Farbspiele
Montag, 2005-09-19 | 19:16:43 CET
Also, eigentlich ist alles ganz einfach. Wäre es zumindest, theoretisch. Für Rot+Grün reicht es nicht mehr, für Schwarz+Gelb aber auch nicht. Rot könnte mit Schwarz, aber das wollen beide nicht. Gelb könnte mit Rot+Grün oder mit Schwarz+Grün, will aber beides auf gar keinen Fall, obwohl es dafür bei Rot und auch Schwarz durchaus Interesse gäbe. Mit Dunkelrot will niemand, auch Rot nicht. Grün hingegen wäre offen für allerlei Varianten, was aber nicht hilft, so lange sich Gelb, Rot und Schwarz so zugeknöpft geben. Aber für den nächsten Kanzler halten sich mal beide, also Angela, die aus den glorreichen 0.9 Prozentpunkten Vorsprung einen »klaren Auftrag zur Regierungsbildung« abliest, und Gerhard, der sich wie der Gewinner gibt, ohne dass ersichtlich wäre, woher er die Mehrheit nehmen will. So viele Sieger, prima!
Für das Land ist das (Nicht-)ergebnis der Bundestagswahl sicher nicht von Vorteil, aber der Unterhaltungswert der Veranstaltung und ihrer Nachwirkungen ist aussergewöhnlich hoch.
Nachtrag, 21. September: Mein heisser Favorit für das Unwort des Jahres 2005 ist »Schwampel«.


