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Passend zur Jahreszeit: glutenfreier Biergenuss

Dienstag, 2015-04-21 | 22:18:42 CET

Die Verkostung unten gezeigter Biere ist in Tat und Wahrheit schon ein paar Monate her, aber passend zum ziemlich plötzlich ausgebrochenen Frühling poste ich heute Mini-Reviews diverser amerikanischer »craft beers«, allesamt weit weg vom deutschen Reinheitsgebot, aber dafür glutenfrei. Für die Bereitstellung der Probeflaschen sei an dieser Stelle meinem Freund M.R., wohnhaft in N.Y.C. gedankt! Und nein, so schlimm wie der Rotwein aus der Tüte (Stammleser wissen, was ich meine …) war keines davon. Nachfolgend also meine Degustationsnotizen, nur minimal redigiert.

http://blog.dgbrt.ch/img/2015/bier.jpg


Steadfast Golden Blonde Ale
»brewed with sorghum, honey and spices«
5.5 Vol%

Geruch mit einem Hauch Almdudler, Geschmack blass-süss-säuerlich mit spürbarem Touch von Kräutern. Nur mit Fantasie eine bierähnliche Substanz, aber Hauptsache glutenfrei. Der Alkohol hilft auch.

New Planet
Raspberry Ale »made from sorgum and corn extract« (!)
5 Vol%

Geruch von vergorenem Beerensaft, geschmacklich wie ein Radler aus fadem Bier und Fruchtlimo. Nicht süss, aber auch nicht wie Bier … bizarr. Ungesüsstes Rivella?

Dogfish Head »Tweason'ale«
»sorghum-based ale brewed with strawberries and buckwheat honey«
6 Vol%

Riecht dezent fruchtig, schmeckt aber recht hohl & herb (erinnert an mein eigenes Gebräu, vor Jahren). Vom Honig merkt man wenig bis nichts, die Erdbeeren suche ich auch fast vergeblich. Irgendwo zwischen gechlortem Schwimmbadwasser, feucht gewordenem Holz, vergorenen Birnen und mit Wasser aufgegossenem Aldi-Büchsenbier. Aber sechs Prozent! Donnerwetter.

Lakefront Brewery »New Grist«
»Pilsener Style«
5.1 Vol%

Zarter, blumiger Duft – leider auch recht blass und leicht süsslich auf der Zunge. Sicher süffig und geeignet für einen heissen Sommer, aber von der herben Frische eines guten Pils weit entfernt … sehr weit. Trinkbar.

Redbridge Sorghum Beer
Anheuser Busch
4 Vol%

Bringt einen nicht um, aber hat mit Bier im herkömmlichen Sinn wenig gemein. Fad, blass und freudlos – erinnert an Ginger Ale, aber mit weniger Aroma und ohne Zucker (enthält zwar Sirup, aber tja …). Hier also nicht nur ohne Fruchtaroma, sondern nahezu gänzlich ohne. Zumindest kratzt es nicht.

Omission
»handcrafted lager« (o. jegliche Zutatenangabe …)
4.6 Vol%

Ob glutenfrei oder nicht (das Etikett macht auch hierzu keine Aussage) – ein kräftiges Getränk mit nussigem, kernigem Aroma, wenn auch etwas holzig und nicht zu elegant. Aber finally, ein Bier! Nicht schlecht.

 

Kommentare
 

Legendär!

von AnneCatherine - Donnerstag, 2015-04-30 | 18:47:14 CET

Jaja, das mit dem Rotwein aus der Tüte, der Testende haarscharf am jämmerlichen Tod vorbeigeschrammt, und das alles nur weil eine Stammleserin …. etc.
Aber: das ist doch immerhin eine Geschichte, die man dereinst den staunenden Enkeln erzählen kann.
Sowas hat nicht jeder auf Lager.
Oder?
 

Sehr wahr!

von Jan - Donnerstag, 2015-04-30 | 22:58:01 CET

Unvergesslich auch die knetgummiartige Konsistenz des »Pulvers« (das ja nur wenige Jahre über Verfalldatum war), welches sich dann auch in einem mehrstündigen Experiment der Lösung in Wasser widersetzte. Das waren noch Zeiten …
 

Hab' ich was verpasst?

von Schubsi - Dienstag, 2015-05-05 | 23:01:29 CET

Enkel? Das würde ja Kinder voraussetzen, oder?
 

Biologisch gesehen ist das nicht von der Hand zu weisen

von Jan - Dienstag, 2015-05-05 | 23:10:20 CET

 … insofern kann hier nicht die Rede von meinen Enkeln gewesen sein, denn die wird's nicht geben. – Aber von dem Knetgummi-Rotwein, von dem werden noch ganze Generationen von Kindern anderer Leute sprechen :-)
 

Pah ….

von AnneCatherine - Mittwoch, 2015-05-06 | 9:10:02 CET

Das mit den Enkeln war natürlich im übertragenen Sinn gemeint – ich wollte bloss unseren Tester darauf hinweisen, dass das Erlebnis mit dem Pulverrotwein nicht traumatisierend war, sondern eben, ähm, einmalig. Alles eine Frage der Einstellung, finde ich als Spenderin des Pulvers ….
Ein Hoch auf uns enkellose Abenteurer :)