Ansehen!

[1] => /cgi-bin/blog.cgi/action=view/id=0147dd
[2] => http://www.youtube.com/watch?v=vxp_qJuKIYk

 

Kommentare
 

Grüsel ;)

von spilla - Donnerstag, 2013-04-25 | 19:13:12 CET

 …
 

Was heisst da Grüsel!

von AnneCatherine - Montag, 2013-04-29 | 18:48:59 CET

Als Ursache dieses wagemutigen Versuches (der Steck kann da glatt einpacken, mit seinem läppischen Everest) muss ich heftig applaudieren. Aber konnte ich denn wissen, dass unser Forscher den Beutel nicht einfach zu Dekozwecken rumliegen lässt, sondern effektiv auch kostet? Nein konnte ich nicht, don't shoot me, I'm only the pianoplayer …