Erster Reisebericht (Singapur)
Mittwoch, 2007-04-25 | 1:24:28 CET
Schon beim Check-In zeigte sich, dass man es in Singapur etwas genauer nimmt – es wurde mir ein Formular für die Einreisekontrolle überreicht, das jeder Singapur-Reisende auszufüllen hat. Inklusive Informationen über den Wohnort bzw. Ort der Unterbringung, die genaue Dauer, die Stadt, aus der man an- und der Stadt, in die man weiterreist …
Über solche kleinen Ärgernisse tröstet der Komfort von Singapore Airlines hinweg. Eine nagelneue Boeing 777-300 stand bereit, und was beim Thema Entertainment-System heutzutage Stand der Technik ist, liess mich dann doch staunen. Auch in der Economy-Klasse hat jeder einen dicken LCD-Schirm vor sich, der Zugang gibt zu einem reichhaltigen Sortiment an News, Radiosendern, Filmen und TV-Serien. Ebenso ist das Ding eine Spielkonsole, mit rund 30 Spielen zur Auswahl, dazu noch ein PC mit StarOffice 8 (!), wo man auf einem USB-Stick mitgebrachte Dokumente bearbeiten kann. Und dazu findet sich rechts neben dem Bildschirm folgerichtig ein USB-Anschluss. Wahnsinn.
Schade nur, dass ich keinen Ton hatte (wie meine Leidensgenossen in derselben Sitzreihe) – Filme fielen damit aus, denn Untertitel gab's scheinbar nur auf Chinesisch … und auch von der Musik (die mehreren Dutzend Alben waren nach Sprach- bzw. Kulturraum eingeteilt, »Europe«, »Japan«, »Hindi«, …) hatte ich nichts. Schade, ich hätte gerne mal einen Koreanischen Hitparadentitel gehört. Vielleicht auf der Rückreise.
Der Flug war den Umständen entsprechend angenehm, wobei die 12, 13 Stunden Reisezeit schon seeehr lang werden können … und das mit dem Schlafen ziemlich schwierig ist.
Humor bewies der Captain; er sprach doch ernsthaft von »reasonably nice weather« am Zielort, während wir an einer gigantischen Gewitterfront vorbeiflogen, ein toller Anblick übrigens, vom Flugzeug aus. In Singapur (27°C) war Waschküche, die Luft sehr feucht und die Sichtweite vielleicht hundert Meter. Prompt erwischte mich beim ersten Rundgang um's Hotel (noch am frühen Morgen, etwa 8 Uhr Lokalzeit …) ein gigantischer Regenguss, und wenn's in Singapur regnet, dann richtig. Da helfen dann auch die schwülwarmen Temperaturen nicht, man wird trotzdem unangenehm nass. In meinem Fall konnte ich mich aber zum Glück durch miteinander verknüpfte Malls und Passagen fast wieder bis zum Hotel durchschlagen. Erst auf den letzten zehn Metern wurde ich richtig nass.
Zum Trost gönnte ich mir ein luxuriöses Frühstück in der grossartigen Lobby des »Pan Pacific« [1], Foto nachfolgend.

Danach war Duschen, Schlafen, Organisieren angesagt – und einige Proberunden im Pool. Selbst wenn es bedeckt ist, reichen die Temperaturen locker für ein erfrischendes Bad. Spektakulär übrigens die Fahrt zur 30. Etage (mit meinem Zimmer) oder von dort wieder nach unten, das geht nur über die aussen angebrachten Lifte (die innenliegenden gehen nur bis Etage 22, oder so). Was für ein Blick über die Skyline! Und nachts erst! Da könnte man die ganze Zeit hoch- und runterfahren.
Vor und nach dem Abendessen war noch ein Mall-Bummel und vor allem ausgiebiges Fotografieren angesagt. Nachfolgend der Blick von meinem Balkon.

Dann war es allerdings Zeit, in's Bett zu gehen.
Ergänzung, 2007-04-25/26: Statt einer langen Niederschrift zu meinem zweiten und dritten Tag nur ein paar Beobachtungen als Nachtrag. Indonesisches (gibt es auch) Essen ist fein, aber auf die in Scheiben geschnittene Krake habe ich verzichtet. Das Klima legt einen schon nach wenigen hundert Metern Fussweg praktisch flach, Wahnsinn. An der Fussgängerampel (mit Taste) in der Nähe des Raffles-Hotels: »Press for green man« (Beweisfoto ist verfügbar). Singapur, »nanny state«: Wer auf dem Fahrrad durch die Unterführung unter der Elgin-Brücke fährt, statt zu schieben, zahlt eine Busse von nicht weniger als 1000 SGD (etwa 800 Franken / 500 Euro, Beweisfoto des Schilds ebenfalls vorhanden). Und an Fussgängerübergängen, wo wohl auch mal etwas mehr los ist, ist der Weg zweigeteilt. Wie beim Autofahren ist die linke die richtige Spur. – Der widerlichste Snack im Supermarkt: »roasted crabs« in Grösse von Fünffrankenstücken, abgepackt in der Tüte wie Gummibärchen. Bäh! – Und wer den totalen Konsum-Wahnsinn erleben will, dem empfehle ich die Malls an der Orchard Road, v.a. Ngee Ann City [2] mit angeblich rund 120 Shops, darunter dem grössten Buchladen, den ich wohl je gesehen habe. Und in einer der Malls der stolze Hinweis: »More shops at the basement« – hurra, noch mehr Läden. Unvorstellbar.
Ergänzung, 2007-05-29: Das Office-Paket hat's inzwischen auch in die Heise-News geschafft [3]. Hurra, und ich hab's schon getestet! Und schon alleine beim Starten von StarWriter schläft einem buchstäblich das Gesicht ein.
[1]
http://www.panpacific.com/singapore/Overview.html
[2]
http://www.ngeeanncity.com.sg/
[3]
http://www.heise.de/newsticker/meldung/90339
Weiterhin …
von Schubsi - Montag, 2007-04-30 | 14:31:24 CET
…viel Spass in deinem wohlverdienten Urlaub! Wünsche Dir noch viele aufregende Eindrücke … :-)
Wie sind denn die Frauen so? ;-)
Da kann ich nur sagen …
von Jan - Montag, 2007-04-30 | 16:18:27 CET
… atemberaubend schön, zumindest einige davon. Man muss es gesehen haben.


