Der grosse Schuss in's Knie
Dienstag, 2005-11-01 | 13:54:02 CET
Einmal mehr kann man die Vorgänge in der deutschen Politik nicht ignorieren. Der Wähler reibt sich ungläubig die Augen: Kann es wahr sein, dass sich eine Partei so selbst beschädigt, wie es eben die SPD tut? Und die grosse Koalition ist weder beschlossen noch hat sie die Arbeit aufgenommen, aber schon ist sie in einer schweren Krise. Rekord!
Erstaunlich: Wie konnte man ausgerechnet die junge altlinke Nervensäge Nahles zur Generalsekretärin wählen wollen? Und warum musste »Münte« deshalb den Bettel hinwerfen? Aber nein, es wird noch kurioser … mein grösster Freund, der politische Tiefflieger Stoiber, der mit seiner monatelangen Unentschlossenheit, ob er sich denn nun nach Berlin bitten lassen soll, auch seiner eigenen Partei mächtig auf den Geist gegangen ist, nutzt diese erste Gelegenheit, um wieder abzuspringen. Als Begründung fabuliert er von »verschobenen Pfeilern« und »veränderter Statik« … Pech übrigens für Beckstein und Huber, und wer weiss, vielleicht ist es ja sogar gut für Bayern. Pech aber auch für den Bund, Glos als Minister ist in der Tat eine schreckliche Vorstellung.
Nahles wäre jedenfalls besser gar nicht erst als Kandidatin angetreten, aber sie wollte halt schon furchtbar gern … dafür beweist sie jetzt, dass sie das moderne Politikvokabular des »nicht dementierens« und »nicht ausschliessens« beherrscht. Jetzt schliesst sie immerhin ihren »Rückzug nicht aus«, aber wenn sie einen Funken Verstand hätte, hätte sie sich schon lange verabschiedet. Ein klares »Ja« oder »Nein«, das ist die Sache der Politiker nicht. Nur Müntefering, der hat klar »Nein« gesagt. Immerhin.
Was bin ich froh, dass ich nicht rot gewählt habe.


