Zweiter Reisebericht (Kuala Lumpur)
Montag, 2007-04-30 | 16:16:29 CET
Der Flug von Singapur nach Kuala Lumpur war – nach einer durchaus spannenden Taxifahrt zum Flughafen von Singapur – kurz und angenehm, Singapore Airlines ist wirklich eine erstklassige Fluggesellschaft. Besonders eindrücklich sind die ohne Ausnahme bildhübschen Flugbegleiterinnen in ihren wunderbaren, bunten Gewändern. Herrlich. Nett waren auch die Durchsagen auf Malaiisch (Bahasa Malaysia), zumindest vermute ich, dass es sich um diese Sprache handelte. Die begannen allesamt mit sowas wie »Jalam o Boing Poing«, oder so ähnlich. Schwer, nicht zu lachen.
Auch für Malaysia gilt es im übrigen ein Einreiseformular auszufüllen, das noch ein wenig umfangreicher ausgefallen ist als das Singapurianische. Besonderes Magengrimmen machte mir einmal mehr der Hinweis auf die Todesstrafe für Drogenschmuggler. Man weiss ja nicht, was einem unbemerkt zugesteckt wird …
Am Flughafen Kuala Lumpur gibt es dann einen ziemlichen Kampf um die Touristen bzw. darum, wer sie in die Stadt fahren darf. Nach ein paar Irrungen und Wirrungen landete ich im »Teksi« eines freundlichen älteren Herrn, der aber nicht eben viel Englisch konnte. Der hohe Fahrtpreis von 150 Malaysischen Ringgit war vorher abgemacht und schon bezahlt. Warum das so viel Geld kostet, wurde mir dann mit der Zeit auch klar: Der Flughafen liegt nicht weniger als 75 km entfernt von der Stadt, man ist also geraume Zeit unterwegs. Auch auffällig: Fahrspuren sind in dem Land nicht viel Wert, mein Fahrer bewegte sich gerne auf den Linien oder wechselte in Kurven ohne zu zögern über vier Spuren. Dass er einen Fahrgast hatte, hielt ihn auch nicht davon ab, unterwegs bei einer Tankstelle diverse Besorgungen zu machen. Dafür bewies er im wirklich ziemlich unangenehmen Stadtverkehr Kuala Lumpurs eiserne Nerven; hätte ich da selber am Steuer gesessen, wäre ich wohl nicht ohne Blechschaden angekommen … und vermutlich durchgedreht. Italien ist harmlos.
Mittlerweile habe ich einige grössere Besichtigungstouren hinter mir. Das Klima ist in Kuala Lumpur nicht wesentlich anders als in Singapur, d.h. schwül-heiss, tagsüber eigentlich immer über 30°C und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Und wie in Singapur gilt: Wenn es regnet, dann sehr ordentlich. Man ist also permanent nass, egal auf welche Art, und verlässt man ein Gebäude, beschlagen erstmal Kameralinse und Brille. – Ansonsten sind die Unterschiede schon ziemlich gross; Kuala Lumpur ist doch ein ganzes Stück wilder, lauter und schmutziger, ein Schmelztiegel von Kulturen und Religionen.

Auffällig auch das zumindest in der Gegend mit den Hotels und Malls äusserst zahlreiche Sicherheitspersonal bzw. die vielen Polizisten, die aber dann jeweils hochglanzpolierte Lackschuhe tragen. Einerseits mag das die Sicherheit vor Gefahren (welchen?) erhöhen, andererseits sorgt es doch für unbehagliche Gefühle.
Kein Besuch Kuala Lumpurs kommt ohne Besichtigung der Petronas Towers und des angeschlossenen, wahrhaft gigantischen Einkaufszentrums aus, Foto anbei. Hier mal aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive, von aussen knipsen kann die Türme ja jeder …

Neben ausgedehnten Fussmärschen zu diversen Sehenswürdigkeiten verbringe ich meine Tage hier damit, den Hotel-Pool zu geniessen (die Massage teste ich morgen), sowie, zwangsläufig, mit Besuchen in diversen Restaurants. Toll ist die Auswahl, man kann praktisch alles haben. Ich war mittlerweile Libanesisch essen, heute abend Thailändisch – und gestern in einem Steakhaus. Man stelle sich vor: das ganze Personal (Malaiien und Chinesen) in Jeans, Western-Shirt und mit Cowboy-Hut. Alleine das schon ein toller Anblick. Und das gesamte Team hing an meinen Lippen, um zu sehen, ob es mir schmeckt – und alle haben sich dann gefreut wie Kinder, als sie mein breites Grinsen nach Genuss des ersten (hervorragenden) Bissen sahen. Priceless.
Ergänzung, 2007-05-01: Inzwischen liegt auch die »traditional Malay massage« hinter mir. »The technique consists of long kneading strokes that focus on the muscles and pressure applied to various points on the body. This treatment uses pure essential oils of ylang-ylang, orange, clove, ginger and patchouli.« – In der Tat eine ölige Angelegenheit (und nein, der Masseur war ein Mann …), und jetzt rieche ich wie ein Fruchtsalat. Tolle Sache. Morgen geht es dann los in Richtung Hongkong.
Ergänzung, 2007-05-02: Offensichtlich kann man den Weg aus der Stadt zum Flughafen auch in 40 Minuten und für 90 Ringgit schaffen, wenn der Fahrer konsequent jedes Tempolimit überschreitet und das Hotel das Taxi für einen bestellt …
Heieiei …
von Mirko - Donnerstag, 2007-05-03 | 18:39:52 CET
Da hast Du Dir ja einen ganz schoenen Trip zusammengestellt … Singapur, Malaysia, Hong Kong, wie lange wirst Du denn unterwegs sein? Klingt jedenfalls als ob Du jede Menge Spass hast :-) Weiter so!
Spass? Ach naja …
von Jan - Samstag, 2007-05-05 | 8:44:59 CET
Insgesamt sind etwas über zwei Wochen eingeplant; am Montag mache ich mich wieder auf den langen Nachhauseweg. – Danke für die guten Wünsche, leider amüsiere ich mich in Hongkong wegen eines ziemlich bösen Infekts nicht halb so gut, wie ich wollte, und komme kaum dazu, mir irgendetwas anzusehen. Der dritte Bericht wird also eher kurz ausfallen …


